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beiden Familien befreundete Perſon, eine alte Jungfer, Demoiſelle Delf in Heidelberg, als energiſcher Vor⸗ ſteherin eines Handelshauſes in Geſchäften aller Art gewandt und zum Heirathſtiften ebenſo geſchickt als geneigt, legte ſich in's Mittel. Sie durchſchaute die Lage, kannte die geheimen Wünſche und Hoffnungen der beiden Liebenden und beſchloß, der unerträglichen Lage ein Ende zu machen. Sie unterhandelte mit den Eltern, die auf beiden Seiten dieſer Verbindung abgeneigt waren, und es gelang ihr ſchließlich, die Einwilligung derſelben zu erwirken.„Gebt Euch die Hände!“ rief ſie mit ihrem pathetiſch gebieteriſchen Weſen, als ſie eines Abends den Liebenden die Nach⸗ richt von dem glücklichen Erfolge ihrer Bemühungen brachte.„Ich ſtand,“ ſo erzählt uns Goethe,„Lili gegenüber und reichte meine Hand dar, ſie legte die ihre, zwar nicht zaudernd, doch langſam hinein. Nach einem tiefen Athemholen fielen wir einander lebhaft bewegt in die Arme.“ Dieſe Schilderung des Mo⸗ ments, die den unzweifelhaften Stempel der Wahrheit trägt, iſt ſehr charakteriſtiſch; ſie läßt uns die weitere Entwickelung ſchon an der Schwelle vorausahnen. Dieſe Entwickelung war keine glückliche und konnte keine ſolche ſein. Zunächſt war die von der eifrigen Vermittlerin im heftigen Anlaufe den bei⸗ derſeitigen Eltern der Liebenden abgedrungene Ein⸗ willigung keine aufrichtige. In der reichen Bankier⸗ familie hatte man mit der einzigen Tochter höher hinausgewollt, und der junge Dichter, ohne Stellung in der Welt und ohne vornehme Familienverbindungen,
wor dort-keineswegs wünſchenswerther oder auch nur
genehmer Bräutigam für die von ſo vielen Seiten umworbene Tochter. In Goethe's Familie war es nicht viel anders. Der alte bürgerlich beſchränkte und dabei doch ſehr hochmüthige kaiſerliche Titular⸗ rath Goethe wollte von der„Staatsdame“, wie er die ſchöne Bankierstochter nannte, als Schwiegertochter
nichts wiſſen, der Mutter Goethe war ſie auch nicht
recht, und Goethe's Schweſter Cornelie, damals be⸗
Vierte
Folge. 123
reits an Schloſſer verheirathet, war und blieb vollends eine entſchiedene Gegnerin dieſer Verbindung ihres Bruders. Die übereilt gegebene Einwilligung der Eltern ließ dieſe Gefühle der Abneigung unverändert, ja ſie brachte dieſelben, wie es in ähnlichen Fällen zu geſchehen pflegt, erſt recht zum Bewußtſein und vermehrte ihre Stärke. Die Folge war ein uner⸗ freulicher Zuſtand auf allen Seiten. Die Familien blieben ohne Zuſammenhang, es entwickelte ſich keinerlei Umgangsverkehrzwiſchen ihnen, und, was das Schlimmſte war, auch bei Goethe ſelbſt regte ſich, nachdem der erſte Freudenrauſch verflogen war, ein Gefühl der äußerlichen und innerlichen Unzuſammengehörigkeit nur um ſo ſtärker, je weniger Billigung ſeine Ver⸗ lobung rings um ihn her fand und je weniger er ſich verhehlen konnte, daß Lili's Neigung für ihn keines⸗ wegs ſtark genug ſei, ſie vergeſſen zu machen, daß ſie mit dieſer Verbindung eigentlich ein Opfer bringe und aus gewohnten glänzenden äußeren Verhältniſſen in ſolche trete, deren Enge und Beſchränktheit ihr durchaus nicht zuſagen konnten.— Und er ſelbſt, wenn er in ſein eigenes Innere blickte, fand er kei⸗ neswegs jene völlige Gewißheit ſeiner ſelbſt, die den Liebenden über alle Hinderniſſe im ſtarken Schwunge ſeiner Leidenſchaft hinwegträgt. Wohl war ſeinem jungen Dichterherzen die Erregung der Liebe Be⸗ dürfniß und Lebensluft, aber gegen die Feſſel der Ehe, die ihn vorausſichtlich für immer an die Frank⸗ furter Scholle band, gegen das unwiderrufliche Auf⸗ geben ſeiner Freiheit und jener Sehnſucht, die ihn in's Weite lockte, ſträubte ſich der Genius in ihm. Verſtand und Herz, Ueberlegung und Empfindung geriethen in immer ſtärkeren Widerſtreit, den freilich die Gewalt der Gegenwart immer wieder zu be⸗ ſchwichtigen vermochte, ohne ihn doch völlig ausgleichen und aufheben zu können. So ward die Verlobung, welche ihn mit der Geliebten für immer verbinden ſollte, der Anfang des Endes.
(Schluß folgt.)
Feuilleton.
Zwei altfranzüſiſche Tafelgeſchichten.
Wir haben ſchon zu unſern Leſern über den unvergeßli⸗ chen und leider in Deutſchland noch ganz unbekannten Sava⸗ rin geſprochen, und es iſt geeignet, in einer raſchſchreibenden Zeit, in der die Feinheiten der Vortragskunſt vernachläſſigt werden, ja verloren zu gehn drohen, auf Muſter der entge⸗ gengeſetzten Richtung hinzuweiſen. Wer die Kunſt ahnet, einfache, an ſich ganz nichtige Begebenheiten mit ebenſoviel Spannung als Anmuth zu erzählen und dabei doch immer
léger, witzig und ironiſch zu bleiben, wird die beiden folgen⸗ den in Frankreich ſo bewunderten liebenswürdigen Geſchich⸗ ten nicht ohne Entzücken leſen.
Die erſte behandelt ein einfaches Eſſen.
Wie ſoll denn, ruft mir vielleicht der ungeduldige Leſer zu, im Gnadenjahre 1825 ein Mahl beſchaffen ſein, das alle Bedingungen vereinigt, welche das Tafelvergnügen im höch⸗ ſten Grade gewähren?
Ich will dieſe Frage beantworten. Gehe in dich, Leſer,
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