Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
120
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Schon nah' ich jetzt mich Karolinchen Mit aller Himmelsſeligkeit...

Schon will die Buße ich empfinden... Da ſeh' ich, wie ein ſchönes Glück, Die ſüßen Mädchen mir entſchwinden Und ich muß, ach, zum Tag zurück!

Der ſchlimmen Nacht muß ich jetzt grollen, Warum entfloh die Falſche juſt,

Als ich nun habe büßen ſollen,

Und büßen wollt' mit Himmelsluſt!?

Jetzt bitte ich die holde Muſe,

So lang', bis ſie mein Flehn bewegt, Bis ſie noch einmal mir die Buße, Die ſüße Buße auferlegt!

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Goethe's Frauengeſtalten von Adolf Stahr. Berlin, Verlag von Guttentag.

Sie finden in den Erklärungen der Goethe'ſchen Frauengeſtalten von Stahr eine im Ganzen ſehr les⸗ bare, dankenswerthe Erſcheinung, denn wenn auch in unſeren ausführlicheren Literaturgeſchichten und in den vielen Werken und Commentaren, die über Goethe und deſſen Dichtungen erſchienen ſind, bereits eine ſehr genaue, genügende Analyſe ſeiner weiblichen Geſtalten ſich darbietet, ſo fehlt es doch an einer zuſammen hängenden lebendigen Kette ſolcher Arbeiten. Sie wurde durch Kaulbach's Illuſtrationen zu Goethe's Frauengeſtalten in's Leben gerufen, da dieſelben einer literariſchen Erklärung bedurften, und Stahr ſich entſchloß, zu dem Bilderwerke eine ſolche zu ver⸗ ſuchen.

Dieſer Verſuch iſt in der an jenem Autor uns bekannten Weiſe durchgeführt, nämlich leicht poeti⸗ ſirend, getheilt zwiſchen forſchender Erwägung und warmgeſinnter Schönrednerei, breit, aber zugleich auch anregend und blühend gemacht durch vielfach einge⸗ ſtreute Stellen aus des großen Dichters Werken und ganz und gar im Tone eines gefälligen Vortrags vor einem aus mehr Damen als Herren beſtehenden Dilettantenpublicum gehalten.

Stahr hat ſich mit Recht gemüßigt geſehen, ſeinen zum Kaulbach'ſchen Werke gegebenen Text noch einmal zu überarbeiten, zu ergänzen und als ſelbſtſtändiges Product in Buchform erſcheinen zu laſſen.

Es finden ſich in dieſem Buche neben ſolchen hervorragenden weiblichen Geſtalten, die Goethe als Poet geſchildert hat, auch mehrere von den andern

Novellen⸗

Zeitung.

(beſprochen, die als geliebte Weſen in ſein Leben ein⸗

griffen. Unter ihnen zeichnet ſich ganz beſonders Lili aus, und in Bezug auf dieſen ſehr hübſch ge ſchriebenen Aufſatz verdient das Stahr'ſche Werk, daß wir hier ein Bruchſtück ſeines Inhaltes her⸗ vorheben.

Es iſt ein ſinnig treffender Gedankenzug Stahr's, daß er gerade auf Goethe's Verhältniß zu Eliſabeth Schönemann ein ſo nachdrückliches Gewicht legt; man darf allem beiſtimmen, was er über dieſe eigenwillig zerriffene Neigung ſagt, ſelbſt dem Ausſpruche, daß ſie das einzig ſegensreiche Lebensbündniß für den Dichter hätte werden können, freilich mit der Hinzu⸗ fügung, daß Goethe zehn Jahre älter geweſen wäre, als er damals war. Lili verdient es, noch in liebens⸗ würdigeren weiblichen Eigenſchaften als in denen ſüßer, oft bei ihr zu accentuirter Koketterie anerkannt zu werden.

Anna Eliſabeth Schönemann, geboren den 23. Juni 1758, war die einzige Tochter eines großen Frank⸗ furter Bankiers und Handelsherrn, nach deſſen frühem Tode(1763) die Mutter, eine feingebildete, geſcheidte Franzöſin, eine geborene d'Orville, ebenſo das Ge⸗ ſchäft wie das in fürſtlichem Style geführte Leben des Hauſes fortſetzte. Eliſabeth, oder wie man ſie in der Familie nannte, Lili, war trotz ihrer Jugend, ſie zählte damals, als Goethe ſie kennen lernte, erſt 16 Jahr, das glänzende Geſtirn des Lebens in dieſem Hauſe, in welchem ſich Alles zuſammen fand, was an bedeutenden Perſonen, fremden und einheimiſchen, zu den höheren Kreiſen der vornehmen Geſellſchafr Franr⸗ furts gehörte. Goethe war bis dahin dieſer Geſell⸗ ſchaft fern geblieben, die weder zu der bürgerlichen Beſchränktheit ſeines Vaterhauſes, noch zu ſeinen ei⸗ genen excentriſchen Neigungen, ſeinem genialen Sturm⸗ und Drangtreiben zu paſſen ſchien. Aber je mehr er ſelbſt ſich fern gehalten hatte, deſto begieriger war man im Schönemann'ſchen Hauſe geweſen, den jungen Dichter kennen zu lernen, der damals in Frankfurt wie in der literariſchen Welt ⸗der Löwe⸗ des Tages war und von deſſen Seltſamkeiten und Genialitäten man ſich in Frankfurt, wie einſt in Straßburg und in Seſenheim, das Wunderbarſte zu erzählen wußte.

Mutter und Tochter waren geſpannt darauf, den jungen

Mann, neben dem kein anderer Name aufzukommen vermochte, in der Nähe zu ſehen, und es fand ſich bald ein dienſtwilliger Freund bereit, die Annäherung einzuleiten, welche durch den breiten Styl des ge⸗ ſelligen Lebens, wie es ſich gaſtlich frei und unge⸗ zwungen in jenem Hauſe bewegte, ſehr erleichtert ward.

An einem Decemberabende des Jahres 1774 ſah ſich Goethe plötzlich von einem Bekannten aufgefordert,

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gangen.

duiges Ver Porte zue meinige.

hungskraft Un ſo Mutter! gaben, ſe ließ ſich

war es u.

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lichen! üicher ihrer St zu bald ward es ſo vollſt wie Lili von dem Grillen vnd von tochter, poeiſches dem lie Freundi nur al war er Art po⸗ gleichſau die Rol Rang,