Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
119
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Enzmaun 20

Und.. lungſan,

Rund und de der Bi Dit hie das it gewähren, iger laͤcheln liebe dich

Vär's doch Anem welt⸗ fehlen und um heißt es Neſt, mein t ir ihn urſtraße im

ach Renatus. dreumann. Erhard? Jn Hauſe. lebe Kinder, rer iſt auf übchen und leer ſtehen. zunehmen. ſchmuck iſt änden und, zufrieden. ine Wolke Humflorte tief, und daß eine

flicht ſei⸗ alb ſagte er, Ihr Doch inn, wie Wohlſein kommen

te empor Heftigkeit . gewih, aber der Pfarrer

wär!

Vierle

daheim ſagt immer, daß wir uns vor dem Schein

hüten müßten wie vor dem Feuer!

Einen Moment verſtummte Renatus. Der Schleier vor ſeinem innern Auge lockerte ſich und ſtatt des Sonnenſcheins ſah er jetzt ſchwarze Schatten. Allein da zauberte ein Wort Anſelmus' wieder freundlichere Bilder.

Dieſer ſagte:Was doch die Nähe des Abſchieds alles aus dem Menſchen macht! Meine ſanfte Reſt geräth ganz aus dem Häuschen. Aber ich kann mir's denken, auch in meinem Kopf iſt's ſo wirr, als ob ein Trommelſchläger einen Wirbel darin ſchlüge. Und ſeine Frau ſetzte hinzu, daß ſie ihren Kopf ſchon gar nicht mehr fühle.

Natürlich war Renatus nur zu gern geneigt, Reſi's Erregung auf die Trennung zu ſchieben, und darum rief ſeine Seele abermals:Was Dir hier das Schick⸗ ſal zu verſagen ſcheint, wird es Dir dort gewähren. Dort wird der Gott der Liebe Dir gnädiger lächeln und Du wirſt ihr ſchwören können: ich liebe Dich! werde mein!..

Und nun flogen die letzten Tage nur ſo vorüber. Brunner wußte ſchon gar nicht mehr, was er that. Wünſchte ein Gaſt rothen Wein, ſo brachte er ſicher

weißen, und ward nach einem Imbiß gerufen, ſo mußte er ſich erſt beſinnen, wo es nach der Küche ging. Und Chriſtine? Die konnte weder Teller noch Meſſer finden, und als Jemand Speckklöße⸗ verlangte, kredenzte ſie Linſenſuppe. Und Reſi und Seppi? Ihr war's am lſten in der Kammer, wo ſie ſich nach Herzensluſt 4 ſattweinen konnte, und ihn jagte der Küfer hinaus, weil er jede Flaſche aus der Hand

Tdallen ticp⸗

Abſchied wurde an einem kalten trüben Morgen genommen. Am Abend vorher hatte Anſelmus Beide durch die Mittheilung überraſcht, daß er für ſie im Poſtwagen belegt und bezahlt habe. Weder Reſi noch Seppi konnten ein Wort des Dankes finden und ſehen konnten ſie auch nichts, denn Bruſt und Hals waren ihnen zugeſchnürt und ihre Augen waren Thränen⸗ quellen. Wie ein kleines Kind ſchluchzte Frau Chriſtine, und Brunner jammerte:Ach, wär' ich doch ein rei⸗ cher Mann! Ach, wenn doch immer in Leipzig Meſſe

Der Wagen rollte davon, und Anſelmus, deſſen Perrücke mit den hundert zierlichen Löckchen auf einem Ohre ſaß, rief noch hinterdrein:Vergeßt meinen weltberühmten Keller nicht! Immer ſeid ihr beim Brunner willkommen! Gott ſei mit euch! Noch einmal bogen ſich Beide hinaus und nickten, und Thereſten war's, als rolle ſie hinein in Nacht und Schrecken. Renatus hatte bereits am geſtrigen Abend Lebe⸗

Folge. 5 119 wohl geſagt.Auf Wiederſehen in Berlin! hatte er gerufen. Nur einen Tag blieb er noch in Leipzig, dann beſtieg auch er die Poſt; ihm aber war's, als rolle er hinein in blauen Himmel und goldenen Son⸗ nenſchein.

(Fortſetzung folgt.)

Die Buße⸗)

Die Nacht beliebt mit mir zu ſcherzen: Wenn über mir die Sterne ſind,

Sie ſpielt im Traum mit meinem Herzen Wie eine Mutter mit dem Kind.

Wenn kaum die Augen ich geſchloſſen, Da ſetzt der Alp ſich auf das Herz,

Da kommen ſeltſame Genoſſen,

Die quälen mich mit manchem Schmerz.

Wenn ſie mir nahn mit finſterm Grüßen, Das trifft mich wie ein Zauberſchlag, Als hätte ich was abzubüßen

Für jeden ſchon verlebten Tag.

Doch nahn auch freundliche Geſtalten, Die Blumen in die Träume ſtreun, Die mich mit himmliſch ſanftem Walten Wie liebliche Muſik erfreun.

So träumt in jüngſter Nacht mir wieder, Woran ich immer denken muß,

Zu Mädchen wurden meine Lieder

Und jedes wollte einen Kuß.

Zur Seite ſtand die holde Muſe, Die ſah mich ſchelmiſch lächelnd an Und ſprach:Das ſei nun deine Buße Für alles, was du Schlimm's gethan.

Ich ſprach:Soll ich ſo büßen müſſen, Je nun, ſo mag es gern geſchehn, Will alle meine Lieder küſſen,

Wenn ſie als Mädchen vor mir ſtehn.

Da ſtellten nun umher im Kreiſe Die luft'gen Muſenkinder ſich, Und jedes grüßte freundlich leiſe Wie ſeinen lieben Meiſter mich.

Nun ſah ich vor mir die Blondinchen Wie die Brünettchen kußbereit;

Aus: Gedichte von Peter Krauß. Leipzig, F. A. Brockhaus

1866.