Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
116
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Und wirklich verlaſſen die adligen Herren ihren Tiſch und ſchreiten zur Stiege. Schon ſind der Marquis, der Baron und der ſchnarrende Banquier oben; nur Romanow zaudert noch, und ſeine Augen, mit denen er Reſi anblickt, bekunden, daß es ihn etwas zu ſagen drängt.

Sie aber, zwiſchen Anſelmus und Renatus ſtehend, ſchneidet ihm mit drohender Bewegung das Wort ab. Schweigen Sie, ruft ſie ihm zu,wenn Sie's wüßten, wie ſchwer Sie die Reſi Entzmann gekränkt haben, wür⸗ den Sie halt keine Minute mehr in Herrn Brunner ſei⸗ nen Keller bleiben! Ein vornehmer Herr wollen Sie ſein? So wahr ich aus Presnitz bin, ſo wahr führt ſich jeder arme Presnitzer manierlicher auf! Seppi, red' ich recht?.

Kein Gänſebub daheim treibt's ſo! Pfui! be⸗ theuert Seppi.

Da ſchwillt auf's Neue des Fürſten Zornesader an, da zuckt die Hand abermals nach dem Degengriff... Herr Fürſt! ruft Renatus, und da verläßt Jener mit dem ſchweren Seufzer:Was ſie ſchön iſt! den Keller.

Sogleich erhebt ſich auch ſein Schatten, Monſieur Louche, vom Platz, ſchlägt den Mantelkragen empor, damit der ganz vortreffliche⸗ Herr Erhard ihn nicht bemerke, und ſchwankt die Stiege hinauf. Seine Lippen wollen ſagen:Unter dem Galgen ſteht unſer Fürſtlein bereits. Wollen abwarten!..

Unten jedoch wurden nun die Dankſagungen

Novellen⸗Jeitung.

fortgeſetzt. Renatus flog wirklich aus einem Arm in den andern, und die Aelteren wollten der Reihe nach mit ihm anſtoßen und die Jüngeren baten, er möchte an ihren Tiſch kommen.

Nein, rief Herr Anſelmus,daraus wird nichts. Dem Mädchen iſt natürlich für heute die Stimme ausgegangen, und darum ſetzen mein Weib und ich und Reſt und Seppi uns zuſammen. Wollen der Herr Erhard uns die Ehre erweiſen? Sehr verbunden; Frau, ein paar Flaſchen 72er!

Und als nun Brunner den duftenden Trank kredenzt, mußte Renatus Aufſchluß geben. Jedoch war er ſparſam damit; er bemerkte nur, daß der Fürſt ſeiner Mutter verbunden ſei.

Anſelmus verſicherte, ihn faſt gar nicht vorher in dieſem weltberühmten Keller geſehen zu haben. Darauf erklärte denn Renatus, daß er ſich, weil er beim Eintritt den Fürſten bemerkt, dort in den Schatten geſetzt habe, weßhalb? wiſſe er eigentlich ſelber nicht. Dies ſei ſein erſter freier Abend, und er danke dem Zufall, daß er ihn hierhergeführt. Zwar habe er in Richter's Kaffeehauſe Quartier genommen, indeß der

unter den Stutzern herrſche, behage ihm nicht.Doch genug von meiner Perſon, fuhr er fort,jetzt kommt die Reihe an Euch, Jungfer Entzmann.

Was ſoll ich ſagen? Daß ich aus Presnitz in Böhmen bin, wißt Ihr halt. Und weil wir daheim arme Leute ſind, ziehen der Seppi und ich durch die Welt, um was zu erwerben. Mein biſſel Geſang hab' ich vom lieben Gott; und das biſſel Spiel hat mich der Joſef gelehrt... ach, der Joſef!.. das iſt Alles!

Alles? rief Onkel Brunner,ei der Tauſend, die Geſchichte geht ja erſt los! Was mein Herzens⸗ mädel beſcheiden iſt! Und nun erzählte er mit großem Nachdruck und größter Ausführlichkeit, was Thereſia bewogen zum Wanderſtab zu greifen.Und es wird ihr glücken, ſolch' edle Abſicht findet ihren Lohn, denn der alte Gott lebt noch. Die Häuſer in Presnitz werden wieder erſtehen, Freude und Wohlſtand werden wieder einkehren, und weißt Du, Reſi, wie man Dich dann nennen wird? Den Engel von Presnitz wird man Dich nennen!

Hältſt Du auf, Onkel! verſetzte ſie, drohend den Finger erhebendſchau, was Du da für ein rieſiges Weſen machſt! Hat's nicht den Anſchein, als wollteſt Du mir ganz was Apartes, was Himnliſches anhängen? Glaubt ihm nicht, Herr Erhard, er iſt nun einmal ein biſſel verliebt in die Reſi!

Aber Renatus glaubte jedes Wort, welches Anſel⸗ mus geſprochen. ⸗Lautlos verneigte er ſich vor dem Mädchen, wie vor einer überirdiſchen Erſcheinung. O, welch' ein Herz ſchlug hier hinter grobem Kſe⸗ wie rieſengroß ragte dieſes Kind der Berge ül Schweſtern hinaus, deren Wiege auf ſeidenen Te geſtanden! Er hätte anbeten mögen!

Die Uhr auf dem Rathhausthum ſchlug, und draußen pfiff der Wächter und ſang:Eins hat die Glock' geſchlagen. Lobet Gott den Herrn...Amen, ſagte Frau Chriſtine und Anſelmus, ſich erhebend, ſagte:Genug für heute. In meinem weltberühmten Keller halt' ich auf Reputation. Herr Erhard, wollt Ihr, ſo lange Ihr noch in Leipzig ſeid, wie ein Freund in dieſem unterirdiſchen Raum aus⸗ und eingehen, ſo ſoll mir's recht ſein.

Renatus ging. mann!

Er liebte! Er liebte Reſi Entz⸗

* Nacht und Sonnenſchein.

Darf es Wunder nehmen, daß unſer Freund nun täglich in den Keller hinabſtieg? Er war der Erſte, der kam, der Letzte, der ging. Mit löblicher Be⸗ ſcheidenheit hielt er ſich von Thereſia fern, nie drängte

Ton, der dort beſonders während der Abendſtunden

er ſich heran, während ſie ſang, nur vor dem Beginn

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