Novellen⸗
„Ich habe alſo heute ſehr ſchlecht geſungen,“ ſagte er einige Augenblicke ſpäter, indem er dieſe Frage an den Herrn des Hauſes richtete.
„Im Gegentheil, Sie haben wie ein Engel geſungen.“
„Aber weshalb dann dieſe Kälte, dieſe ſtillſchweigende Mißbilligung?“
„Das rührt ganz einfach daher, daß unter Ihren Zuhö⸗ rern ſich zwei Notare befanden.“
„Iſt es blos das? Aber ich habe kürzlich dieſes Lied
bei einem Notar geſungen, bei dem ſich zehn Collegen befan⸗ den, aber nicht einem Einzigen derſelben iſt es eingefallen, ſich über dieſen unſchuldigen Scherz tadelnd zu äußern.“ „Das iſt möglich, aber dann gab es unter denſelben weder einen maitre Robert, noch einen mattre Lebègue,
die ſoeben Beide hier waren.“ C.
Perſiens Handel und Induſtrie.
Die größte Neuigkeit, welche den Bazar Teherans in Anſpruch nimmt, der Gegenſtand der Verhandlungen in den Kavaranſerais, von dem man in den Enderuns ſpricht und der ſogar in den Moſcheen erwähnt wird, iſt die Ernennung eines Generalcommiſſars zu der im Jahre 1867 in Paris ſtattfindenden Univerſal⸗Induſtrieausſtellung. Bis jetzt hat nur europäiſcher Import in Perſien und kein Export ſtatt⸗ gefunden; das Geld iſt aus dem Lande hinausgegangen; man begreift, daß um des Nationalreichthums willen deſſen Rück⸗ kehr nöthig iſt.
Die Producte Perſiens ſind in Europa noch ziemlich unbekannt, denn mit Ausnahme zweier Nationen, welche vielerlei aus einem Lande beziehen, das induſtrielle und land⸗ wirthſchaftliche Rohſtoffe in Ueberfluß beſitzt, weiß man oder vergißt man in den meiſten europäiſchen Staaten, welche Quellen dem Handel des Abendlandes in Perſien geboten werden. Aus dieſem Grunde hat der perſiſche Miniſter den Gouverneuren in der Provinz Befehl gegeben, die Produ⸗ centen zur Beſchickung der erwähnten Ausſtellung aufzu⸗ fordern.
Wenn dieſe Aufforderung befolgt wird, ſo wird Aſer⸗
Zeitung.
lien, Fruchtconſerven, gegerbtes Leder, Teppiche aus Tuch mit Arabesken geſtickt, Seidenzeuge, Velours, Satins, Gold⸗ arbeiterwaaren aus Kaſchan ſchicken. In dieſer Stadt wurde ehedem der Zerbaf, ein Goldbrocat, gewebt, wovon der Zoll 30 Thaler, der Meter 960 Thaler koſtete. Es war dies der theuerſte Stoff auf der Welt. Außerdem wird dieſe Provinz liefern: Leder, Tabak, den beſten Safran der Welt,
vierzehn Sorten Weintrauben, Paſteten von Aprikoſen von
ſo außerordentlicher Größe, daß man ſie in der hyperboliſchen Sprache des Landes Sonneneier nennt, Conſerven aller Arten, rothen, ſchwarzen und weißen Marmor, unzerreißbare Teppiche von Hamadan, Alcarazas, d. i. poröſe Vaſen aus Kem, blanke Waffen mit damascirten Klingen, Cotte de maille, Bogen, Marqueteriewaaren, illuſtrirte Kalender mit den feinſten Lackmalereien, große Schachteln von Papier maché mit faſt unnachahmlichen Blumenverzierungen, köſt⸗ liche Albumdecken mit ſo reizend colorirten Zeichnungen, welche die Geſetze des Koran nicht zu verurtheilen vermögen, ſo ſehr iſt der Sinn der Perſer der Kunſt zugethan, Baum⸗ wolle in Flocken und geſponnen, Safran zur Bereitung rother Farben, Seſam, endlich Afiun oder Opium, den beſten von Ispahan. Andererſeits wird Kaſchan ſeinen künſtleriſchen Ruf von ehedem wieder herſtellen durch gemeißeltes Kupferge⸗ ſchirr und emaillirte Vaſen. Bemerken wir noch, daß ſich in der Umgegend von Kaſchan eine Ebene befindet, welche hin⸗ reichend Salz liefert, um das halbe Europa damit zu ver⸗ ſorgen.
Farſiſtan, welchem ſeine ehemalige Fertigkeit verloren gegangen iſt, Porzellan zu fabriciren, das dem chineſi⸗ ſchen gleichkam, wenn es daſſelbe nicht ſogar übertraf, wird ſich durch ſeinen unvergleichlichen Wein, ſeine Roſeneſſenz und durch ſeine Granaten ven Schiras empfohlen, ſowie durch ſein Naphthaöl von Baradjun, die Käſtchen und Haus⸗ geräthe mit Holzſculpturen von Abadeh, deren Zartheit Alles übertrifft, was in dieſer Art in der Schweiz und in Deutſch⸗ land geleiſtet wird. Ferner nicht zu vergeſſen die Datteln von Perſepolis, Siſtan und Jaren und den auseeleſenen Honig von Kasrun, ein wahres Paradies inmitten ſeiner Palmen und Orangen; Weihrauch, Gummi, Terpentin,
beidſchan Proben ſeines ausgezeichneten Tabaks, ſeiner ge⸗ trockneten und köſtlichen Früchte aller Art von Urmia und Maraga, von ſeinem ausgezeichneten Wein von Kor, wo ſich zugleich Wirkereien eigenthümlicher Art befinden, nach Paris ſenden. Ferner perſiſche Seiden⸗, Baumwollen⸗ und Leinen⸗ ſtoffe in allen Farben von Tauris; Leinwand zu 40 Centimes das Kilogramm von den reichen Nomadenhäuptlingen. Die zahlreichen Heerden des Iliyats weiden in dieſer Provinz, welche außerdem Honig und Wachs im Ueberfluß liefert.
Ghilan, Maſenderan und Taberiſtan werden Olivenöl, Nüſſe, Haſelnüſſe, Mandeln, Feigen, Roſinen, Lein⸗ und Hanfſamen, Cerealien, Reis von ausgezeichnetem Wohl⸗ geruch, Seide, Safran, Eiſenerze, Kupfer von Sari, Blei, Zinn, Antimon, Schwefel von Demawend, Petroleum, welches von den Bergen herabfließt, Salpeter, der in ganz Perſien im Ueberfluß vorhanden iſt, Seidenraupeneier und Cocons aus verſchiedenen Gegenden liefern..
Aus Khoraſan werden Teppiche kommen, Cachemire, Zeuge aus Ziegenhaaren, Orangen, Rhabarber, Aſſa fötida, Manna und Türkiſe von Niſchapur, ferner Fuchsbälge, Felle von Aſtrachanſchafen, Marder⸗, Wolf⸗ und Schakalfelle.
Irak Adſchemi wird getrocknete Früchte aller Arten, Piſtazien größer als die ſyriſchen, köſtliche Weine von Kas⸗ win, Galläpfel, Krapp, Indigo von Arabiſtan, allerlei Cerea⸗
Henneh und Rank, das zum Haarfärben dient, ohne der Wurzel zu ſchaden. Kerman endlich wird Seidenſtoffe, Shawls und Krapp von Yezd ſenden, welches der einſtige Stapelplatz für alle Früchte war; Kaſſia, Sennesblätter, Nux vomica, Ammoniakgummi liefern.— e.
Ein aufrichtiger Arzt.
Ein Arzt in Paris, welcher eben ſo ſehr durch die Ori⸗ ginalität ſeines Charakters wie durch ſein Talent ſich bekannt gemacht hat, wurde kürzlich zu einer jungen, ſeit ſechs Wochen kranken Frau gerufen, die mit ihrem gewöhnlichen Arzte unzufrieden war.
Der Doctor befragt ſie über ihren Krankheitszuſtand und plötzlich fragt er ſie barſch:
„In wieviel Tagen wünſchen Sie hergeſtellt zu ſein?“
Jedermann bleibt bei dieſer Frage ganz erſtaunt.
„Wenn Sie übermorgen wieder auf den Beinen ſein wollen, ſo iſt das recht gut möglich; ich werde Ihnen zu dieſem Zweck ein Recept verſchreiben, morgen wiederkommen und übermorgen werden Sie meiner nicht mehr bedürfen; aber Sie müſſen mir dafür 200 Franken zahlen. Wenn Sie finden, daß 100 Franken für einen Beſuch zu viel iſt, ſo werde ich es wie Viele meiner Collegen machen und ich
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