Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
109
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Bei dieſen Worten drückte ich inſtinctmäßig den Codex an mich, den ich in der Hand hielt.

Er ſprang von ſeinem Fauteuil auf wie ein Gummiball.

Mein Herr, ſchrie er,ich werde Sie in vierund⸗ zwanzig Stunden vor das Tribunal bringen!

Erhitzen Sie ſich nicht, das iſt dem Blute ſehr ſchäd⸗ lich. Wollen Sie lieber dieſen Artikel des Codex hier leſen.

Hiermit übergab ich ihm das Buch, nachdem ich die betreffende Stelle aufgeſchlagen hatte.

Ich ſah ihn dieſe Zeilen, welche mich in ſo hohem Grade intereſſirten, durchfliegen, ſeine Lippen bebten, ſeine Augen zogen ſich auf ganz eigenthümliche Weiſe zuſammen.

Fo... Foma... Petr... Petrowitſch, fragte er ſtammelnd,was bedeutet dies?

Der Secretair riß die Augen auf und las.

Dies iſt ein Ukas Sr. Majeſtät, murmelte er.

Das ſehe ich ſelbſt, polterte der Präſident,ich frage Sie, ob das Recht, einen Schnurrbart zu tragen, ſich erſtreckt bis auf...

Er vollendete die Frage nicht.

Ja, Excellenz, antwortete der Secretair.

Meine Collegen ſahen mich erſchrocken an; ſie erwarte⸗ ten, daß ſich ein fürchterliches Gewitter auf mich entladen würde. Es geſchah jedoch nichts. Während ich eine martia⸗

liſche Stellung annahm, blickte ich meinen Gegnern in das Weiße ihrer Augen, ich ſah den Präſidenten ſeitwärts nach ſeinem Secretair blicken, Beide bewegten ſich eine Zeit lang hin und her, nach rechts und nach links, hierauf ſetzten ſie ſich langſam nieder und ſprachen auch nicht ein leiſes Wörtchen.

Dies, mein freundlicher Leſer, iſt die Geſchichte meines Schnurrbarts. Ohne dieſen heilvollen Ukas, welcher mich aus der Verlegenheit riß, wäre es leicht möglich, daß ich, anſtait zec. Dir zu plaudern, ſechs Fuß unter der Erde

neines Dorfes begraben läge. e.

oſchichte der Wohlgerüche.

Inthios, der Blümige, war bei den Hellenen

We es, der Bäume und Blumen, der ſeine Reſidenz bard in dem Blumenlande Phyllis, bald auf dem roſenreichen Pangaeon, bald in den Roſengärten Macedoniens und Thraciens aufſchlug. Ehe er Blumen hatte, bekränzte er ſich mit Epheu; erſt nach ſeiner Rückkehr aus Indien ſchmückte ihn Aphrodite mit einem Blumenkranze. Die alten Hellenen waren Freunde dieſer lieblichen Kinder Flora's, und dieſe Liebe der alten hat ſich auf die heutigen Griechen vererbt. Die Roſe hatte unter allen Blumen eine hohe Bedeutung, ihr Aroma wurde für das edelſte gehalten. Die Araber bereiteten ſchon 1000 n. Chr. daraus das Roſenwaſ⸗ ſer; die chriſtlichen Kirchen wurden, ehe man ſie zu Moſcheen umwandelte, damit gewaſchen. Saladin ſandte auf 500 Kameelen Roſenwaſſer, um die von den Kreuzfahrern in eine Kirche umgewandelte Moſchee des Omar zu reinigen; Maho⸗ med II. ließ die Sophienkirche in Conſtantinopel durch viele tauſend Okken Roſenwaſſer auswaſchen, ehe ſie für die Ver⸗ ehrung des Propheten geweiht wurde. Die Bewohner Aſiens beſprengen Kleider und Gemächer, die Perſer Straßen und Wege mit Roſenwaſſer, ebenſo den in die Wohnung tretenden Fremden als Zeichen des Willkommens. Die Bewohner der Joniſchen Inſeln beſpritzten mit demſelben in neuerer Zeit die griechiſchen Soldaten, als dieſelben nach Vereinigung der Inſeln mit Griechenland dorthin kamen. Eine Sultanin

Folge. 109 Indiens ließ in ihrem Garten eine Ciſterne mit Roſenwaſſer füllen, um aus dieſer durch kleine Schleußen das Waſſer in dem Garten umherzuleiten, um denſelben mit Roſendüften zu erfüllen.

Schon Homer führt als das auserwählteſte Oel das Roſenöl an, mit welchem Aphrodite den Leichnam des Patro⸗ klus ſalbte. Es war jedoch dieſes nicht das heute gebräuch⸗ liche ätheriſche Oel der Roſe, ſondern durch Digeſtion der Roſenblätter mit fettem Oel dargeſtellt.

Zu den beſten Confitüren der Orientalen, die dem Fremden bei Beſuchen präſentirt und löffelweiſe mit Waſſer genoſſen werden, gehört der Roſenzucker(Rodosachari), der durch Einrühren der friſchen Roſenblätter in kochendem Zucker⸗ ſyrup dargeſtellt wird, alſo eine Art Conſerve, in welcher man die ganzen Roſenblätter noch unterſcheiden kann. Die im April blühende Rosa centifolia beſitzt leichtabführende Eigen⸗ ſchaften, deshalb werden Aprilroſen-Conſerven von vielen Orientalen täglich am Morgen als angenehme Hausarznei genoſſen. Früher galt der Roſenzucker als Heilmittel für Lungenkrankheiten und Krankheiten des Mundes.

Eins der beliebteſten Aromen des Orients iſt auch der Roſeneſſig(Rodoxidon), der für das ganze Jahr vorräthig bereitet wird, theils als Zuſatz zum Salat, theils als ſtärken⸗ des und reizendes Mittel bei Krankheitsfällen und Ohn⸗ machten. Zu dem Roſeneſſig nehmen etwas zu beleibte orien⸗ taliſche Damen verſchiedener Altersſtufen löffelweiſe ihre Zu⸗ flucht, um ſich von der Fettſucht zu heilen und ſich eine ſenti mentale, ſogenannte intereſſante Geſichtsfarbe zu verſchaffen; ein Mittel, welches beſonders zu dem letztgenannten Zwecke auch in unſeren cultivirten Landen leider oftmals Anwendung findet und ſchlimme, lange anhaltende Krankheiten hier wie im Orient zur Folge hat.

Ein verfüngliches Lied.

Herr de B... hat die Gewohnheit, jedes Jahr in ſeinem Schloſſe des Ormeaux eine gewiſſe Zahl Freunde einzuladen, um das Feſt ſeines Schutzheiligen würdig zu feiern.

Am 2. December c., dem Tage des Heiligen Frangois Xavier, waren etwa dreißig Perſonen eingeladen, um gemein⸗ ſchaftlich ein prachtvolles Reh und ein halbes Dutzend mit Trüffeln gefüllter Faſanen zu verzehren. Nach dem Diner und Kaffee begab man ſich in den Saal, wo ſich eine Zahl junger Leute von beiden Geſchlechtern befanden, die aus dem benachbarten Städtchen ſich eingefunden hatten, um ſich zu Ehren des Namenstages des Beſitzers des Schloſſes durch einen Familienball zu beluſtigen.

Während eines Zwiſchenactes zwiſchen zwei Polkas ſprach man vom Geſang, und Herr L..., der ausdrücklich von Paris gekommen war, um dieſem kleinen Familienfeſte beizuwohnen, wurde gebeten zu ſingen.

Unſer Pariſer, der keine der anweſenden Perſonen kannte, ließ ſich nicht lange bitten und ſang mit der ſchönſten Stimme die Deux Notaires von Nadaud.

Während er ſang, glaubte er zu bemerken, daß man um ihn her leiſe ziſchelte und daß die Dame des Hauſes, die ihm am Piano accompagnirte, ſichtlich verlegen war. Der Sänger glaubte indeſſen, dieſer ein wenig ungewöhnlichen Thatſache keine beſondre Beachtung leihen zu müſſen, und endigte ſeinen Geſang recht brav. Dann aber erntete er

anſtatt des erwarteten warmen Beifalls nur einige kleine

Dankesbezeigungen, die durch den eiſigſten Empfang noch gemäßigt wurden.