106 Novellen Perſon ſein müſſe, der ſich gezwungen ſehe, ſich unter einer Verkleidung zu verbergen, um ſich den Ver⸗ folgungen Philipp'’s II. zu entziehen. Matheus hielt ſich im Hinterhalt, er ließ der Einbildungskraft keine Zeit ſich abzukühlen. Als ob er plötzlich die Maske
abwerfe, erklärte er, er ſei Dom Sebaſtian, und er
erließ einen Aufruf an alle Portugieſen, in deren
Herzen die Liebe für das Vaterland wohne, ſie möch⸗
ten ihm helfen, ſein Königreich wieder zu nehmen.
Eine Menge Bauern eilten herbei, um ſich unter ſeine Fahne zu ſtellen, und an ihrer Spitze marſchirte er auf Liſſabon los. In den Städten, durch welche er zog, gewann er nicht blos das Volk für ſeine Sache, ſondern es glückte ihm auch, ſelbſt die Vornehmſten zu betrügen, wozu nicht blos die Kraft ſeiner Rede, ſon— dern auch ſeine wirkliche Aehnlichkeit mit Dom Se⸗ baſtian viel beitrug. Vielleicht hätte er ſein kühnes Ziel erreicht, hätte ſich das Waffenglück nicht gegen ihn erklärt.
Aber von Truppen, die im Kriege abgehärtet waren, angegriffen, ließen ſich ſeine Leute durch falſche Manoͤver des Feindes irre führen und er ſelbſt fiel in einen Hinterhalt. Gefangen genommen und nach Liſſabon gebracht, erlitt er dort mit Muth und Stolz die Todesſtrafe. Ehe er ſtarb, verſicherte er, ſein einziges Ziel ſei geweſen, ſein Vaterland von dem fremden Joche zu befreien, aber ſobald es befreit ge⸗ weſen ſei, würde er ſeinen Landsleuten ſelbſt geſagt haben, daß er nicht der König und nichts weiter ſei, als ein guter Portugieſe wie alle anderen.
Der Verſuch des dritten falſchen Dom Sebaſtian ſpielte in höhern Kreiſen, und das Intereſſe dieſer Epiſode hat dadurch in einem beſondern Grade zu⸗ genommen. Es ſind nicht mehr Bauern und Leute gemeinen Standes, die ſich zuerſt irre führen laſſen, ſondern eine Prinzeſſin von kaiſerlichem Blut, eine Enkeltochter Karl's V., die Tochter von Don Juan von Oeſterreich, Donna Anna, welche ſich einbildet, den herumirrenden Prinzen entdeckt zu haben, und die für ſeine Sache leidenſchaftlich Partei ergreift.
Der Anblick des Unglücks übt auf junge, groß⸗ müthige Herzen ſeine unwiderſtehliche Sprache aus. Ueberdies iſt der ſeines Landes beraubte Fürſt ihr naher Verwandter, ihr Conſin. Ihn wieder ang die Spitze ſeines Volkes zu ſtellen, hieße eine edle Auf⸗ gabe erfüllen; ſie, eine Dame von zwanzig Jahren, die vom Hofe in ein Kloſter verwieſen worden iſt, will dieſe Aufgabe übernehmen und ihr Beichtvater billigt es. Es würde uns zu weit führen, wollten wir den verſchiedenen Phaſen des Dramas, das ſich entwickelt, folgen. Ein an ihren Schützling geſchrie⸗
„Zeitung.
bener Brief führt zu ſeiner Entdeckung, und Donna Anna würde ſich umſonſt anſtrengen, mit aller ihrer Beredſamkeit die Richter zur Nachſicht zu ſtimmen, ſie würde vergebens verſuchen, Philipp's II., Gnade für ihren Schützling anzurufen oder ihm wenigſtens Mitleid für ihn einzuflößen; ſie würde ſich ſelbſt zu Grunde richten, ohne ihn zu retten. Dieſes Drama iſt von einem hohen Intereſſe vom Anfang bis zum Ende und der portugieſiſche Geſchichtsſchreiber hat es meiſterhaft dargeſtellt.
Trotz des geringen Erfolgs der erwähnten erſten drei Intriguen zählte die Idee, daß der König Dom Sebaſtian ſich noch unter den Lebenden befinde, in Portugal doch noch immer eine große Zahl Anhänger, oder richtiger geſagt, je mehr die Herrſchaft Spaniens in Portugal ſich befeſtigte und je drückender ſie wurde, um deſto größern Glauben fand dieſe Idee und um deſto feſter ſchlug ſie Wurzel. Im Jahr 1589 rüſteten fünf oder ſechs portugieſiſche Adelige auf eigene Koſten ein Schiff aus und ſegelten nach Afrika ab, um einen Verſuch zu machen, dort Spuren von Dom Sebaſtian aufzufinden. Andere befragten Wahrſager und Wahr⸗ ſagerinnen, um zu erfahren, wann der zurückkommen werde, den ſie als eine Art von Meſſias für Portugal betrachteten. Noch Andere ſuchten ihn in Frankreich, Deutſchland und Italien.
Einer dieſer Emigranten, welche ihr Vaterland verlaſſen hatten, um den verloren gegangenen König aufzuſuchen, Dom Joao de Caſtro, traf in Veuedig mit der letzten Perſönlichkeit zuſammen, welche in dieſer Geſchichte figurirt, mit dem vierten falſchen Dom Sebaſtian. Dieſer Mann befand ſich in der Geſell⸗ ſchaft von zwei Mäͤnnern, die er ſeine zwei treuen Stallknechte nannte, die aber in der Wirklichkeit eben ſo große Schurken waren, wie er ſelbſt. Alle Drei⸗ machten eine Rundreiſe in dem nördlichen Italien, um das von ihnen in Scene geſetzten Luſtſpiel aus⸗ zubeuten. Dom Joao de Caſtro ließ ſich von ihnen betrügen und war ohne Zweifel leicht zu überreden, weil er ſich zum Advocaten und Opfer des Betrügers machen ließ. Von Seiten dieſes Schurken gehörte übrigens ein ſehr großer Grad von Unverſchämtheit dazu, um die Stelle des verſchollenen Dom Sebaſtian
war in Calabrien zu Hauſe— nur wenige Wöͤrter der portugieſiſchen Sprache konnte und ſich deshalb nur in der italieniſchen Sprache ausdrückte, wobei er zu verſtehen gab, er habe ein Gelübde gethan, erſt dann portugieſiſch zu ſprechen, wenn er wieder im Be⸗ ſitz ſeines Königreichs ſei.
Dieſer letzte Betrüger iſt ein wahrer Charlatan, der ſich weit weniger mit der Freihiig Per ugels
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