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Dom Sebaſtian's wurde von den Siegern aufgefunden und von der Mehrzahl ihrer Gefangenen erkannt. Unter dieſen Gefangnen befanden ſich vornehme Herren aus dem Gefolge des Königs Dom Sebaſtian, die ihn zu oft geſehen hatten, als daß ſie ſich ſeiner ſterb— lichen Hülle gegenüber hätten täuſchen können.
Bekanntlich beſtieg nach der Kataſtrophe bei Alcacer⸗el⸗Kebir der hochbejahrte Oheim des Verſtor⸗ benen, der Cardinal Henri, den Thron von Portugal, und als dieſer zwei Jahr ſpäter 1580 ſtarb, nahm der König von Spanien, Philipp II., trotz der Pro⸗ teſtation des Priors von Orato, welcher von den Portugieſen als König proclamirt worden war, defini⸗ tiv Beſitz von Portugal. Am Hofe in Madrid dachte man nicht mehr an Dom Sebaſtian und die Regierung in Liſſabon beſchäftigte ſich kaum mehr mit ihm, aber der Glaube, daß er nicht todt ſei, war nicht überall erloſchen; er lebte noch unter dem Volke, und unter dem Einfluſſe der Ereigniſſe, die wir erzählen wollen, erſchien er wieder, verbreitete ſich in einer ſeltſamen Weiſe und fand endlich bei der hohen Claſſe der Ge⸗ ſellſchaft Eingang.
Vier Abenteurer kamen nach und nach auf den Einfall, von dieſer Stimmung der Geiſter und von dieſem Glauben Nutzen zu ziehen, und machten mit mehr oder weniger Geſchicklichkeit einen Verſuch ſich den Namen und die Rolle Dom Sebaſtian's anzu⸗ maßen.
Die Geſchichte andrer Völker bietet Beiſpiele ahnlichen Ehrgeizes dar. Seit dem falſchen
ſolcher Abenteurer gegeben,
wa ennen Alle die Geſchichte des falſchen Demetrius, welche uns zeigt, wohin die Kraft des Willens und die Kühnheit des⸗Charakters führen kann, während ſie gleichzeitig uns lehrt, in welchem Grade ein ganzes Volk ſich zuweilen irre führen läßt. Sicher iſt, daß Keiner der vier falſchen Sebaſtiane die Talente und das Genie des falſchen Demetrius beſaß; aber wenn der Letztere Talente und Genie be⸗ durfte, um das Mißtrauen eines Volkes zu betrügen, das unter den Geſetzen des Boris friedlich lebte, ſo bedurfte es deſſen nicht ſo viel, um eine durch das fremde Joch erbitterte Nation zu überreden, welche gern der Stimme des erſten Mannes gehorchte, welcher ihr verſprach, ihr ihre Unabhängigkeit wiedergeben
zu wollen. Man glaubte die Stimme Dom Sebaſtian's
zu erkennen, ehe man ihn noch gehört hatte. D'Antas ſagt ganz wahr:„Wenn das Volk das Bedürfniß hat, etwas zu glauben, ſo hält es nicht ein und es glaubt ſelbſt gegen ſeinen Willen.“
Den Beweis dafür finden wir in dem Verſuch des GErſten gieſer Abenteurer, welcher den Beinamen
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Folge. 105
König von Penamacor erhielt, und deſſen wirklicher Name ſich nicht einmal erhalten hat.
Er glich Dom Sebaſtian durchaus nicht. Anſtatt blond zu ſein, wie er, war er braun; er war nur zwanzig Jahr alt, während der König zu dieſer Zeit dreißig Jahr alt geweſen ſein würde. Das Selt⸗ ſamſte dabei war, daß die Idee der Betrügerei gar nicht von ihm ſelbſt ausging. Als ein Faulenzer, dem die verſchiedenen Mittel, die er verſucht hatte, ſich eine ehrenhafte Exiſtenz zu ſichern, zu mühſam erſchienen waren, war er auf den Gedanken gekommen, das Land zu durchſtreichen und ſich für einen Soldaten auszugeben, dem es gelungen ſei, dem Gemetzel bei Alcacer⸗el⸗Kebir ſich durch die Flucht zu entziehen. Er verſprach ſich, lange Zeit auf Koſten der Neugierde und des Intereſſes, welches er durch ſeine Fabeln zu erregen wußte, zu leben. Der Erfolg ſeiner Unter⸗ nehmung übertraf ſeine Erwartung. Eines Tages kam Einer ſeiner verwunderten Zuhörer auf den Ge⸗ danken, er habe den König vor ſich, und er hatte ſeine Entdeckung kaum ausgeſprochen, als ſich dieſelbe mit einer unglaublichen Schnelligkeit verbreitete. Die Vorſichtsmaßregeln, mit denen der Unbekannte ſich umgab, um nicht die Augen der ſpaniſchen Behörden auf ſein Vagabundenleben zu ziehen, beſtätigten die braven Landleute nur in ihrer unvernünftigen Idee. Von dieſem Irrthum entzückt, begriff er ſehr bald den Nutzen, den er daraus ziehen konnte.
Er ſah einer glänzenden Zukunft entgegen, aber die Ergebenheitsbetheuerungen, deren Gegenſtand er war, hatten ſchon in weiter Ferne im Lande ihr Echo gefunden. Plötzlich ſah er ſich verhaftet, nach Liſſabon gebracht und dort in ein Gefängniß eingeſperrt. Kurz nachher hörte man nicht mehr von ihm ſprechen.
Ein Mann von mehr Kühnheit und Geiſt, mit einem Worte fähiger, eine ſolche Intrigue zu führen, nahm bald nachher den Plan des Königs von Pena⸗ macor wieder auf. Sein Name war, wie man ſpäter erfuhr, Matheus Alvarez. Er hatte ſein Noviciat in einem Kloſter beſtanden, war aber aus demſelben geflüchtet und hatte ſich für den Augenblick in der Umgegend von Ericeira niedergelaſſen, wo er in einer kleinen Hütte die geheimnißvolle Exiſtenz eines Eremiten führte. Er hatte ſeine Pläne ſchon ent⸗ worfen. Wenn man in der Nacht in der NRähe ſeiner Hütte vorüberging, hörte man, wie er ſich mit Peitſchen⸗ hieben tractirte und wie er über Portugal, über ſich ſelbſt und ſein ſeltſames Geſchick ſeufzte. Es bedurfte nichts weiter, um die Einbildungskraft von Perſonen aufzuregen, die im voraus fürs Wunderbare empfäng⸗ lich waren; je mehr man an den Eremit dachte, um deſto gewiſſer ſchien es, daß er der König in eigner


