ruhigen Auges auf das Notenblatt, aber im Geiſt blickte er rückwärts nach Presnitz. V
Und ein Paar Abende verſtrichen. Thereſia's Spiel und Sang waren für die Meßfremden wahre Lockvögelchen. Die Groſchen regneten nur ſo auf das Notenblatt, Kupfermünze legte Niemand darauf. Anſelmus Brunner betrachtete mit Schmunzeln die Berge geleerter Flaſchen, und Reſi ſah mit dankbarem Blick gen Himmel, wie ihr leinenes Beutelchen voller
und immer voller ward.(Fortſetzung folgt.)
Mahnung.
Gedicht von Erwin Holk.
Da reden ſie und glauben's wohl, Wie ſchön dies Leben ſei,
Wie klar die Welt, wie wundervoll, Ein ewig grüner Mai!
Ihr lügt, das Leben iſt nur Qual, Dem Himmel ſei's geklagt!
Die Menſchenwelt ſo trüb und ſchal— Heil dem, der ihr entſagt!
Und mögen tauſend Stimmen ſchrei'n: „Nur Du ſiehſt gar ſo trüb,“
Wobhlan, ſo preiſ't den Sonnenſchein, Mir wär' das Grab doch lieb!
Stürzt Euch im Taumel eitler Luſt In's Lebensmeer hinein.
Kein Neid regt ſich in meiner Bruſt, Laßt mich nur ruhig ſein!
Ich hab' den ſchäumenden Pokal Bis auf den Grund geleert:
So wenig Freud' und ſo viel Qual— Es war der Müh' nicht werth!
So nippt und nippt nur immer zu Vom ſüßen, gold'nen Schaum: * Das wahre Glück iſt Grabesruh'— Was iſt das Leben?— Traum!— ᷣ
Die falſchen Dom Sebaſtiane.
Der Legationsrath Miguel d'Antas bei der por⸗ tugieſiſchen Geſandtſchaft in Paris, welcher in Folge ſeiner diplomatiſchen Stellung und ſeines langen Aufenthalts in Paris gleichſam ſich in einen Fran⸗
Novellen⸗Jeitung.
zoſen und Pariſer umgebildet hat und dem die fran⸗ zoͤſiſche Sprache eben ſo familiär wie ſeine Mutter⸗ ſprache iſt, hat jetzt in Paris unter dem Titel„Les faux Don Sebastien. Etude sur T'histoire de Por- tugal“ eine intereſſante Schrift veröffentlicht, worin er eine wenig bekannte und überdies bis jetzt ſehr verworrene Epiſode der portugieſiſchen Geſchichte be⸗ handelt, welche gleichzeitig Licht über die Herrſchaft Philipp's II. und ſeiner unmittelbaren Nachfolger über Portugal verbreitet.
Am 24. Juni 1578 ſchiffte ſich der junge, muthige König Dom Sekaſtian voller Illuſionen an der Spitze einer kleinen Armee nach Afrika ein. Der von ſeinem Oheim Abd-el-Melek von ſeinem Thron geſtürzte Kaiſer von Marocco, Abdallah, hatte ihn um ſeinen Beiſtand erſucht, und der von ritterlichen Ideen, die ihre Zeit bereits überlebt hatten, beſeelte Dom Se⸗ baſtian hatte geglaubt, ihm ſeine Hülfe nicht verſagen zu dürfen. Er ſetzte dadurch ſein Land einer ſehr großen Gefahr aus, die ein kluger Fürſt vorhergeſehen und der ein von wirklich patriotiſchem Geiſt beſeelter Fürſt nie gewagt haben würde die Stirn zu bieten. Er hatte keine Kinder, und wenn er ſein Leben verlor, ſo konnte ſein Oheim, der ehrgeizige König von Spanien Philipp II., als Einer ſeiner nächſten Ver⸗ wandten auf die Erbſchaft ſeiner Krone Anſpruch machen, und Portugal verlor dann in einem Tage die durch einen Jahrhunderte langen Kampf ſo mühſam er⸗ oberte Nationalität, welche die Prinzen aus der Familie des Dom Sebaſtian faſt Alle mit ihrem Blute bezahlt hatten. Nun konnte Dom Sebaſtian in einer tollen Unternehmung, in die er ſich ohne Geld, ohne Beiſtand zu erwarten zu haben, und faſt ohne Leute einließ, unglücklicher Weiſe getödtet werden, was auch geſchah.
Es veſteht jetzt kein Zweifel mehr darüber, daß er am 4. Auguſt 1578 in der Schlacht bei Alcacer⸗ el-Kebir getödtet wurde. Dieſe geſchichtliche Thatſache zog aber zu viele beklagenswerthe Folgen nach ſich, als daß die Portugieſen ſich hätten darein ergeben ſollen, ſofort daran zu glauben; und das um ſo mehr, weil es etwa fünfzig Portugieſen, die in jener Schlacht mitgekämpft hatten, gelungen war, Portugal wieder zu erreichen, deren Erzählungen über dieſen Gegen⸗ ſtand einander widerſprachen. Es iſt ſicher, daß der König, welcher ſich den ganzen Tag geſchlagen hatte, in dem Augenblick noch kämpfte, wo es dieſen Flücht⸗ lingen gelungen war, dem Blutbade zu entgehen, und daß ſie nicht mit Gewißheit wußten, was mit dem König geworden ſei.
Kurze Zeit nachher erfuhr man die Wahrheit. Der am Tage nach der Schlacht aufgeſuchte Leichnam
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