Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
103
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ibr Haupt⸗ der Muth; Pod ins Ge⸗ dſes geweſen, ſchloß ſch

pen.Schau, Hand legend, int halt alles G 8.

ige Jungfrau bung wädig len wir uns ſpi, Du denfft

mein liebes dicht binter wie ſie ſich gutmüthiges it Hunderten und in zwei klugbeit und

Rechte ihm der Stadt,

verſetzte Ke nem Munde daß er die

deiter,als eeden hörte, Dreiſtigkeit. a, Kinder, ſo hat Et Markt ge⸗ verplaudere doch fragen:

d immer zu

Vierte

Fuß, nahm Thereſia wieder das Wort,ſchauen der Herr nur die Stiefeln vom Seppi an, die bezeugen's. Geſtern ſpät kamen wir an. Im ⸗grünen Baum⸗ fand ſich für uns noch ein Plätzchen. Aber nun ſind die Paar Groſchen redlich aufgezehrt, und d'rum machten wir uns früh auf die Beine, um Verdienſt zu ſuchen; und das Bündel und die Harfe...

bald auf die Erzählerin, bald auf ſeine blitzenden Schuhſchnallen blickend. glattes Kinn und ſprach mehr zu ſich ſelbſt:Achtung, Achtung! Hi, hi, du biſt ein Pfiffikus, Anſelmus!

Ich kann nämlich ſingen und die Harfe ſpielen, fuhr ſie fort,der Neffe von unſerm Bürgermeiſter hat's mich gelehrt, weil's ſeit dem großen Brand traurig in Presnitz ausſchaut. Die Eltern und alle Leute daheim brauchen Geld, o, vielleicht weiß der Herr, wo's hier was zu verdienen giebt?!

Schlag' ein, mein liebes Kind, rief nun Herr Anſelmus, beide Hände ausſtreckend.Du kannſt mich und ich kann Dich gebrauchen! Schlag' nur ge⸗ troſt ein, ſag ich Dir! Anſelmus Brunner, der Schenk⸗ wirth im weltberühmten Auerbach'ſchen Keller, iſt gewiß und wahrhaftig kein Unmenſch.. ſiehſt Du da drüben in der Grimma'ſchen Gaſſe das Bild über der Kellerthür? Darauf iſt Doctor Fauſtus mit dem Teufel auf einem Faſſe abgemalt. Wirklich paſſirt, ſag' ich Dir, und dazu in meinem Keller!

Herr Jeſus! rief Seppi,keine zehn Pferde

da hinein! wohl Furcht, mein Söhnchen? Hi, hi, iſt

ja oloßer Schnickſchnack oder bloße Sage, wie's die

Herrn Studirten nennen. Aber das ſteht feſt wie

der Rathhausthurm: Viele kommen weit hergereiſt,

nur um in Auerbachs Keller ſich umzuſehen... Doch was ſchwatze ich alles? Mein Weib, die Chriſtine, muß wirklich Recht haben, wenn ſie behauptet, daß meine Worte gleich einem Bächlein über Wieſen fließen... Alſo? Wie denkſt Du darüber?

Ich nehm's an, verſetzte das Mädchen ſchnell, ihre Hände in die ſeinen legend.Ich werd' in Euerm Keller ſingen und daß ich mich ordentlich halte, davon könnt Ihr überzeugt ſein. Doch...

Bin überzeugt davon, unterbrach Brunner und nickte mit dem Kopfe, daß die hundert Löckchen ſeiner Perrücke hin und her ſchaukelten.Reputation ſteht auch in meinem Hauskalender obenan. Hab' ſchlimme, ſehr ſchlimme Erfahrungen gemacht. Hatte da'nmal ſo ein Harfenmädchen engagirt, und erſt mauſte ſie mir eine Wurſt und dann zwei Würſte und darauf... Aber genug davon. Ich weiß, daß ich auf Dich ver⸗ trauen kann, und damit Punktum.

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Doch Seppi? Was wird mit dem? vollendete jetzt Thereſia ihre unterbrochene Frage.

Ei natürlich, der liebe Junge kommt mit zu mir. Euch zu trennen, wird Anſelmus Brunner doch nicht über ſein Herz bringen. Und brauchſt Dich nicht zu fürchten, mein Söhnchen, die Geſchichte von Doctor

arfe? Harfe? ſtieß der kleine Mann hervor, ſchnack, die Studirten ſind Querköpfe... h 1. ein ganzer Thaler. Damit löſt Ihr im

Und dann faßte er ſein Baum» das Bündel und die Harfe ein und kommt

Fauſtus und dem Gottſeibeiuns iſt bloßer Schnick Hier iſt sgrünen

dann zu mir. Zwei Kämmerchen ſoll meine Chriſtine

für Euch parat halten. Gott befohlen! Er ging eine kurze Strecke und wandte ſich noch einmal.Was. ich doch ſagen wollte? Ja, ja, mir iſt's lieber, wenn das Herz von vornherein ein bischen dabei iſt. Weißt Ihr d'rum was? Nennt mich kurzweg Onkel Anſelmus, hi, hi, wollt Ihr?

Grüß' Dich Gott, guter Onkel Anſelmus! riefen da Reſi und Seppi wie aus einem Munde... Und nach wenigen Stunden ſchon durften Beide der frohen Gewißheit leben, daß ein Genius ihren Schritt geleitet. Frau Chriſtinens Sorgfalt hatte ſie in den Kämmerchen behaglich gebettet. Der kleine Raum that ihnen gut; ſie konnten die Augen ſchließen und wähnen, daheim zu ſein, denn der Tumult auf den Gaſſen hatte ihnen förmlich alles Blut in den Kopf gejagt, ſie waren ſich wie Sand⸗ körner vorgekommen, mit denen die Wogen des Lebens Fangball geſpielt.

Und die Herzen erſchloſſen ſich mehr und mehr. Onkel und Tante Brunner blinzelten ſich verſtohlen zu, wenn ſie die Nichte in der Küche und den Neffen im Keller tüchtig mit anfaſſen ſahen. Denn ſo lange die Sonne ſchien und keine Gäſte ſich blicken ließen, ſtand Thereſia Frau Chriſtinen unermüdlich zur Seite, und Seppi ging dem Meiſter Küfer mit ſolcher Luſt zur Hand, daß dieſer, ein ſonſt mürriſcher Mann, gleich einem Springinsfeld tolle Lieder pfiff und ſang.

Aber am Abend? Als Reſi zum erſtenmal vor die fremden Leute hingetreten, war's ihr doch ge⸗ weſen, als hätte bei jedem Ton, den ſie geſungen, ihre fliegende Bruſt ſpringen müſſen; und Seppi, der den Caſſirer gemacht, hatte ſich dieſes Amtes ge⸗ ſchämt und ſich für einen Bettler gehalten. Doch da hatte eine unſichtbare Stimme dem Mädchen ins Ohr geflüſtert, es möchte ſo recht von innen heraus an Die daheim denken, und da, da mit einmal waren wie durch Zauberſchlag ihr Spiel nud ihre Stimme markiger geworden. Und darauf hatte ſie den Bruder ſo feſt und ſicher angeſchaut, und da plötzlich war's auch dieſem, als rolle ein gewaltiger Muth durch ſeine Adern, und fortan blickte er beim Geldſammeln