Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
102
Einzelbild herunterladen

10²

zu ſchüren und die Sechs bei lebendigem Leibe zu verbrennen. 4

Jedoch die Vögte ſchrieen, Alles in der Welt der Türkei, und nun laßt uns gehen, oder wir machen

müſſe ſeine Ordnung haben, und d'rum käme erſt der Pranger und dann das Blutgericht und dann der Galgen; und Herr Chriſtian Felix Weiße, der in ſeinem buntgeblümten Schlafrock und mit der weißen Zipfelmütze aus dem Fenſter ſchaute, ſchrie hinunter, daß ſeine Magd noch halbtodt vor Schreck ſei und daß jetzt alle Chriſtlichkeit in der lieben Gotteswelt auFee, was doch ſchier zum Verzweifeln wäre.

Fort mit euch ins Gefängniß! donnerten die Diener der Gerechtigkeit.

Doch die Verbrecher ſtanden ſo feſt, als wären e angewachſen. Das waren große kräftige Geſtalten mit wirrem Haar, gebräunten Geſichtern und nackten Füßen; zerriſſen war ihr Wamms, das durch einen Strick gehalten wurde, und aus ihren Taſchen ſahen Meſſergriffe, Eiſen und Schwefelfäden hervor.

Wird's bald? ermahnte der Erſte der Stra⸗ ßenvögte.

Laßt Ihr uns gehen oder.. der Sechs.

Wie heißt Du?

Ich heiße Nicolo Flamelli.

Und wo biſt Du her?

Aus der Türkei.

Herr Jeſus! rief in dieſen Moment eine Stimme,Seppi, ſchau, ſchau, das iſt ja der Stein⸗ koloß, der unſerm Bürgermeiſter nit Rede ſtehen wollt! 3

Haſt Recht, der iſt es, Reſi! Als wir aus⸗ zogen, den Joſef zu empfangen, und den Rauch hinter den Erlen ſahen... weißt noch, Reſi?

Und ich ſchwör', er, er hat in Vaters Stall Feuer geworfen und das Unglück über die Stadt gebracht!

Was iſt das damit? Willſt Du das nicht dem Obervogt erzählen, liebes Kind? ſprachen Einige, die in ihrer Nähe ſtanden, zu Thereſia, und der Ober⸗

t trat hinzu und warf ſich mit ſolcher Würde in e Bruſt, als ob er auf dem Stuhl des Gerichts⸗ präſidenten ſäße.

Thereſia erzählte, wie der Bürgermeiſter Ignaz Walter dieſem Steinkoloß das Quartier verweigert habe, und wie in der Nacht darauf faſt das ganze Presnitz in Flammen aufgegangen ſei. Niemand habe natürlich in der erſten Beſtürzung daran gedacht, die Frevler zu verfolgen, aber daß dieſer darunter geweſen, das möchte ſie feſt behaupten. Seinen Namen wiſſe ſie jedoch nicht.

Hahaha! Faſelei, was die Dirne ſpricht!

.! ſchrie der Erſte

Novellen⸗Zeitung.

lachte Jos Robikozny er war es in der That auf, und ſein Gelächter klang wie ferner Donner. Was weiß ich, wo Presnitz liegt? Ich ſtamm' aus

Euch den Garaus!

Doch der weiſe Obervogt hatte derweil an ein ſchnelles Ende gedacht. Er hatte einen Boten zur Wache geſandt, und jetzt kam ein Trupp Soldaten eilends daher. Der Kampf begann. Die Sechs wehrten ſich wie die Löwen. Jos Robikozny ſtreckte mit Hülfe ſeines Meſſers drei Soldaten zu Boden, und erſt ein Schuß in ſeinen Arm vermochte ihn in die Hände der Gegner zu liefern. Wie ſo ihr Haupt⸗ mann gefangen war, ſank den Uebrigen der Muth; auch ſie ließen ſich knebeln und neben Jos ins Ge⸗ fängniß führen. Wer Zeuge dieſes Kampfes geweſen, folgte, und wer dem Zuge begegnete, ſchloß ſich ihm an.

Thereſig und Seppi waren zurückgeblieben.Schau, ſagte das Mädchen, auf das Herz die Hand legend, unſer Pfarrer daheim hat Recht,'s kommt halt alles an die Sonne. Und wir wollen die heilige Jungfrau recht ſchön bitten, daß ſie alle Verſuchung gnädig von uns abwende, und bemühen wollen wir uns recht brav zu werden; nicht wahr, Seppi, Du denkſt auch ſo?

Das möge in Erfüllung gehen, mein liebes Kind! ließ ſich in dieſem Augenblick dicht hinter Thereſig eine Stimme vernehmen, und wie ſie ſich pfeilſchnell umwandte, blickte ſie in ein gutmüthiges

Geſicht, welches eine Schneeperrücke mit Hunderten

von fein gedrehten Löckchen beſchattete, und in zwei Augen, die mit einem Gemiſch von Klugheit und Schelmerei dreinſchauten. 3

Habt Dank, Herr, rief ſie, ihre Rechte ihm entgegenſtreckend.Wir ſind fremd hier in der Stadt, und da thut ein freundliches Wort gut.

Iſt der Dein Bruder?

Mein Bruder Seppi, guter Herr, verſetzte ſie und gab Seppi, der wie verblüfft mit offenem Munde daſtand, durch einen Stoß zu verſtehen, daß er die Mütze zu lüften habe.

Ihr gefallt mir, ſprach der Andere weiter,als ich Euch da vorhin ſo von der Leber weg reden hörte, bekam ich ordentlich Reſpect vor Eurer Dreiſtigkeit.

Immer grad aus, ſo lieb' ich's. Ja, ja, Kinder,

Gott führt die Menſchen wunderbar, und ſo hat Er auch Euch juſt in dem Moment auf den Markt ge⸗ führt, als die Diebsbande... Doch ich verplaudere die koſtbare Zeit. Nur eins wollt' ich noch fragen: woher des Wegs und wohin?

Von Presnitz ſind wir gekommen und immer zu

Yohung 4 3c kan

iſe iun nirs Nich nunig in, gate dahei hart, vos Schlo Anſelmus, mich und nroſt ein, wirih imn gewiß un da drüben der Keller Tuufel au ſag ihJ Her

ja oloßen Herrn S der Ratt nur um Doch was muß wirk meine W fließen..

Ich ihte Händ Guerm Ke⸗ davon kön

Win nidte wit Perrüce auch in ſehr ſchli ſo ein H eine Wu Aber gen taaven ka