Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
93
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Prüſident will

uce beeile ich das lüeſſte Be⸗ hvorberaes worhergaſehene eellenz perſön⸗ ug und gren⸗ en ich die Ehre ſ. w. tniger war von in der Haupt⸗

zeniſtand eine ſeinen Neben⸗

ben. Pößlich

ird Dir nicht du als Schön⸗ Kannt biſt. Hand, um Sr. gkeiten zu hin⸗ eiben, an der wie ich wollte, Sie dabei, daß tet waren, daß

drängten und⸗

en zu ſchreien: eum Alles in koſtbare Zeit, 4

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brochen hatte, glinſen, mein ir einbildete, nd es werde laufen. Ich noch rieſen⸗ ilo Onufrie⸗

Muth ein,

rſuchen um rift ſo leicht

von Ertſcul rrbene Nazar 4 diſſe bſt⸗ kgagn iinen veggegeſſen

habe, einen prachtvollen Truthahn u. ſ. w. Während wir uns ſo mit der Feder und der Tinte Sr. Excellenz abplagten, hatte der Lakai alle Mühe, um nicht mit Lachen herauszu⸗ platzen.. Der Herr Präſident wird Ihnen Dank wiſſen, für Alles, was Sie in ſein Heft geſchrieben haben, ſagte er endlich..

Nicht Urſache, antworteten wir,wir haben gethan, was wir konnten; er hat unſere Handſchrift ſehen wollen, da iſt ſie. 4

Hierauf gingen wir fort, ohne uns weiter darum zu bekümmern, was ſo eben vorgefallen war. Gegen Abend klopfte ein Kanzleibote bei mir an und überreichte mir ein Papier mit den Worten:

Leſen Sie, mein Herr, und dann unterzeichnen Sie zum Beweis, daß Sie geleſen haben.

Donnerwetter! dachte ich, das ſcheint Mode zu werden, als ob nichts leichter wäre als zu leſen und zu ſchreiben. Das Papier enthielt nur die Worte:

Se. Excellenz, der Herr Staatsrath, Ritter mehrerer Orden, erſucht die neugewählten Herren Mitglieder, ſich morgen Vormittag um 10 Uhr unfehlbar bei ihm einzu⸗ finden. 4

Aha! dachte ich, er ladet uns wahrſcheinlich zu einem Frühſtück ein, und beeilte mich zu ſchreiben:.

.Ich werde nicht um eine Minute zu ſpät kommen, denn ich habe noch nie ein gutes Mahl verſchmäht.

Dieſes Frühſtück iſt mir und meinen Gefährten lange genug im Halſe ſtecken geblieben.

Am anderen Morgen hatte es noch nicht zehn Uhr geſchla⸗ gen, als wir Alle uns bei dem Präſidenten eingefunden hatten. Um uns die Zeit zu vertreiben, maßen wir das Zimmer aus, ſchauten aus dem Fenſter und trieben alle Dinge, welche man in einem Wartezimmer bis zur Ankunft der erwarteten Perſon eben zu treiben pflegt. Es ſchlug zehn Uhr, eilf Uhr, eilf und ein halb, kein Präſident. Endlich um zwölf Uhr erſchien er. Er war in Uniform, weißen Beinkleidern, den Degen an der Seite, an ſeinem Halſe hing, ich weiß nicht mehr

welche Decoration, an ſeinem Finger blitzte mit tauſend

Feuern ein Diamantring mit dem Namenszug Seiner Maje⸗ ſtät. Kaum eingetreten warf er zuerſt ſeine Blicke auf mich und wurde blaß; ohne weiter auf die Begrüßungen meiner Begleiter und auf ihreIch habe die Ehre mich Ew. Excel⸗ lenz vorzuſtellen zu achten, ſchritt er gerade auf mich zu und ſchrie zornig:

Wiſſen Sie, bei wem Sie hier ſind?

Ich ſah ihn ſteif an, denn ich wußte nicht, was ich ant⸗ worten ſollte, auch konnte ich mir ſeinen Zorn nicht erklären.

Wiſſen Sie, bei wem Sie hier ſind? wiederholte er noch einmal lauter.

Bei Ihnen, erwiderte ich.

Und wer bin ich? fragte er, indem er mich mit wüthenden Blicken durchbohrte.

Fedor Iwanowitſch, antwortete ich.

Nichts da Fedor Iwanowitſch, aber Se. Excellenz, Ihr Chef, mein Herr, Ihr Chef!

Bei dieſen Worten ſchäumte er förmlich vor Wuth.

Was hat er nur, was hat er denn in aller Welt? mur⸗

melte ich zwiſchen den Zähnen, während er noch ſtärker ſchrie:

Wiſſen Sie nun, bei wem Sie hier ſind? Bei Ew. Excellenz, ſagte ich endlich.

Aber in welchem Zuſtand zeigen Sie ſich mir? antwor⸗ Familiennamen einzeichnen ſollten.

ten Sie, ich bitte, mein Herr!

Vierte Folge.

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Mit aller Achtung, die Sie verlangen können, zerwi⸗ derte ich, aber zu mir ſagte ich:iſt dir ſchon leine ſolche Grobheit vorgekommen?

Erſcheint man ſo bei ſeinem Chef? Sehen Sie ſich nur an und ſagen Sie mir ſelbſt, erſcheint man ſo?

Ich warf einen Blick auf meine Perſon, mein ganzer Anputz ſchien mir in vollkommner Ordnung zu ſein, mein rothes Kuppel, mein Säbel waren an ihrem Platze, nicht ein Knopf, nicht ein Heftel fehlten. Ich wendete mich zu meinen Begleitern und fragte:

Vielleicht können Sie mir ſagen, was Se. Excellenz, unſer Chef, von mir will?

Mein Herr, ſchrie er, indem er noch einen Schritt gegen mich that,Sie vergeſſen ſich, Sie wiſſen nicht, ſich einem Höheren gegenüber zu benehmen, Sie beobachten nicht die herkömmlichen Formen, Sie verletzen das Reglement, ich werde Sie binnen hier und vierundzwanzig Stunden vor das Tribunal bringen.

Wenn ich es verdient habe, ſo können Sie mich, wenn Sie wollen, im Augenblick vor das Tribunal bringen, aber erlauben Sie mir nun meinerſeits, Sie zu fragen, was Sie eigentlich von mir verlangen? Indem ich dies ſagte, nahm ich eine würdevolle Miene an und und ſtrich mir den Schnurr⸗ bart. Hatte mich der Adel dazu erwählt, daß ich mich wie ein Bedienter behandeln laſſen ſollte? Außerdem ließ ich meinen Säbel auf dem Fußboden klirren. Ich geſtehe, ich war ſehr aufgebracht, aber ich hatte auch Urſache dazu. Warum hing er ſich gerade an mich wie ein Blutegel? Aber er war noch nicht fertig..

Ruhe! ſchrie er,Sie wagen zu raiſonniren, das fehlte nur noch. Betrachten Sie ſich in dem Spiegel und ſagen Sie mir, ob man ſich ſo ſeinem Chef zeigen darf?

Ich betrachtete mich in dem Spiegel und ich wiederhole, daß ich Alles in ſchönſter Ordnung an mir fand.

Nun, ſehen Sie es jetzt ſelbſt? fragte er.

Ich fehe durchaus nichts und weiß auch ganz und gar nicht, was Sie von mir verlangen.

Sie wiſſen es nicht, Sie wiſſen es nicht? Wie können Sie es wagen, mit einem Schnurrbart vor mir zu erſcheinen? Sie ſind jetzt Civilbeamter und haben als ſolcher nicht das Recht, einen Schnurrbart zu tragen. 3

Das hätten Sie mir gleich ſagen ſollen; wenn ich das Recht dazu nicht habe, ſo werde ich mich raſiren; das war kein Grund, ſo laut zu ſchreien.

Ich bitte Sie, nicht zu raiſonniren, ſondern den gege⸗ benen Befehlen nachzukommen. Raſiren Sie ſich augenblick⸗ lich, oder ich laſſe Sie verhaften. Su

Hierauf warf er einen ſtrengen Blick auf meine Came⸗ raden und ſagte:

Ich habe Sie hier verſammelt, meine Herren, um Ihnen mein höchſtes Mißfallen über den Mangel an Achtung auszudrücken, welcher in Ihrem geſtrigen unverzeihlichen Be⸗ tragen liegt..

Wollen Sie uns wohl belehren, Excellenz, nahm Piſchi⸗ Muſcha das Wort, was wir geſtern ſo Reſpectwidriges und Unverzeihliches begangen haben?

Wie, was Sie begangen haben? Sie haben die Stirn gehabt, alle Arten von Sottiſen in das Beſuchbuch zu ſchrei⸗ ben, Abhandlungen über Speckplinſen, über die Eigenſchaf⸗ ten der Tinte, ich weiß nicht mehr welche Beſchwerden, gerade wie auf einer Poſtſtation, während Sie nur einfach Ihre Ein Betragen dieſer⸗ Art iſt eine Auflehnung gegen die Autorität!