88 Novellen⸗
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Ernſt Moritz Arndt. ſeine Schriften. bei Eduard Weber.
und Bonn,
Sein Leben Von E. Langenberg.
Nation und ſomit auch zu denen des gebildeten Pu⸗ blicums zählen müſſen, ſich mit dem Lebensbilde der⸗ jenigen Männer bekannt zu machen, welche als echt patriotiſche Geiſter in ſturmbewegten Zeiten für das Wohl und Wehe unſeres Vaterlandes eine Lanze, ge⸗ brochen haben, gleichviel ob ſie für Recht und Frei⸗ heit als Männer der That oder des Wortes kämpften.
Die Zahl dieſer Tüchtigen, Braven iſt nicht gering, aber, auch wenn wir in ihrer Auswahl ſtreng ſind, doch bei weitem nicht ſo groß, um durch die Ueberfülle des biographiſchen Stoffes zu ermüden.
Mögen wir in dieſer Auswahl ſo peinlich ſein wie wir wollen, immerhin werden wir den alten Arndt in den Kreis der beſten Männer mit einſchließen müſſen. Er, der ehrwürdige Genoſſe von Stein, von Fichte, zeigt einen höchſt intereſſanten Lebenslauf und zwar intereſſant weniger durch die äußern Verhält⸗ niſſe, als durch die humaniſtiſch-politiſche Activität des nimmer müden Kämpen, der in den Tagen der Zaghaftigkeit, der Demüthigung, der innern ſtaatlichen Zerrüttung das deutſche Gemüth wieder zu einem großen Aufſchwung zu ſammeln, zu ermuthigen be⸗ ſtrebt war, und jene innerliche kriegeriſche Erhebung vorbereitete, die fertig ſein mußte, um die Hand zur Ergreifung des Schwertes willig und ſtark zu machen.
Es hat in neueſter Zeit nicht an Schriften über Arndt gefehlt, und wenn uns auch in ihnen und in den Erinnerungen anderer ſeiner Zeitgenoſſen Mate⸗ rialien genug über dieſen vielmehr wackern als geiſtig
glänzenden Vaterlandsfreund vorliegen, ſo darf doch
ein Buch willkommen genannt werden, das in etwas ausführlicherer Abgeſchloſſenheit beſonders auch auf die literariſchen Arbeiten Arndt's eingeht.
In ihnen beſtand das Weſentliche ſeiner Acti⸗ vität, denn er hat hauptſächlich die Wirkungen eines gemüthvoll patriotiſchen Publiciſten erzielt.
Nur noch ſehr wenige der jüngern jetzt lebenden Generation werden die Schriften des ſogenannten Vater Arndt geleſen haben, und es iſt ihnen dieſe Unterlaſſungsſünde zu verzeihen. Kann doch nur aus einem hiſtoriſchen Verſtändniß jener nun faſt ſechszig Jahre, alſo beinahe zwei Menſchenalter hinter uns liegenden Epoche eine literariſche Thätigkeit, Richtung und Tendenz verſtanden werden, die ganz und gar aus der Weltphyſiognomie, aus den Kämpfen und
Verwirrungen eben jener Epoche hervorging.
maligen zeitgeſchichtlichen Charakters bei.
Zeitung.
Auf der andern Seite aber trägt auch das Erkennenlernen dieſer literariſchen Thätigkeit zum Begreifen des da⸗ Ja, es liegt darin ſogar ein unerläßlicher Schlüſſel zu dieſen
Eröffnungen. Unbedingt werden Sie es zu den Pflichten der fſnung
Blickt man nun in dieſes Spiegelbild der Ver⸗ gangenheit, wie es in den Aufſätzen von Arndt vor uns ausgebreitet liegt, näher hinein, ſo darf man ſich nicht wundern, daß einen anfangs ein Gefühl der Befremdung ergreift; man glaubt in überwiegender Menge Anſchauungen und Urtheilen zu begegnen, die gänzlich übertrieben und veraltet ſind; ja noch mehr als das, ſie ſcheinen ſo weit über das richtige Maß der Wahrheit hinüberzugreifen, daß man ſich von ihnen nicht denken kann, wie ſie jemals zutreffend geweſen ſeien.
Und dennoch waren ſie es. In dieſem Factum eben liegt für uns ein großer culturgeſchichtlicher
Werth, denn wie ſehr wir uns auch in kosmopoliti—
ſcher Friedfertigkeit mit den Eigenſchaften des franzö⸗ ſiſchen Charakters, als denen eines eroberungsſüchtigen Volkes und ſtolzen Nachbars, abgefunden haben, ſo läßt ſich doch nicht leugnen, daß jene Eigenſchaften vor einem halben Jahrhundert ſich in ihrem naivſten Egoismus gefahrdrohend offenbarten.
Der franzöſiſche Uebermuth kannte in Wahrheit keine Grenzen und der Zeitgeiſt hatte allerdings noch inſofern ein mittelalterliches Ingrediens in ſich, als er von dem Princip influirt wurde, es ſei Heil dabei zu gewinnen, wenn eine civiliſirte Nation die andere unterjoche.
Wenn wir es lebhaft empfinden wollen, in wie weit in dieſer Beziehung die europäiſche Civiliſation Fortſchritte gemacht hat, ſo brauchen wir uns nur mit dem Inhalt einer der bekannteſten literariſchen Arbeit Arndt's, ⸗Geiſt der Zeits, bekannt zu machen. Es iſt intereſſant zu ſehen, welch' merkwürdiges Bild Arndt von den damaligen deutſchen Zuſtänden, von der vaterländiſchen Schwäche, von den Tendenzen des franzöſiſchen Kaiſerreichs, ja namentlich von Napoleon ſelbſt entwirft. Die Acten über dieſen Mann, wie überhaupt über den franzöſiſchen Krieg, ſind ſo ziemlich als geſchloſſen zu betrachten, und gerade deswegen hat Jedermann einen leichten Zugang zu der Beur⸗ theilung, welche Arndt über ſeine Gegenwart ausſprach.
Es wird die vielen Freunde der Geſchichte feſſeln, wenn wir auf den pamphletartigen Charakter des Arndt'ſchen Panegyrikus näher eingehen.
Der Zweck Arndt's iſt: in dem Geiſt der Zeit⸗ den Zeitgenoſſen einen Spiegel aufzuſtellen, und in ſeinem Panorama einige bedeutende Bilder der Zeit
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