Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
86
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Bleibe noch. den Seſſel. Zeitung Reues?

Viel iſt's nicht.

Und ſie wies gebieteriſch auf

Der Hof wird nach Lützen⸗

Novellen⸗Zeitung.

Die Geſellſchaft iſt Dir zu vornehm? Das willſt

Was bringt die Haude und Spener'ſche Du ſagen? Mein Sohn, wer Geld hat, hat auch Ehre

und Freunde! Beobachte den Fürſten Romanow, ich liebe ihn, denn er iſt mein Schuldner. Vielleicht

burg überſiedeln, im Wildgarten wird morgen Corſo hörſt Du auch über eine Gräfin Stephanie Wedel,

und Abends Feuerwerk ſtattfinden.

Iſt etwa hoher Beſuch eingetroffen? V

Der Landgraf von Heſſen wird erwartet.

Ei, der wird etwas Tüchtiges draufgehen laſſen! Der Verkauf ſeiner beſten Landeskinder an England für den amerikaniſchen Krieg hat ihm eine Million eingebracht... Alſo Corſo und Feuerwerk? Nun, das wird wieder ein nettes Sümmchen koſten!

Aber dann ſoll Ruhe eintreten; deßhalb geht ja der Hof nach Lützenburg.

So ſpricht der Zeitungsſchreiber, doch an den kehre ich mich nicht. Ich weiß das beſſer. Stets hat im Lützenburger Schloſſe die Luſt oben geſchwom⸗ men. Zum Exempel, was gab's da alles, als Sophie Charlotte mit ihrem Freund Leibnitz dort reſidirte! Franzöſiſche Komödie, italieniſche Oper, Redouten, Mummereien... und was das koſtete, danach ward im ganzen Leben nicht gefragt! Und diesmal wird's keinen Deut anders kommen. O, dem heſſiſchen Land⸗ grafen muß ja große Ehre angethan werden! Ach, die armen Fürſten und Grafen und Marquis, die mit ihren Frauen zum Hintergrund dienen und dafür viel Geld fliegen laſſen müſſen! Ja, ich weiß, wie das kommt. Nachher pochen ſie bei Sabine Erhard an, und die muß dann ihre Hand aufthun und die ſchmalen Beutel wieder füllen.

Wobei Sie Ihren Vortheil haben?! fiel Renatus nicht wenig unbedachtſam ein.

Sabinens Augen funkelten, allein ſie ſtellte ſich, als habe ſie des Sohnes Bemerkung überhört, und fuhr mit anſcheinender Ruhe fort:Mir kommt ſchließ⸗ lich zu viel auf den Leib gerückt, und wenn ich einmal mit dem König rede, werde ich meinen Mund ſchon aufthun und ſprechen, wie es meine Schuldigkeit iſt.

Frau Mutter, fragte Renatus erſtaunt,Sie mit dem König reden?

Weßhalb nicht? Und ſie erhob ſich vom Sofa und durchmaß, die Arme über die Bruſt kreuzend, das Gemach.Wer Geld hat, hat Macht! Verſtehſt Du das, mein Sohn?... Doch nein, ſetzte ſie raſch mit einem mitleidigen Ausdruck hinzu,leider begreifſt Du das bis heute noch nicht... O, wär' ich doch ein Mann! Und wie ſie das rief, ſetzte ſie den kleinen Fuß heftig auf den Teppich nieder.Aber genug. Auf dem Kloſterthurm ſchlug es eben acht. Mache Toilette und gehe ins Caſino.

Er ſchien zu zaudern.

kurz hatte Sabine ihm erwidert,

die ihren Kammerdiener ſandte, natürlich um zu borgen. Obo, die Thörin! Wer Sabinens Ducaten will, muß ſelber zu ihr kommen und ſich nicht vor ihrer bürgerlichen Atmoſphäre fürchten.

Ich könnte auch morgen das Caſino beſuchen, denn der Hofmuſikus Willert erwartet mich zu einem Duoſpiel.

Nein! Der echte Kaufmann denkt nie: iſt auch ein Tag... Gehe!

Er wünſchte eine gute Nacht und ging.

Ja, ſo war's geweſen: Monſieur Louche war mit: einer Schrift der Gräfin bei Frau Sabine Erhard erſchienen, um dreihundert Ducaten zu erbitten, allein daß ſeine Herrin ſelber kommen müſſe. Indeß dagegen ſträubte ſich Stephanie's ganzer Stolz. Louche mußte darauf noch einmal ſein Heil bei den Juden verſuchen, aber ohne Pfand wollte Keiner der Kinder Iſraels einen Pfennig hergeben.Wei geſchrien, riefen ſie aus,Gott unſer Väter, was wir uns kaufen für die Gräfin?

Morgen

Diamanten und Papierchen ſind uns lieber!

So verfloſſen Stephanien zwei Wochen in Sorge. Ihre Baarſchaft ſchmolz mehr und mehr. Und welche Summe war noch erforderlich bis zu ihrer Trauung mit Romanow!

Dieſer ſpielte derweil den verliebten Schäfer forl. Er ſandte die ſeltenſten Blumen, er ſtellte ſich täglich

mindeſtens zweimal ein, ſich nach dem Befinden ſeiner

«Angebeteten« zu erkundigen, er veranſtaltete im Hauſe der Braut glänzende Fyſte, der ⸗Herrlichſten⸗ zu Ehren. Aber trotz der goldenen Zukunft zuckte zuweilen über ſein Antlitz ein Schatten, der dem ſcharfen Auge Stephanie's nicht entging; doch wenn ſie ihn dann theilnehmend fragte, welch ein Kummer ſeine Seele belaſte, dann mit einemmal war ſein ganzes Geſicht wieder ein Sonnenſchein und er ſagte:Zuweilen will's mich dünken, als ob dieſes Glück, Sie die meine zu nennen, nicht lange währen könnte. O, habe ich dieſe Ihre Hand auch verdient? Das iſt meine ſtete u und ein ganz leiſes Wölkchen ſchwimmt ja auch am reinſten Himmel... und mit ſolch' einem Wölkchen vergleiche ich meine ſeligſte Trauer!

Aber wenn er dann von ihr ging, lächelte er wohl ſelbſt über ſeinen confuſen Wortſchwall, der ſie zu entzücken ſchien. Und dann geſtand er ſich, daß er noch eifriger an ſich arbeiten müſſe, um nie wieder natürlich nur bis zur Hochzeit aus der Rolle

Alſo zittender! was ihn z aufſeufzen terkeit.

Von Gang.

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