Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
83
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Stephanie' auf Reiſen und Süden r Trauung 4 vorlegen. dennipruche? dann werde etreten, die fin auf den enertungen Frau Sabine ten Schuldner unſere Ver⸗ ich werde es herlic froh .. Horch! in Stehely's eiſer Henker, elegt. Alſo der Braut⸗ eerde wirklich «, um mich e nicht, Ro⸗

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s ob es im den Klopfer Diener, den te ihm mit u entgegen. Eine Lampe pebend, goß nach. Der

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lende Lager auf, aber ihm träumte nicht, wie er zur Braut geſprochen, von ihrem Herzen, ſondern von ihren Gütern, Werthpapieren und Juwelen.....

Gräfin Stephanie war noch immer wach. In Träumen verſunken, weilte ſie in nachläſſiger Haltung vor dem Toilettenſpiegel, den eine Spitzengarnitur geſchmackvoll von der getäfelten Wand abhob. Lucie hatte ihr Haar für die Nacht geordnet; jetzt war die Zofe entlaſſen.

Als der Fürſt gegangen, blickte ihm Stephanie lange, lange nach, als vermöchte ſie ſeine Gedanken feſtzuhalten. Lucie hüpfte mit der Frage herein, ob die Kerzen zu löſchen und das Schlafgemach zu erleuchten ſei. Die Gräfin hörte nichts.

Liebt er mich? rief es in ihr und ihr Auge ſuchte

den Spiegel, als könne ſie von dieſem die Antwort

erfahren.Gleichviel und erleichtert hob ſich ihre Bruſtnach ſechs Wochen bin ich Fürſtin Romanow! Vorbei ſind die Qualen, die mich folterten, ich ſtand am Abgrund, jetzt, o jetzt bin ich gerettet! Was litt ich noch vor wenig Tagen! Ja, ich konnte den Ge⸗ danken nicht mehr zurückdrängen, daß ich mich meiner geſammten Juwelen entäußern und ein beſcheidenes Städtchen aufſuchen müßte, aber nun haben alle Sorgen und Qualen ein Ende; gelungen iſt mir, wonach ich in Paris und London vergebens geſtrebt... endlich haben meine Netze einen reichen Fang gethan! Der Fürſt ſoll unter dem Adel Rußlands einer der Reichſten ſein, ſo ſpricht die ganze Stadt... Liebſt Du ihn, Stephanie? Pah, was Du thöricht biſt, überhaupt an Kief denken! Das mag für den Bürgerſtand ein

Zeitvertreib, ein Spielzeug ſein, aber für

en Fürſten!... Jedoch ich vergaß. Louche!

Da Monſieur Louche, der Kammerdiener, nicht mit der Schnelligkeit des Windes erſchien, ergriff die Gräfin einen kleinen ſilbernen Hammer und pochte ungeduldig dreimal gegen eine metallene Glocke, die an einem ſeidenen Fädchen neben der Thür hing.

Monſieur Louche trat ein.

Nun, Louche, was ſagt Er nun?

Empfangen gräfliche Gnaden meinen Glück⸗ wunſch... Zeit wurde es damit. Stephanie wußte nicht ſogleich, ſollte ſie dieſe freche Bemerkung auf ihr Alter und Ausſehen oder auf ihre erſchöpfte Caſſe beziehen, und ſie war nahe daran ihm ein ⸗Unver⸗ ſchämter!« entgegenzudonnern; aber indem beſann ſie ſich und ſich ſtellend, als habe ſie nichts davon ver⸗ nommen, trat ſie näher an ihn und fragte mit halber Stimme:Hat Er etwas ausgekundſchaftet?

Mit den Juden iſt das hier nichts. Die wollen

ohne Pfand keinen Groſchen herauskücken, und wenn 2

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gräfliche Gnaden die drei letzten Werthpapiere und den Schmuck wirklich nicht...

Sprech' Er leiſer und nicht ſo thöricht. Noch ſechs Wochen bis zu meiner Vermählung. Mit den Juwelen muß die Braut ſich ſchmücken, und die Pa⸗ piere.. Hat Er denn nicht anderwärts gehorcht? Sein Kopf iſt doch ſonſt ſo erfinderiſch?!

Sichtlich geſchmeichelt warf Monſieur Louche den Kopf in den Nacken und legte drei Finger an das Jabot.Ich hab' es an nichts fehlen laſſen, ver⸗ ſetzte er,gräfliche Gnaden werden zufrieden ſein. In der Spandauerſtraße wohnt Frau Sabine Erhard; ſie borgt und es ſoll ſich ein vernünftiges Wort mit ihr reden laſſen. Das habe ich ausgekundſchaftet und gern erkläre ich mich bereit...

Sehr ſchön, mein lieber Louche, ſehr ſchön das, fiel Stephanie ſchnell ein.Beſorge Er das Weitere. Die nöthige Schrift werde ich aufſetzen.

Und wie hoch wird ſich die Summe belaufen?

Nun, meinte ſie, nachſinnend das Haupt ſtützend, ich denke... zwei⸗ oder dreihundert Ducaten...

Kleinigkeit, ſagte Monſieur Louche, ein Schnipp⸗ chen ſchlagend,werd's ſo im Vorübergehen beſorgen.

Alſo morgen. Es wird ſpät ſein. Welche Stunde ſagte der Wächter an?

Dieſe Frage überhörte indeß der Kammerdiener, denn er dachte nicht daran ſich jetzt verabſchieden zu laſſen, ſeine Gedanken ſchweiften in die Zukunft, über Rußlands Grenzen hinaus.Ich ſtehe nun ſchon ſeit Jahren in den Dienſten der gnädigen Gräfin, begann er wieder,und habe ſtets treu und gewiſſen⸗ haft

Was ich ſehr zu ſchätzen weiß, mein lieber Louche. Er iſt ja auch mein Vertrauter und ich freue mich wirklich, jetzt vergelten zu können. Er wird in Rußland Aufſeher oder, beſſer geſagt, Inſpicient eines der fürſtlichen Güter werden, und wenn Er Lucie zur Frau wünſcht, ſo....

Bedaure, fiel Monſieur Louche ein,das Mädchen iſt brav, aber arm. Und ich muß doch meine Stellung im Auge behalten und danach meine Wahl treffen.

Nun, wie Er will, verſetzte ſie mit ungeduldiger Miene,reden wir am Tage weiter darüber. Den Schein für die Krämerin, die... die... Erhard, werde ich ausſtellen. Geh' Er jetzt, mein beſter Louche, und ſende Er mir Lucie.

Der Kammerdiener ging und murmelte:Drei⸗ hundert Ducaten... davon fallen ſo vierzig bis ſechszig in meinen Beutel. Wenig zwar, aber es

kommt doch Eins zum Andern.