76
wurden, ſich aber doch für beide Länder als vortheilhaft her⸗ ausſtellten, da ſie den Frieden herſtellten.
In der Zwiſchenzeit ereignete ſich aber im Leben Leopold's und in der innern Geſchichte Belgiens manches Wichtige. Am 9. Auguſt 1832 vermählte ſich der König Leopold mit der Prinzeſſin Louiſe von Orleans, einer Tochter Ludwig Philipp's, was von den Belgiern als ein Act tief berechneter Politik betrachtet wurde. Die Ehe war aber gleichzeitig auch eine ſehr glückliche, aus welcher drei Kinder hervorgingen. Die Königin war von dem belgiſchen Volke nicht weniger geliebt und geehrt als der König, und als ſie am 11. October 1850 ihrer Familie und dem Lande viel zu früh entriſſen wurde, theilte das ganze Volk den Schmerz des Königs und der königlichen Familie über dieſen erlittenen Verluſt.
Während jener ſchwierigen Unterhandlungen mit Hol⸗ land beſchäftigte ſich der König, der von ſeiner Regierung gut unterſtützt wurde, im Innern ſehr thätig mit der Entwicke⸗ lung der in der Conſtitution aufgeſtellten Grundſätze, und die Kammern nahmen nach und nach das Wahlgeſetz, das Communal⸗ und Provinzialgeſetz, das Geſetz über den höhern Unterricht ꝛc., an; man reorganiſirte die Jury, und als ganz beſonders wichtig iſt zu bemerken, daß Belgien auf dem euro⸗ päiſchen Continente die Initiative einer der größten ſtaatswirth⸗ ſchaftlichen Reformen dieſes Jahrhunderts ergriff und daß der König den Ruhm hatte, 1834 das Geſetz zu unterzeichnen, das den Bau eines Eiſenbahnnetzes auf Staatskoſten in Bel⸗ gien decretirte.
So wie in dieſem Falle ermuthigte die hohe Einſicht des Königs alle nützlichen Reformen, und ſicher hat Niemand beſſer als er die Nothwendigkeit des ſocialen Fortſchritts und die Beſtrebungen für die Zukunft erkannt.
Am meiſten entfaltete der König Leopold gegenüber dem Parteikampfe der Liberalen und Clericalen, der nirgends heftiger als in Belgien geführt wird, ſeine hohe Regenten⸗ weisheit, die er dadurch bewies, daß er ſeine Stellung als Monarch richtig erkannte, die ihm gebot, ſeine Perſon außerhalb des Parteikampfes und über den Parteien zu halten, wodurch er ſich die Liebe des ganzen Volkes ſicherte und für ſein ganzes Leben bewahrte. Nur in dieſer Art wurde es ihm möglich, den auf die Conſtitution des Landes geleiſteten Eid gewiſſenhaft halten zu können.
Bekanntlich ſahen die populärſten Monarchen des conſti⸗ tutionellen Europa die Vorbereitungen für den liberalen Congreß in Brüſſel im Jahr 1846 mit großer Beſorgniß. Sie befürchteten, es möchten dadurch Stürme in's Leben gerufen werden, und Louis Philipp richtete bei dieſer Gelegen⸗ heit auch einen ſehr beſorgten Brief an ſeinen Schwiegerſohn. Der König Leopold erblickte aber in der Verſammlung des Congreſſes nur eine Manifeſtation der conſtitutionellen Frei⸗ heit und hütete ſich wohl hindernd einzuſchreiten. Erſt einige Jahre ſpäter erfuhr man in Belgien die Befürchtungen, welche jener Congreß erzeugt hatte.
Als 2 Jahr ſpäter in Frankreich die Februarrevolution ausbrach, welche den König Ludwig Philipp ins Exil jagte, ſchien auch der Thron Leopold's einen Augenblick zu wanken. Auch bei dieſer Gelegenheit verſtand der König die Kunſt, die Lage zu beherrſchen. Er erklärte in einem Miniſterrath, er habe die Krone nur angenommen, um das Glück ſeines Adoptivlandes zu machen, und er ſei ſofort bereit, ſie nieder⸗ zulegen, wenn er das Vertrauen des Landes nicht mehr beſitze. Als das Land von dieſem Anerbieten des Königs Kunde
erhielt, ertönte ein Ruf der Liebe von einem Ende des König⸗
reichs bis aͤn das andere, So wurde das Jahr 1848 für
Rovellen⸗
Zeitung.
(den König Leopold eine neue Wahl, die aber nicht von den Delegirten der Nation, ſondern direct von der ganzen Nation ſelbſt vollzogen wurde. Von dieſem Tage an war die Revo⸗ lution beſiegt und Leopold hatte den Ruhm, dex Welt den Beweis zu liefern, daß es keine feſtere Regierung giebt, als die eines Volkes, das durch die Liebe und Achtung der conſti⸗ tutionellen Freiheiten eng mit ſeinem König verbunden iſt.
Am glänzendſten zeigte es ſich, welcher großen Liebe der König Leopold ſich von ſeinem Volke erfreute, am 21. Juli 1856 bei der Feier des fünfundzwanzigſten Jahrestags ſeiner Thronbeſteigung. Die Kammern, die Regierung und das ganze Land beſchloſſen einſtimmig, dieſen merkwürdigen Tag in einer würdigen Art zu feiern und dem Könige, welcher 25 Jahr ſeines Lebens dem Wohle Belgiens gewidmet und in dieſer Zeit keines ſeiner Verſprechen und ebenſowenig den auf die Conſtitution geleiſteten Schwur verletzt hatte, zu zeigen, wie das belgiſche Volk es erkenne und fühle, was es dieſem Könige, der als ein Muſter unter den Regenten daſtand, verdanke. So allgemein aber auch der Jubel und ſo groß⸗ artig die bei dieſer Gelegenheit in Brüſſel gefeierten Feſte waren, ſo blieb für den König ſicher die Huldigung, die ihm bei dieſer Gelegenheit von den noch überlebenden 65 Mit⸗ gliedern des Nationalcongreſſes dargebracht wurde, am ergrei⸗ fendſten. Dieſelben empfingen den König bei ſeinem Einzuge zu Pferde, der von Laeken aus erfolgte, und der frühere Präſident des Nationalcongreſſes, Baron von Gerlache, hielt bei dieſer Gelegenheit die folgende Anrede an den König: „Sire, Vor 25 Jahren empfing der Congreß an derſelben Stelle und an dem nämlichen Tage im Namen der Nation den Schwur Ew. Majeſtät, die Conſtitution und die Geſetze des belgiſchen Volkes zu beobachten und die nationale Unab⸗ hängigkeit aufrecht zu halten. Dieſelben Männer, welche
heute, um in Angeſicht des Himmels zu betheuern, daß Ew. Majeſtät alle Ihre Verſprechen erfüllt und alle unſre Hoff⸗ nungen übertroffen haben. Und, Sire, die ganze Nation betheuert es mit uns. Sie bezeugt, daß ihr König während dieſer ganzen Regierung von 25 Jahren nicht ein einziges
ten einen Eingriff erlaubt, nicht einem einzigen unſrer Mit⸗ bürger eine berechtigte Urſache zur Klage gegeben hat. Hier verſchwinden alle Meinungsverſchiedenheiten; hier ſind wir alle einig; wir haben alle nur ein Herz, um unſern König und unſer Vaterland mit einer gemeinſchaftlichen Liebe zu umfaſſen...“
Ein ſchöneres Lob für einen König läßt ſich wohl nicht leicht denken. Das Ausland ſtimmte demſelben vollkommen bei, und da der König ſich der Achtung aller Völker und des Vertrauens aller gekrönten Häupter erfreute, ſo erholten ſich die Letztern allgemein Raths bei ihm und eines Tages wird man erfahren, wie viel Gefahren und Stürme durch ſeine weiſen Rathſchläge der Welt erſpart worden ſind. Welch eine hohe Meinung man allgemein von ſeiner Weisheit und Geſchicklichkeit hatte, zeigte ſich recht deutlich darin, daß ver⸗ wickelte Fragen von den Regierungen ſeinem Schiedsrichter⸗ ſpruch unterbreitet wurden.
Die Verehrung, welche das belgiſche Volk ſeinem Könige widmete, zeigte ſich von neuem bei den Septemberfeſten im Jahr 1859 bei der Einweihung der dem Nationalcongreß gewidmeten Säule, auf welcher ſich eine Statue Leopold's I. befindet, bei welcher Gelegenheit der Präſident der Deputir⸗ tenkammer Orts in einer Rede erklärte, daß der König und
das Volk ihren der Conſtitution geleiſteten Eidſchwur gewiſſen⸗
damals Zeugen dieſer feierlichen Verpflichtung waren, kommen
ihrer Geſetze verletzt, ſich nicht in eine einzige ihrer Freihei
’
R ſerung, 6 n, der. Vlien zu e achte. dem Könige gujen Gnihu beweinen und cen afüll, unde die Fre bewieſen hat ſotiſchen C ein Volt bes Andenten fi
Das bildete inter es Madame ſpaniſchen
Wagen un
ir unſern
auf dieſer! Waſſer der Canäͤle dur Marſchlang und Waſſe gebungen Zuges, du hellfarbige Spanier, Sätteln, n werk, ihre ausgeſchla Ryreßten Mangas! Dlaren vo Dowilo und Rt ſich noch an. A ankamen für den officier traten und ein


