Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
74
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74. Novellen

gebrüll der Löwen, und das Angſtgeſchrei der Jäger brachte mich raſch wieder auf die Füße. Ich trug einen kurzen Revolver im Gürtel, eine nutzloſe Waffe für einen ſo ernſten Kampf, die mir aber doch einige Zuverſicht gab. Ich kletterte mit ſchwer verletztem Fuße nach dem Hohlwege, wo das entſetzliche Krei⸗ ſchen kein Ende nehmen wollte; ich kam zu ſpät, um helfen zu können, und ſah nur den Schluß der blu⸗ tigen, durch Hamed's Unvorſichtigkeit herbeigeführten Scene.

Der Löwe hatte ſich auf einen der vorderſten Reiter geworfen und deſſen Pferd niedergeriſſen. Der

Mann lag unter dieſem, noch lebend und um Hülfe

flehend, aber gräßlich verſtümmelt. Seine Cameraden waren durch ihre Pferde in Anſpruch genommen, oder ſie fürchteten den Löwen durch ihre Kugeln zu einem neuen Sprunge zu reizen. Sie hatten ſich zerſtreut, und nur ihr Führer war auf dem Kampfplatze ge⸗

blieben und ſchien dem gewaltigen Raubthiere die

Beute ſtreitig machen zu wollen. Er hatte die Büchſe weggeworfen und zur Lanze gegriffen und trieb, die Augen feſt auf den Löwen gerichtet, langſam ſein Pferd an. Der Rappe war jetzt vollſtändig dem Willen des Reiters unterworfen und blieb im Schritt; der leiſeſte Schenkeldruck genügte, das gehorſame Thier vorwärts zu treiben, und nur das raſchere Schlagen ſeiner Flanken und ein leichtes Biegen der Sprunggelenke verrie⸗ then, daß es die Gefahr erkannte, der es ſo muthig entgegentrat.

Der Löwe hatte ſich halb aufgerichtet und ver⸗ folgte die Bewegung der Lanze. Drei ſeiner mächtigen Tatzen waren, zum Sprunge bereit, gegen den Boden geſtemmt, die vierte hielt noch immer den zuckenden

Zeitung.

Leib des Pferdes. Jetzt wirbelte die Lanze durch die Luft, mit dröhnendem Gebrüll ſchnellte das wüthende Thier in die Höhe, und Löwe, Reiter und Roßwälzten ſich am Boden. Ein Angſtgeſchrei erſcholl aus allen Kehlen, ſelbſt die Zaghafteſten eilten herbei, den ge⸗ liebten Führer zu retten. Zwanzig Gewehre ſuchten den Körper des Löwen zu faſſen, aber ehe Jemand abzudrücken wagte, ſprang Hamed nnverletzt zur Seite. Die Lanze hatte dem Löwen die Kehle durch⸗ bohrt, röchelnd lag er auf dem Rappen, und noch im Todeskampf zerfetzte er die Weichen des treuen Pferdes.

Der Araber ſtarb, während wir ihn aufzuheben ſuchten; ſein Körper war ſo entſtellt, daß wir Be⸗ denken trugen ihn mitzunehmen. Wir begruben ihn an der Stelle, wo er gefallen war, und wälzten Steine auf das Grab, um die Leiche vor der Entweihung. durch Schakals und Hyänen zu bewahren. Die Löwin war verſchwunden. Sie hatte ſtark geblutet, und an der Spur ſahen wir, daß ihr meine Kugel die Tatze zerſchmettert hatte. Wenn wir Hunde gehabt hätten, würden wir ſie verfolgt haben; ſo wagten wir nicht, ſie in den Schluchten aufzuſuchen, wo wir leicht einem zweiten Angriffe ausgeſetzt werden konnten.

den ich ihm von Herzen gönnte. Das ganze Lager um die Feierlichkeit des Empfanges zu erhöhen, ſo beſorgten die Neger das Händeklatſchen. Hamed erhielt

die Erlaubniß, die Löwenhaut als Satteldecke zu be⸗

nutzen, ein Vorrecht, das gewöhnlich nur den Häupt⸗ lingen zugeſtanden wird.

Jeuilleton

König Leopold I. von Belgien. (Schluß.)

Meine Herren. Der feierliche Act, welcher ſoeben vollzogen worden iſt, vollendet das von dem Patriotismus der Nation und ſeiner

Die Inauguration der Thronbeſteigung des Königs Vertreter begonnene ſociale Gebäude. Der Staat iſt in

fand am 21. Juli durch den feierlichen Schwur desſelben, die von dem Nationalcongreß dem Lande gegebene Conſtitu⸗ tion und die Geſetze des Landes treu zu beobachten und die nationale Unabhängigkeit aufrecht zu halten, unter großen Feierlichkeiten und dem Jubel des ganzen Landes ſtatt, denn

den von der Conſtitution ſelbſt vorgeſchriebenen Formen con⸗ ſtituirt. Dieſe Conſtitution geht gänzlich von Ihnen aus, und dieſer Umſtand, welcher der Lage zuzuſchreiben iſt, worin das Land ſich befunden hat, ſcheint mir ein glücklicher. Er hat Colliſionen beſeitigt, die ſich zwiſchen den verſchiedenen

Jedermann begriff, daß die Kette der Traditionen des Landes Gewalten erheben und der Eintracht, die zwiſchen denſelben wieder angeknüpft ſei und daß das alte demokratiſche und herrſchen muß, ſchaden konnten.

communale Belgien in dem Prinzen Leopold einen ſeiner

würdigen König gefunden habe. Das begriff man noch

Die Schnelligkeit, mit welcher ich mich auf den belgi⸗ ſchen Boden begeben habe, hat Sie überzeugen müſſen, daß

beſſer, als der neue König auf dem Throne, den er zum um in Ihrer Mitte zu erſcheinen, meinen Worten treu, nur erſten Mal beſtiegen, das Wort ergriff und folgende Rede abgewartet habe, von Ihnen ſelbſt die Hinderniſſe beſeitigt

hielt:

zu ſehen, die ſich meiner Thronbeſteigung entgegen ſtellten.

war ihm entgegengezogen, und da die Weiber fehlten,

Bei unſerer Rückkehr feierte Hamed einen Triumph,

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