Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
71
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2 lang, und

dheiß,

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Aichtz. Ns weiß

Walte aus⸗ Neſe viſe eizen zog, in Reſidenſadt b, das in der

uſammen und

zen erhellten den Wänden der erſcheinen ſlnen,Narguis lerſtinnen, und fer ⸗Hert von⸗ nelche Pracht (oder rothem die Friſuren ſtreut und mit an bedeckt, auf in Forn von cren; und der lichſten blauen den xoſarothen die Herren in öpfen und ge⸗ Haupt, daran

dwar didenem

das in Zipfeln auf der Bruſt dſo ehrwürdig upagner ſteigt Lippen, und dummen Ge⸗

uf ſammtenen und Palmen⸗ hieß Gräfin t Romanow. nander, aber ner eins voll a Nachdenken

dien beſtindiß riſſenne Stint zatten. Vol rickgenippt.

Was lag alles in dem wirren Blick dieſes Mannes? Wer vermochte die Schrift zu entziffern, die eines Teufels Hand auf dieſe Stirn, dieſe hohlen Wangen geſchrieben? Und Gräfin Stephanie? Sie ſah zur Decke empor, ihr ſchwarzes Auge ſprühte Leidenſchaft, Triumph, und wie ſie nun den Schleier, der ihr rabenſchwarzes Haar verhüllte, zurückſtrich, da entrang ſich ihrer wenig verhüllten Büſte ein Ton, der wie Erlöſung, wie der erſte Lerchenjubel nach langem, langem Winter klang.

Wer

Ihren Gäſten war es genug, daß die Wurzeln des Stammbaums Derer von Wedel bis in die Kreuzzüge reichten; mehr brauchte man nicht, um Gräfin Stephanie als ebenbürtig anzuerkennen.

baum..

lebe die Gegenwart, vive la joie! Erſt vor wenig

Monaten

ſie vorher in Englands Hauptſtadt gelebt, und war nach Berlin gekommen. Courierpferden vorangereiſt, und als Stephanie ein⸗

getroffen,

in der Behrenſtraße, ſowie eine prächtige Equipage

mit zwei

Kaufmannſchaft war die gnädige Gräfin indeß nicht gut zu ſprechen. 4 Fuß in die Wohnung geſetzt, da war auch ſchon der handelnde Plebs mit den Rechnungen erſchienen. wie ordinär! Mit verlegenem Auge hatte ſie in die wenig inhaltreiche Schatulle geblickt, aber ſchnell hatte der Kammerdiener, indem er den Reſt des Geldes und ein Halsgeſchmeide an ſich genommen, Rath ge⸗ Das Geſchmeide war verkauft und die Peiniger bezeher worden. ſtellung bei des Königs Majeſtät, Hoffeſte, Redouten... aus einem Taumel in den andern und doch Sorgen über Sorgen!.

Hoch lebe Braut und Bräutigam! Geigen, Pauken und Trompeten locken zum Tanz, und da fährt Queck⸗ ſilber in die Füßchen, da wiegen ſich die ſchlanken

wußt.

Taillen. Geſpenſt

lächelt auch er und erhebt ſich. Gnädigſte Comteſſe, meine theure Braut...

ich bitte

Fingerſpitze und führt ſie zu den Paaren, die ſich zur Menuet ordnen. Und ein Tanz folgte dem andern. Dazwiſchen ſchlürft

Vierte

wußte um die Vergangenheit der Gräfin?

Unfehlbar der Stamm⸗ keinen Heller für die Vergangenheit; es

hatte Stephanie Paris verlaſſen, nachdem Ihr Kammerdiener war mit hatte ſie bereits die eingerichtete Wohnung Auf die Berliner

Iſabellen vorgefunden.

Denn kaum hatte ſie den zierlichen

Dann Beſuche, Geſellſchaften, Vor⸗

Holge. 71

wünſche, dann wirft der Portier verächtliche Blicke auf das winzige Trinkgeld in ſeiner Hand, und dann rollt man davon, um die Verlobten bis auf die Schuh⸗ ſchnallen zu bekritteln.

(Fortſetzung folgt.)

Der Soldat.

Nach dem Böhmiſchen des Michael Silorad Patrcka von Alfred Waldau.

Auf Hügels Höh' im dunklen Hag Steht einſam die Kapelle; Schön⸗Aennchen an der Schwelle

Viel trauert wohl ſeit Jahr und Tag: Das falſche Wort, das einſt ſie ſprach, Rief in der Bruſt die Reue wach!

Sie wandelt' oft am Waldespfad

Im Lenze mit dem Treuen:

Der mußt' es bald bereuen,

Denn ſeine Liebe lohnt' Verrath

Ein Fremder ſchlich durch Buſch und Strauch, Süß Liebchen küßt' den Andern auch!

Ein Fluch dann weinte leis der Knab' Und holt' das liebe Schwert ſich

Und ſchwang auf's ſchwarze Pferd ſich

Und zog dahin im ſtillen Trab:

Am Schlachtfeld, wenn das ſtürmt ſo toll, Vergißt den Schmerz er, ſtillt den Groll!

Schön⸗Aennchen zeigt' am Fenſter ſich: Der Rappe wiehert' heiter,

Hoch ſchwenkt' ſein Tuch der Reiter Schön⸗Aennchen weinte bitterlich;

Er aber jauchzte:Wein' nur zu,

Der Fürſt zuckt zuſammen, als habe er ein geſehen, aber die Gräͤfin lächelt, und da

um dieſen Tanz. Und er reicht ihr die

man Sorbet, ſagt einander Schmeichelein, flüſtert equi⸗

voque Reden ſich zu, wie das zum Ton gehört, und ruft

erſt nach

der Hedwigskirche die zweite Stunde nach Mitternacht

gemeldet.

0

Pelzen und Karoſſen, nachdem die Uhr auf

Dann noch einmal die«herglichſten⸗ Glück⸗

Der Buhle bringt ſchon Troſt und Ruh'!

Schön⸗Aennchen wandelt ganz allein, Schön⸗Aennchen geht im Walde Zum Kirchlein auf der Halde Wie ſoll ſie nicht ſo traurig ſein? Der Holde, der um ſie gefreit,

Er ſchied erzürnt, er weilt ſo weit!

Hei, ſehet, wie ſo ſtolz und kühn

Sein ſchwarzes Streitroß gehet;

Ein kühler Oſtwind wehet,

Es wallt des Federbuſches Grün Mit Gott, er zieht in's Feld hinaus Nach harter Fehd' und blut'gem Strauß!