Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
67
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rild und an as hilft nichs. irzig das Geld ſei, nag dit iſt vas gelenn 3 Walter heihe,

Keſt's Augen, Ich werd's c ſchützen.

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Vierte

Lange blieb es ſtill zwiſchen Beiden.

Alter, nahm ſie wieder das Wort,' freut mich doch inniglich, daß unſer Pfarrer ſo einverſtanden damit iſt. Er muß doch gewaltig gut über die Reſi denken, denn eine Hölle ſoll ſolch' eine Meſſe ſein und...*

Möglich, unterbrach er ſie,aber weder Du noch ich können uns den rechten Begriff von einer Leipziger Meſſe machen... Willſt Du glauben, Alte, daß ſich vor mehr als zweihundert Jahren ſogar der Papſt zu Rom darum bekümmert hat?

Nein, rief ſie, mit beiden Händen wehrend, das glaub' ich Dir nicht... Wo haſt Du das her?

Vom Pfarrer hab' ich's. Er ſchlug nämlich in

einem dicken ſtaubigen Buche nach, daß Papſt Leo im Jahr 1514 die Leipziger Meſſe beſtätigt und dabei erklärt hat, daß Jemand, der dawider zu thun ſich unterſtehen würde, wiſſen ſolle, daß er in Gottes und der heiligen Apoſtel Petri und Pauli Zorn und Un⸗ gnade verfallen werde... Ganz ſo ſteht's drin, und ich hab' es mir ſo lange vorgeſagt, bis ich's halt auswendig wußte.

Alter, rief ſie da,dann iſt was Gottesfürch tiges dabei und das beruhigt mich ſehr, ſehr!.. Aber plötzlich wieder in die wehmüthigſte Stimmung zu⸗ rückfallend, fügte ſie leiſer und mit einer Thräne an der Wimper hinzu:Was iſt das doch erſchrecklich weit bis dahin! Und die Tage laufen auch gar ſo ſchnell!

Ja, ſo war es, für unſere Freunde hatten die Tage jetzt Rieſenſchritte angenommen. Die Zeit ſauſte ihnen nur ſo vorüber, die Sonne ſchien immer größere Flur und Feld faſt verſengt hatte, ſcheu und ſich ſchämend hinter Gewitterwolken verſteckte, da war das am Abend vor Thereſia's Wanderung. Das Mädchen war hinausgeſchlüpft, um ſich aus⸗ zuweinen; ihre Brüder und Schweſtern ſtanden vor der Thür im Kreiſe und beneideten die Reſi; die Alten ſaßen vor dem Fenſter, und ſie ſeufzte und er brummte allerlei, wovon ſie jedoch nichts verſtand.

Du, ſagte er nach langer Stille und faßte ſie an die Hand,mir iſt was eingefallen.

Und das wär'?

Wir ſchicken den Seppi mit.

Herr Jeſus! Mann! Zwei Kinder auf einmal?

Zwar er iſt noch nicht gefirmelt, aber das kann nachgeholt werden, Noth lehrt halt beten. Und ich halt's für nöthig, daß der Seppi mitgeht, er ſteht ſeinen Mann und kann die Reſi ſchützen.

Aber... aber, das wird mir den Reſt geben! Zwei auf einmal!

Folge. 67

Alte, ſprach er darauf,denkſt Du nicht, daß auch für mich das ein Gedanke iſt, der mir das Un⸗ terſte nach oben wendet? Doch glaub' mir, es iſt das Beſte ſo, und iſt's für immer? Wenn nun ein Fieber in die Stadt gekommen wär' und hätt' Drei oder Vier weggenommen, was dann? He? Ja, ja, dann wär's für immer und Du müßteſt auch ſtill⸗ halten!

Sie ſchluchzte wie ein kleines Kind:Schützen kann er die Reſt... ach, wär' doch der Joſef nie ge⸗ kommen, dann blieben die Beiden bei uns!

Sprich nicht ſo, rief er nicht ohne einen An flug von Härte,Du verſündigſt Dich. Der Himmel hat uns Joſef geſchickt, hat der Pfarrer geſagt... Heda, Seppi, Seppi, komm' herein!

Er kam, und wie er des Vaters Wunſch vernahm, ſchoß ihm alles Blut in die Wangen. Jauchzend ſprang er wieder hinaus, und nun hatten die Geſchpiſter ihren Neid zu verdoppeln.

V Als es ganz dunkel geworden, meinte Entzmann, jetzt wollten ſie zum Pfarrer gehen, der ſie Alle an dieſem Abend noch um ſich zu haben wünſche, und der Bürgermeiſter und ſein Neffe würden auch dort ſein. Reſi war derweil zurückgekehrt, und wie es leuchtend über ihr Antlitz glitt, als ihr Seppi ver⸗ kündigte, daß er mit ihr wandern werde und wenn's auch bis ans Ende der Welt ginge! Sie nahm aus der Ecke die Harfe Joſef hatte ihr dieſelbe förmlich aufdringen müſſen und reichte ſie Seppi hin, der dann mit der Miene eines Beſchützers dem kleinen Zuge voranſchritt.

Währenddeß ſchlenderten Ignaz Walter und Joſef Kober den Weidenweg auf und nieder. Den Bürger⸗ meiſter fröſtelte, er wäre am liebſten ohne Umweg nach der Pfarrwohnung gegangen, allein der Neffe, der erſt bei anbrechender Dunkelheit aus dem Walde zurückgekehrt war, hatte um einen Gang ins Freie und um eine Unterredung erſucht, weil er etwas ſehr Wichtiges mitzutheilen habe. Aber nun waren ſie bereits ein paarmal auf und ab geſchritten, und noch immer war Joſef ſtumm geblieben.

Wird's Dir ſo ſauer? He? meinte Walter an einer Biegung des Weges.

Ja, Ohm, blutſauer wird es mir. nämlich von wegen...

Von wegen der Reſi, fügte der Andere hinzu. Ich konnt' es mir denken. Heraus damit!

Schau, Ohm, ich hab' die Reſt doch ſehr, ſehr lieb und...

Das kann ich mir abermals denken. Alle Pres⸗ nitzer ſind dem Prachtmädel gut.

Es iſt...