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wandelt, er bekam aber ſeine natürliche Geſtalt ſogleich wieder, als es ihm gelang, einen Frohnleichnamskranz zu erhaſchen. Dieſe letztere Sage zeigt recht deutlich das ſtarke Eingreifen des Katholicismus in die Märchenwelt. Der achtbare Verfaſſer hat natürlich mit dem Anbau ſeines neuen Gebietes nur einen Anfang ge⸗
Zeitung.
macht; es iſt zu wünſchen, daß für daſſelbe bald Ergänzungen folgen mögen, namentlich giebt es im äußerſten Norden Deutſchlands, ſowie auch im Thü⸗ ringiſchen und namentlich im Heſſiſchen(welches noch manche Spuren des germaniſchen Heidenthums erhal⸗ ten hat) ohne Zweifel viele Sagen, die in das von Perger angeſchlagene Capitel gehören dürften.
Künig Leopold I. von Belgien.
Am 10. December Mittags um 11 Uhr 45 Minuten entſchlief in dem Schloſſe zu Laeken nach einem langen To⸗ deskampfe in dem König Leopold einer der geachtetſten Mo⸗ narchen Europas, der nicht nur in der Entwicklung Belgiens, ſondern in der europäiſchen Geſammt⸗Politik eine viel zu einflußreiche Rolle geſpielt hat, als daß wir uns nicht ver⸗ pflichtet ſehen ſollten, unſern Leſern Näheres über die Schick⸗ ſale dieſes Mannes mitzutheilen, deſſen Verluſt nicht nur von Belgien, ſondern von ganz Europa ſo tief beklagt wurde.
Leopold Georg Chriſtian Friedrich war das ſechſte Kind des Herzogs Franz von Sachſen⸗Coburg⸗Saalfeld aus deſſen zweiter Ehe mit der Prinzeſſin Auguſte von Reuß⸗ Ebersdorf und wurde am 16. December 1790 geboren. Er hat demnach ein Alter von 75 Jahren weniger ſechs Tagen erreicht und ſein diesjähriger Geburtstag wurde zu ſeinem Begräbnißtage. Den Namen Leopold erhielt er von ſeinem Taufpathen, dem deutſchen Kaiſer Leopold II., deſſen Krö⸗ nung am 30. September 1790 in Frankfurt a. M. ſtattge⸗ V funden hatte. Bei der Geburt Leopold's konnte es Nieman⸗ dem nur im Traume einfallen, daß dieſer Prinz berufen ſein ſollte, dereinſt eine ſo wichtige Stellung einzunehmen und das herzogliche Haus Coburg zu einer der geachtetſten und weitverbreitetſten Fürſtenfamilien in Europa zu machen, denn ſein Vater war tief verſchuldet und nur mit Kindern reich geſegnet. Die erſte Veranlaſſung dazu, daß deſſen Umſtände ſich verbeſſerten, kam von Rußland. Die Kaiſerin Katharine II. ſchickte einen Agenten nach Deutſchland, um ſich an den dortigen Fürſtenhöfen nach einer paſſenden Gemahlin für ihren Enkel, den Großfürſt Conſtantin, umzuſehen. Dieſer Agent berührte auf ſeiner Reiſe Coburg, wohin er nicht gewie⸗ ſen war, erkrankte daſelbſt, erkannte in dem Arzte, der ihn behandelte, einen frühern Freund aus Petersburg, der ſich als reicher Mann in ſeine Vaterſtadt Coburg zurückgezogen hatte, und wurde von demſelben auf die drei heirathsfähigen. Prinzeſſinnen des herzoglichen Hauſes aufmerkſam gemacht. Kaum hergeſtellt ließ der Agent ſich bei Hofe vorſtellen, über⸗ ſandte ſeiner Kaiſerin die Portraits der drei Prinzeſſinnen, worauf eine Einladung derſelben zu einem Beſuch in Peters⸗ burg erfolgte. Die Wahl, Gemahlin des Großfürſten zu
werden, fiel auf die dritte Prinzeſſin, und die Vermählung erfolgte am 26. Februar 1796, führte aber zu keiner glückli⸗ chen Ehe und die gerichtliche Trennung derſelben fand 1820 ſtatt. Bei Gelegenheit dieſer Vermählung trug die Kaiſerin Katharine II. den Namen des Prinzen Leopold eigenhändig in die Liſten des Gardecuiraſſierregiments ein, deſſen Uniform er als ruſſiſcher General fortwährend getragen hat. So kam
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Prinz Leopold in den ruſſiſchen Kriegsdienſt, während von ſeinen ältern Brüdern der Eine öſterreichiſcher, der Andere preußiſcher Officier war. Gleich nach dem am 9. December 1806 erfolgten Tode ſeines Vaters und der Beſetzung des Herzogthums Sachſen⸗Coburg⸗Saalfeld von Seiten der fran⸗ zöſiſchen Truppen trat der Prinz Leopold wirklich in den ruſſiſchen Dienſt ein, wo er ſich bald das Wohlwollen Alexan⸗ der's I. in einem hohen Grade erwarb und ſchnell zum General avancirte, als welcher er den Kaiſer Alexander 1808 auf den von Napoleon I. einberufenen Fürſtencongreß nach Erfurt begleitete. Als der Prinz Leopold im Jahr 1810, als Bru⸗ der eines der Rheinbundsfürſten, auf Verlangen Napoleon's den ruſſiſchen Dienſt hatte verlaſſen müſſen, reiſte er nach Paris, wo er nach Napoleon's Ausſpruch für einen der ſchön⸗ ſten jungen Männer galt, und wo er unter Andern auch in ſehr enge freundſchaftliche Beziehungen zur Königin Hortenſe getreten ſein ſoll. Er kehrte dann nach Coburg zurück, unter⸗ ſtützte ſeinen Bruder in den Regierungsgeſchäften, ſchloß 1811 mit Baiern einen Vertrag über die Grenzberichtigung ab und vollendete ſeine Bildung durch Studien und Reiſen. Kaum hatte der harte Winter von 1812 das franzöſiſche Heer in den Eisfeldern Rußlands vernichtet, als Prinz Leopold nach Polen eilte und bei der ruſſiſchen Armee ſeine Stellung als Befehlshaber der Cuiraſſierbrigade wieder übernahm, um ſich an dem Kampfe gegen Napoleon zu betheiligen. Er kämpfte auf der Ebene von Lützen, zeichnete ſich in der Schlacht bei Bautzen aus, trug ſpäter in der Schlacht bei Culm weſentlich zur Niederlage des Generals Vandamme bei, nahm Theil an der Schlacht bei Leipzig und 1814 an verſchiedenen Treffen in Frankreich und zog dann als Sieger mit den Verbündeten in Paris ein. Nach dem Abſchluß des Pariſer Friedens begleitete er den Kaiſer Alexander nach London, wo er Ge⸗ legenheit fand, der Prinzeſſin Charlotte, der einzigen Tochter des damaligen Prinz⸗Regenten und ſpätern Königs Georg IV., bekannt zu werden, die ſich in den ſchönen deutſchen Prinzen ſo verliebte, daß ſie erklärte, nur ihm und nicht dem ihr beſtimmten Prinzen von Oranien ihre Hand reichen zu wollen, wozu endlich ihr Vater auch ſeine Einwilligung gab. Es war ein eigenthümliches Geſchick, daß der Prinz von Oranien 1816 die ihm beſtimmte Braut und 1831 faſt die Hälfte ſeines Königreichs an einen und denſelben Prinzen verlor. Prinz Leopold wurde 1816 durch einen Courier eingeladen, als Bräutigam der Prinzeſſin Charlotte nach England zu kommen, wo er am 27. März 1816 durch eine Parlamentsacte naturaliſirt und ihm ein Jahreseinkommen von 50,000 Pf. St. bewilligt worden war, während der
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