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Stunde... Deßhalb alſo die Bewegung unter den Kirchgängern! Nun begreife ich!“ Und mit herzge⸗ winnender Freundlichkeit nahm der alte Herr Abſchied.
Wenige Minuten darauf ſaß die Lehrerfamilie in dem ärmlichen, jedoch höchſt ſauberen Stübchen um den Tiſch. Weil der Mutter Namenstag war, gab es Speckklöße; ſonſt pflegte die Mahlzeit jahr⸗ aus jahrein aus Erbſen oder Hirſebrei zu beſtehen. Und welche Heiterkeit würzte dieſen Schmaus! Die Eltern konnten ob aller Beſchwichtigungen und Er⸗ mahnungen gar nicht zum Eſſen gelangen, und als ſich der Vater plöͤtzlich erhob und mit einem Kruge, der ſogenannten böhmiſchen Wein enthielt, zurückkehrte, da glichen die Kinder, noch ehe ſie genippt hatten, einer Schaar, vor Wonne Trunkener. Und als ſie endlich den Tiſch verließen, da zog natürlich durch jedes Köpfchen derſelbe Gedanke:„Ach, wenn doch jeder Tag ein Namenstag, wär'!“
Aus dem Mittagsſchläfchen, das ſich der Lehrer ſonſt nicht nehmen ließ, konnte heute nichts werden. Das Diner hatte zu lange gewährt, und nun riefen die Glocken wieder zur Andacht. Von allen Seiten kamen die Kirchgänger herbei, und wie Thereſia an der Seite ihres Vaters in das Gotteshaus trat, ward ſie von Alt und Jung mit Gruß und Händedruck bewillkommnet. Was konnte es Lieblicheres geben, als dieſes Mädchen! Wie es nun auf ſeinem Platze, unter dem Mutter⸗ gottesbilde, ſtand, ſchien es da nicht, als ſei es ſelber eine aus dem Rahmen getretene Gottesmutter? Wie werklärt ſtrahkten die Augen der gemalten Heiligen, und welche Sanftmuth und zugleich welche anmuthige Schwermuth wohnten auch in Thereſia’s Augenpaar! Und welche Keuſchheit auf Wangen und Lippen, und wie ſichtlich ruhte auf ihrem Antlitz die Beſcheidenheit! Sie ſchien nichts davon zu wiſſen, daß ſie, die beſte Sängerin im Städchen, in der Kirche den Ehrenplatz einnahm, daß ſich Alle die ganze Woche hindurch auf
ihren geiſtlichen Geſang freuten, daß man drüben in Wehlen, in Rothenau und Gabersberg ihres Lobes
und daun pooll war und die Presnitzer Kirche ob dieſer meiſter⸗
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lichen Sängerin beneidete. Und während jetzt Entzmann's Reſi ſo wunderbar
Rkeerxgreifend ſingt, daß die Jugend mit offenem Munde
daſteht und das Alter ſich eine Thräne von der Wimper wiſcht, wollen wir ins Freie hinaustreten und uns in Presnitz umſchauen.
Ja, wer heute dahin kommt und das anmuthig am Fuß des böhmiſchen Erzgebirges gelegene Presnitz erblickt, muß ſich geſtehen, daß es wirklich eine Stadt iſt; allein damals— im Jahre des Herrn 1792— waren da die Kirche, das Schulhaus und etliche ſtroh⸗ gedeckte niedrige Häuſer zu finden, weiter jedoch nichts.
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Gleich hinter der Kirche fingen der Wald und hinter der Häuſerreihe die Felder an, und wenn, wie beim Beginn unſerer Erzählung, ein Schneegürtel den Ort umſchloß, ſo kam es keinem Wanderer in den Sinn, dahinter eine ⸗Stadt“ zu vermuthen. Aber die guten Presnitzer ſprachen beſtändig und mit ſcharfer Be⸗ tonung von ihrer»Stadt-, und deshalb wollen auch wir, weil ſie ein liebes gutes Völkchen waren und es hoffentlich noch heutigen Tages ſind, nicht wieder von dem Städtchen⸗ reden.
Alſo damals lag blitzender leuchtender Januar⸗ ſchnee auf Wegen und Stegen, auf Wäldern und Feldern, und hoch ragten die weißen Häupter des Schneeberges im Oſten und des Gottesgab im Weſten ih den klaren Himmel hinein. So ſtill war's zwiſchen den Häuſern und den Bergen, wie es nur immer an einem Sonntage ſein kann; und man hüätte rings⸗ umher kaum einen Laut vernommen, wenn nicht die wilden Gießbäche und die luſtige Eger, die kein Eis auf ihrem Rücken duldeten, unaufhörlich geplaudert hätten.
Aber bald miſchte ſich mit dem Geplauder des Waſſers das Plaudern zahlreicher Menſchen. Denn ſowie die Andacht vorüber und die Kirche verlaſſen war, ſah ſich Bürgermeiſter Walter umringt.„Was denn los wäre?“ wollte er fragen, allein weder die männliche noch die weibliche Jugend ließ ihn dazu kommen.„Wir wollen mit nach den drei Tannen! Wir wollen Euern Neffen begrüßen!“ erſchallte es rechts und links, hinten und vorn, und Walter war ſo gerührt davon, daß er vergaß die Tabaksdoſe her⸗ vorzuziehen und nur zu ſtammeln vermochte:„Oho, iſt das eine Ehre! Wird der Junge, der Joſef Kober, Augen machen!“
Und nun mit Sing und Sang in den Wald, über Höhen und ſchwankende Brücken in die Berge hinein. Wär' ein Maler dabei geweſen, einen net⸗ teren Gegenſtand als dieſen Auszug hätte er für ſeiuen Pinſel nimmer finden können! Voran der Bürgermeiſter, die Pelzmütze über die Ohren gezogen, mit der Rechten einen mannshohen Knotenſtock ſchwin⸗ gend; und ſchritt dieſes Presnitzer Oberhaupt nicht ſo gravitätiſch einher, als ob es mindeſtens König von Böhmen wäre? Dann folgten die⸗Bur Dirnen und natürlich paarweiſe. Was dasfür 6. lächter und Neckereien gab! An Reſi hatte ſich Hagen⸗ meier's Toni machen wollen, jedoch ſie hatte ihn sablaufen» laſſen und den Arm eines buckligen Schneiders ergriffen, der darüber ſo außer ſich vor Freuden war, als hätte er in Prag ein Zweiund⸗ dreißigſtel vom großen Loos gewonnen. Toni hin⸗
Folge.
gegen, der kaum einen Freund noch eine Freundin


