Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
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Vierte

auf die mondbeſchienene freie Fläche des Thales ge⸗

kommen war, ſah ich ihn mit der Schnelle des Blitzes über dieſe dahinrennen und gleich darauf eben ſo raſch die ſteile Thalwand erklettern.

Einerſeits war es unmöglich ihm dorthin zu folgen, auf der andern Seite aber nahm ich jetzt Etwas wahr, das meine ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch nahm.

Es war Chola, welche im Thale dahin galoppirte, gefolgt, in etwa fünfzehn Schritten Entfernung, von einem dunklen Körper, welcher weder zurückzubleiben

noch ihr näher zu kommen ſchien.

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einige Male zwiſchen den Felſen erblickt, ohne zu wiſſen, was dort vorginge; als aber jener Mann, der zu ſeinem Verderben auf den Stein ſprang, plötzlich er⸗ ſchienen ſei, wäre ihr Alles klar geworden, und eben zu rechter Zeit habe ſie ihren Laſſo geworfen.

Es war nicht Zeit zum Danken, daß ſie mir jetzt das Leben gerettet hatte, ſo wie ſie mir früher die Freiheit erhalten, und wir ritten jetzt Beide, der Vor⸗ ſicht halber kampfgerüſtet, in die Felſen, wo wir aber keinen Lebenden mehr antrafen, wohl aber die Beiden, welche ich mit der Axt erſchlagen.

Es waren die erſten Menſchen, welche ich ge⸗

Ich jagte auf ſie zu, und hatte ſie bald erreicht. tödtet hatte, und obgleich ich mir keine Vorwürfe zu

Der Hund iſt todt, ſagte ſie als ich an ihrer

Seite war,wo ſind die Andern?

Ich glaube, verſetzte ich,wir ſind von ihnen befreit. Aber was hat das zu bedeuten, und was iſt das hier auf der Erde?

Dies iſt der, welcher das Meſſer gegen Dich zückte. Ich habe ihn mit dem Laſſo gefangen und erwürgt; ſieh zu, ob er todt iſt, erwiderte Chola, ohne

eben eine beſondere Aufregung zu zeigen.

Daß der Mann wirklich das Zeitliche geſegnet hatte, unterlag keinem Zweifel, und er ſah abſcheulich genug aus, was leicht erklärlich iſt, wenn man die Art und Weiſe bedenkt, auf welche man den Laſſo, die lange, ledergeflochtene Wurfſchlinge, gebraucht.

Man ſchleudert, mit der dem Chilenen eigenen Gewandtheit, die Schlinge nach dem Kopfe des menſch⸗ lichen oder thieriſchen Individnums, welches man in Behandlung zu nehmen gedenkt, befeſtigt hierauf den Laſſo an einem am Sattel zu dieſem und anderem Behufe angebrachten Haken, wendet das Pferd und ſprengt, ſo raſch es gehen will, über Stock und Stein, indem man den in der Schlinge Hängenden gefangen hinter ſich herſchleift, der raſch erwürgt wird, und deſſen Schädel auch überdem meiſtens zerſchellt.

Ich habe das, ſagte Chola, während ich, frei⸗ lich mit Widerwillen, den Todten von der Schlinge frei machte,ich habe das mehrmals bei kleinen Ge⸗ fechten geſehen, welche die Patrioten, während der Revolution, mit den Spaniſchen hatten, und welche in unſrer Nähe ſtattfanden. Die Spanier fochten vortrefflich und ſchlugen ſich wacker, aber die Unſeren konnten den Laſſo beſſer handhaben und fingen ſich häufig Einen aus der feindlichen Reihe, dem ſie es dann machten wie ich Dieſem da. Man fängt auch den Puma, den Löwen, auf dieſe Weiſe.

Dann erzählte ſie mir, daß ſie, ſtets noch ent⸗ ſetzt, weil ſie den Geiſt ihrer Mutter zu ſehen glaubte, auf der Stelle gehalten, an welcher ich ſie verlaſſen habe, dann aber ſei ſie näher geritten und habe mich

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machen hatte, beſchlich mich dennoch ein eigenthüm⸗ liches Gefühl. Ja, noch heute ſtehen alle Einzel heiten jenes Kampfes vor mir, der ſo raſch begonnen und eben ſo raſch beendet wurde, denn die ganze Geſchichte dauerte höchſtens eine halbe Minute, und hatte nebenher noch das Eigenthümliche daß Alles

lautlos und in größter Stille vor ſich ging, während

die Chilenen ſonſt bei keiner Gelegenheit Worte und Ausrufungen ſparen.

Während ich ſtets noch düſter auf die beiden Todten blickte, rief Chola plötzlich:Heilige Mutter! da liegt eine todte Frau! und erſt jetzt dachte ich eigentlich wieder an die Perſon, wegen welcher ohne Zweifel der Kampf ſtattgefunden hatte. Es war eine ziemlich bejahrte Matrone, welche jetzt ohnmächtig auf der Erde lag, es gelang uns indeſſen bald ſie wieder zu erwecken, und dann erzählte ſie uns, mit kurzen Worten, daß jene Räuber ſie in ihrem ohnfern gele⸗ genen Beſitzthume überfallen, beraubt und ihre ebenfalls bejahrte Dienerin erſchlagen hätten. Sie ſei entflohen, aber die Räuber hätten ſie verfolgt, ohne Zweifel um von ihr Geſtändniſſe zu erpreſſen, wo ſie ihr übriges Geld verborgen, da die vorgefundene Beute ihnen zu gering erſchienen ſei.

Unſere Dazwiſchenkunft hatte ſie gerettet, und nun beſchwor ſie uns, ſie nach ihrem Hauſe zu be⸗

gleiten und ſie ferner zu beſchützen, eine Bitte, welche uns äußerſt gelegen kam, und welche wir bereitwillig zu erfüllen verſprachen..

Ehe wir abzogen, kam Chola auf den Gedanken die Taſchen der Getödteten zu durchſuchen, um viel⸗ leicht einen Theil des Geraubten wieder zu gewinnen, es fand ſich indeſſen nur wenig vor, und wahrſchein⸗ lich hatte der Entflohene den größten Antheil des Raubes mit ſich hinweggenommen, und hatte ſich vielleicht deßhalb ſo raſch aus dem Staube gemacht.

Chola hatte, wie das hier im Lande gebräuchlich, die Frau zu ſich auf das Pferd genommen, als ich aber jetzt das meinige beſtieg, fühlte ich ziemlich