Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
38
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38 Novellen

um denſelben ſcheinbar verſchwinden und wieder er⸗ ſcheinen zu laſſen.

Ich vergaß zu ſagen, daß wir uns einige Tage vorher mit Waffen verſehen hatten, wie ſie eben zu haben waren, mit einem leichten kurzen Handbeile, welches ich am Sattel hängen hatte, und mit einem Laſſo, der Wurfſchlinge der Chilenen, welche Chola führte, da mir deren Handhabung vollſtändig unbe⸗ kannt.

Ddieſes Beil faßte ich jetzt, ließ mein Pferd

wiſchen die Felſen treten, und rief: Was giebt's hier? Heraus da aus den Steinen,

oder es wird nicht gut!

Man ſieht, daß ich bereits begann den Löwen

zu machen, jetzt aber rief eine weibliche Stimme:

Um der Wunden Chriſti willen, ermordet mich nicht, ſondern beſchützt mich, ich will es Euch reich⸗ lich vergelten.

Eine Frau, ſo leicht bekleidet, daß es wohl nicht anſtändig ihre einfache Tracht näher zu beſchreiben, obgleich ſie das weiße Ausſehen der Trägerin voll⸗ ſtändig erklärte, trat jetzt hinter den Felſen hervor, hob die Hände flehend zu mir auf, und rief wieder⸗ holt:

Ach laßt mich nicht ermorden, helft mir, Sen⸗ nor

Sie hatte nicht Zeit auszuſprechen, denn in dieſem Augenblicke veränderte ſich die Scene ganz bedeutend.

Eine dunkle Geſtalt hatte die Zügel meines Pferdes gefaßt, und eine zweite meinen linken Fuß, ohne Zweifel um ein außerordentlich zweckmäßiges Kunſtſtück auszuführen, wenn man einen Reiter raſch vom Pferde werfen will, welches darin beſteht, den. betreffenden, meiſt den linken Fuß raſch an ſich und erdwärts nieder zu ziehen, demſelben aber im andern Augenblicke ebenſo raſch einen heftigen Stoß nach oben, nach der andern Seite des Pferdes zu geben. Ich war zu jener Zeit noch kein beſonderer Reiter, aber glücklicher Weiſe machte mein Pferd, erſchreckt durch den Mann, der ihm in den Zügel gefallen war, eine glückliche Seitenbewegung und ich bekam Zeit meinem Angreifer, trotz meiner ungünſtigen Stellung, einen Hieb auf den Kopf zu verſetzen, welcher ihn augenblicklich zu Boden warf.

Jetzt begann ein ſonderbarer, aber nichts deſto weniger wüthender Kampf.

Der Mann, welcher mein Pferd gefaßt hatte, ließ es los, als er ſeinen Cameraden fallen ſah, und ſprang zurück, aber alsbald erſchienen noch einige Andere; ich konnte trotzdem, daß wir uns im Schatten befanden, dennoch deutlich die Klingen ihrer langen

Zeitung.

Meſſer blitzen ſehen, und ich hatte, ſoviel ich unter⸗ ſcheiden konnte, es wenigſtens mit Dreien zu thun, welche mich von allen Seiten angriffen.

Die Taktik dieſer meiner Feinde beſtand darin, ſobald ich einen Schlag nach Einem führte, raſch ſich hinter den Felſen zu bergen, während gleichzeitig die andern auf mich eindrangen, und ich verdankte es offenbar nur zwei Umſtänden, daß ich nicht in kürze⸗ ſter Zeit in dieſem ungleichen Kampfe unterlag.

Einmal war es die Gewandtheit meines Pferdes, welches zu begreifen ſchien, um was es ſich handelte, zu rechter Zeit auf die Seite, vor⸗ und rückwärts ſprang, und ſich überhaupt wie eine Schlange durch die Felſen wand, ſo daß ich meine ganze Aufmerkſam⸗ keit meinen Feinden zuwenden konnte.

Der zweite Umſtand war aber der, daß ich wäh⸗ rend meiner feüheren künſtleriſchen Laufbahn Fechten gelernt hatte, und wer den Degen zu führen weiß, hat ſtets einen entſchiedenen Vortheil gegen einen Ungeübten, es werde nun der Kampf mit der Axt, dem Knüppel oder dem Meſſer geführt.

Trotzdem war ich bereits getroffen worden, und ich fühlte es warm an meiner linken Seite herab⸗ rieſeln, obgleich ich kaum einen beſondern Schmerz ſpürte, dafür aber ſpaltete ich einem Zweiten den Schädel, ehe er ſich hinter einen Felſen bergen konnte, plötzlich aber ſah ich jetzt, indem ich einem von der Linken nach mir geführten Stoße auswich, faſt in gleicher Höhe mit meinem Antlitze, das eines Feindes

und ſeine gehobene Fauſt mit dem gezückten Meſſer.

Der Mann war auf einen Steinblock geſprungen, um mich auf dieſe Weiſe, von ſeinem erhöhten Stand⸗ punkte aus, beſſer in der Gewalt zu haben, und ich

mußte in der That in der nächſten Secunde durch⸗

bohrt ſein, denn es war unmöglich den Stoß zu rechter Zeit aufzufangen. A

Dieſe Secunde aber erſchien nicht, denn plötzlich ſtreckte er beide Hände in die Luft, ſtürzte rücklings von ſeinem Steinblocke zu Boden und ich ſah ihn auf ganz eigenthümliche Weiſe zwiſchen den Felſen ver⸗ ſchwinden. Es war indeſſen nicht Zeit dieſen uner⸗ warteten Rückzug meines Feindes länger zu beobachten, ich war für den Moment von ihm befreit und wandte mich nach dem zur Linken, deſſen Meſſer ich jeden Augenblick zwiſchen den Rippen zu ſpüren fürchtete.

Aber auch der war verſchwunden.

Ich ſah eben noch ſeinen fliegenden Poncho zwi⸗ ſchen den Felſen flattern, und jagte ihm, den Grund⸗ ſatz, daß man dem fliehenden Feinde goldene Brücken bauen müſſe, wenig achtend, ſo raſch es die Umſtände erlaubten, nach.

Als ich aber die Felſen hinter mir hatte, und

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