Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
37
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drang, durch vulcaniſche Kräfte herangetrieben, jene Maſſe.

Ich rief Chola zu, und indem ich den Zügel ihres Pferdes ergriff, jagten wir die jenſeitige ziem⸗ lich ſteile Anhöhe hinan, und waren dort für das Erſte in Sicherheit, in ſo fern es nämlich nicht der Erde beliebte, ſich auch dort unter unſern Füßen zu ſpalten. Indeſſen verweilten wir nicht lange auf unſerem Standpunkte, denn die ſchlimmen Dünſte, welche von dem Schlammſtrome aufſtiegen, zwangen uns bald das Weite zu ſuchen, und indem wir wei⸗ ter aufwärts ritten, gaben wir gleichzeitig, für heute wenigſtens, unſern Vorſatz, nach dem Süden zu gehen, auf.

Ohne Zweifel bedingt durch den Bau der Ge⸗ ſteinsmaſſen, ſchien in jener Gegend die Region der Spalten zu ſein, denn wir ſahen nach Einbruch der Dunkelheit in der Ferne eine lange feurige Linie, die nichts andres ſein konnte, als eine ſolche Spal⸗ tung, aus welcher, der Abwechslung halber, dort Feuer emporſtieg.

Wir waren auf dieſe Weiſe, und ganz gegen unſeren Willen, von der Richtung abgekommen, welche wir uns vorgeſetzt hatten, und jetzt gelangten wir in eine Gegend, welche, abgeſehen von einer unverhofften Spaltung der Erde, ganz paſſend für unſer Nacht⸗ lager ſchien.

Es war ein Thal mit zwar hohen und ſteil fallenden Wänden, aber ziemlich breit, und ſowohl

z auch eben der jähen Wandungen halber, ungeſahrlich in Bezug auf von dieſen herabſtürzende

Geſteinstrümmer.*

Von einer mehr ſchiefen Ebene rpollen ſich ab⸗ löſende Felsſtücke weiter ab, während ſie von einer ſeſttxechten Wand zwar gewaltſamer niederſtürzen, abe W Ort und Stelle liegen bleiben.

Dies zeigten zur Genüge die Trümmerhaufen zu beiden Seiten der Thalwände, und der in der Mitte des Thales faſt vollſtändig freie Weg.

Dann war auch, obgleich das Thal den öden und kahlen Charakter trug, den mehrere Diſtricte Chiles nicht ſelten zeigen, doch hier und da zwiſchen dem ſteinigen Boden eine geringe Spur von Graswuchs zu treffen, und unſere Pferde hatten mithin Futter. Daß kein Waſſer vorhanden war, that wenig zur Sache. Wir ſelbſt waren ſchon gewohnt Durſt zu ertragen, und das chileniſche Pferd iſt ohnedem Stra⸗ pazen und Entbehrungen aller Art gewohnt.

Eben wollte ich Chola auf dieſe günſtigen Um⸗ ſtände aufmerkſam machen, und ihr vorſchlagen unſere Tagesreiſe zu beenden, als plötzlich wieder jene un⸗ beſchreibbare Angſt über mich kam, von welcher ich

Folge. 37

ſchon vorhin geſprochen, eine Angſt, die beſſer ein Entſetzen genannt werden kann, ein Entſetzen vor etwas Erſchrecklichem, Ungeheuerlichem und nie Dage⸗ weſenem, welches uns demnächſt entgegentreten würde, und zu meiner Entſchuldigung muß ich hinzufügen, daß nicht ich allein von dieſem Gefühle überfallen wurde, ſondern daß Tauſende von Menſchen, welche jene Schreckensperiode mit durchmachten, ganz daſſelbe empfanden.

In dieſem Augenblicke aber ſah ich Etwas, was mich zwar nicht beruhigte, indeſſen mein Entſetzen

auch nicht ſteigerte, denn jenes Gefürchtete, Unſicht⸗

bare und Unbekannte ſchien ſich mit einem Male ver⸗ körpert zu haben, oder wenigſtens ſichtbar geworden zu ſein.

Vielleicht dreißig Schritte von uns an der Seite des Thales, welche im Schatten lag, tauchte eine weiße Geſtalt auf; ſie ſchien einmal ſich faſt gänzlich in die Erde zu verſenken, dann wieder hervorzukommen, um im nächſten Augenblicke zu verſchwinden und gleich darauf wieder zu erſcheinen, und nicht ich allein be⸗ merkte das Phänomen, ſondern auch mein Pferd ſtutzte, das Chola's machte einen Seitenſprung, und dieſe ſelbſt rief jetzt laut aufkreiſchend:

Ave Maria purissima! Der Geiſt meiner un⸗ glücklichen Mutter!

Das arme Ding hatte ſich ohne Zweifel, ſo gut wie ich, mit ſchreckhaften Gedanken getragen, und da ihr ſtets die ungeſchmückte und allzuraſch verlaſſene Grabſtätte ihrer Mutter im Sinne lag, ſo war ihr Ausruf leicht erklärlich.

Was aber mich betrifft, ſo wurde ich mit jedem Augenblicke gefaßter, ja faſt übermüthig und ich ſagte zu mir ſelbſt:

Wenn es ein ordinäres Geſpenſt iſt, wie ſie bei uns, im alten Europa, zu Dutzenden herumſpuken, ſo will das, zu einer Zeit, wie die gegenwärtige, nicht viel bedeuten. Sehen wir, was an der Sache iſt. Vorwärts! 2

Ich gab meinem Pferde die Sporen, und ſprengte trotz eines Angſtſchreies Chola's auf die Erſcheinung zu, welche für den Augenblick ſichtbar war, aber raſch wieder verſchwand.

Indeſſen war mir die Urſache dieſes öfteren Ver⸗ ſchwindens bald klar geworden, nachdem ich mich der Stelle genähert hatte.

Eine Anzahl größerer und kleinerer dunkler, baſal⸗ tiſcher Felſen ſtanden, wie das in jenen Gegenden häufig vorkommt, vereinzelt aus dem Boden, und wenn das, was ich ſuchte, ein Menſch war, was mir jetzt ziemlich wahrſcheinlich ſchien, ſo genügte ein Hin⸗ und Herlaufen zwiſchen jenen ſchwarzen Geſteinen,