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ſehende Männer, beladen mit allerlei Gegenſtänden,
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halben faſt ſo arge Verwüſtungen an wie geſtern, und ich hätte niemals an eine ſolche Zerſtörung ge⸗ glaubt, wäre ich nicht ſelbſt Augenzeuge geweſen.
Wohl die Hälfte der Häuſer war eingeſtürzt, kein Ziegel war mehr ganz auf irgend einem Dache, was mir aber den grauenhafteſten Eindruck machte, war das Läuten der Glocken auf den noch ſtehenden Thürmen, welches in einzelnen unregelmäßigen Tönen durch die Nacht klang und nicht durch menſchliche Häude hervorgebracht wurde, ſondern durch die ſchwan⸗ kende Bewegung der Thürme ſelbſt.
Dann lagen Todte auf den Straßen mit gräßlich entſtelltem Antlitze, aber auch manche der Lebenden boten wenig Erquickliches.
So wie die Natur aus ihren geſetzlichen Fugen gewichen ſchien, begann auch bereits ſchon der Menſch aus ſeinen Schranken zu treten; wir ſahen wild aus⸗
aus den verlaſſenen und halb eingeſtürzten Häuſern kommen und in andere eindringen, um nach neuer Beute zu ſuchen, während anderes Geſindel ſich der Dinge bemächtigte, welche jene von ſich geworfen, da ſie wahrſcheinlich Werthvolleres gefunden hatten. Die Demoraliſation hatte bereits begonnen, welche bei ähnlichen Ereigniſſen leider niemals auszubleiben pflegt, bei verheerenden Peſten und Seuchen und bei Revolutionen der Erde ſowohl, als bei denen der Staaten. Chola und ich beeilten uns möglichſt, aus dieſem Schauplatze der Verwüſtung und Verworfenheit zu entkommen, und liefen nach der Ebene, auf welcher wir geſtern die Nacht zugebracht hatten; aber die heutige gab der geſtrigen an Schreckniſſen wenig nach, ja ſie übertraf ſie noch, denn die Erderſchütterung, das Stoßen und die wellenartige Bewegung der Erde war faſt noch heftiger als geſtern, dazu aber hatte ſich der Himmel mit Wolken überzogen, die Sterne waren verſchwunden, der Mond ſtand nur noch als eine blutig rothe Sichel am Himmel, und die ganze Atmoſphäre war in einen unheimlichen röthlichen Nebel gehüllt; plötzlich aber zog eine rieſenhafte Feuerkugel, von der Cordillera aus gegen die See zu ihren Lauf nehmend, über das Land, für einige Augenblicke Alles blendend beleuchtend, um eine noch ere Finſterniß zurückzulaſſen. Dann aber ſtürzte ein anhaltender, eiſigkalter Regen nieder, die Geflüchteten bis auf die Haut durchnäſſend, viele der entzündeten Feuer verlöſchend
und den ſonſt trockenen Boden raſch in ein Kothmeer
verwandelnd. Und in dieſem Kothmeere lag die faſt vollzählige
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nachbarten Dörfer, klagend und jammernd und zum größten Theile wohl überzeugt, daß dieſe Nacht die letzte ihres Lebens ſei, und zu dieſem Glauben trugen die Erſcheinungen am Himmel faſt ſo viel bei als die krampfhaften Zuckungen der Erde, denn niemals regnet es ſonſt in jenem Theile von Chile zu dieſer Jahreszeit.
Die Nachrichten, welche, als es zu tagen begann, aus anderen Theilen des Landes einliefen, waren ebenfalls wenig geeignet, die Gemüther zu beruhigen; die Städte Valparaiſo, Caſa blanca, La Ligua, Illapel und andere kleinere Ortſchaften waren faſt gänzlich zerſtört und Hunderte von Menſchen hatten dabei ihr Leben verloren. Wo man ſich alſo hin⸗ wendete, Zerſtörung und Elend, und es half Nichts, wenn man uoß dem Orte floh, an welchem man ſich eben befand.
Wenn aber der überwiegende Theil der Bevöl⸗ kerung den jüngſten Tag im Anzuge glaubte, ſo waren einige wenige Andere verſchiedener Meinung, und dieſes waren diejenigen, welche ſich ein wenig mit naturhiſtoriſchen Studien abgegeben hatten. Dieſe ſagten, jenesmal natürlich nur äußerſt leiſe:
„Dieſes ſchöne Chile iſt, gehoben durch vul⸗ caniſche Kräfte, ſammt dem ganzen Theil der Küſte, welcher weſtwärts von den Bergen liegt, aus den Fluthen geſtiegen, während das übrige Amerika bereits ſtand, es iſt alſo im geognoſtiſchen Sinne ein ganz junges Land, gewiſſermaßen noch ein Kind, welches vielleicht eine Million Jahre, vielleicht, quien sabe, auch hundert Millionen Jahre alt iſt, denn die Geo⸗ gaoſie iſt mit dergleichen Zahlen eben nicht beſonders ſparſam. Es iſt aber möglich, daß dieſes kindliche Land
Fluthen, wie es aus denſelben hervorgekommen iſt, was geognoſtiſch von außerordentlichem Intereſſe, allein mit allerlei Unannehmlichkeiten für die Menſchen verknüpft iſt, welche ſich eben auf dieſem geſegneten Küſtenſtriche befinden.“
Man ſieht alſo, daß die Ungelehrten und Gläu⸗ bigen und die Gelehrten und Ungläubigen auf ver⸗ ſchiedenem Wege ganz zu demſelben Reſultate gekommen waren, war daſſelbe auch ein wenig tröſtliches. 6
Was nun mich betrifft, ſo ſagte ich am Morgen nach jener ſchlimmen Nacht zu Chola, daß wir uns von Santjago entfernen wollten, denn dieſe unge⸗ heuere Menſchenmaſſe begann mir unheimlich zu werden.
„Wenden wir uns wieder der Küſte zu,“ ſagte ſich,„ſollen wir umkommen, ſo wollen wir wenigſtens ruhig ſterben und ohne das Jammergeſchrei dieſer
Bevölkerung Santjagos und die Bewohner der be⸗
Unglücklichen zu hören.“
eines Tages ſich eben ſo wieder zurückbegiebt in die


