Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
28
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Winogradof, welcher ſein intimer Freund wurde, in die Pe⸗

tersburger Akademie ein.

Beide ſtudirten Phyſik, Chemi und Metallurgie.

Auch der hier ertheilte Unterricht befrie

digte jedoch Lomonoſſof bald ebenſowenig als der zu Kiew, reiſte zu Fuß durch Holland, weil dies damals das

er hatte dabei ſtets das Gefühl, daß ſeine Lehrer in der Wiſ ſenſchaft nicht das letzte Wort ausſprächen.

Er machte ſo reißende Fortſchritte, daß die Akademie beſchloß, ihn nach

8 Novellen⸗eitung.

erfüllen, und der junge Mann ſah ſich vom Gefängniß e bedroht. Er entſchloß ſich daher, allein nach Rußland zu gehen und ſeine Familie ſpäter nachkommen zu laſſen. Er einzige Land war, welches häufige und directe Beziehungen mit Ps⸗

tersburg unterhielt. In Düſſeldorf wurde Lomonoſſof für einen preußiſchen Deſerteur gehalten und in die Feſtung

Deutſchland zu ſchicken, um ſich in der Chemie und nament⸗ Weſel eingeſperrt; doch entkam er hier und gelangte glücklich

lich Bergwerksmetallurgie zu vervollkommnen. Lomonoſſo

fnach Amſterdam und von hier, von dem ruſſiſchen Chargé

reiſte mit ſeinem Freund Winogradof und dem Sohn des d'Affaires weiter dirigirt, nach dem Haag, wo er bei dem Bergraths Raiſer nach Marburg ab und ward, obgleich er ruſſiſchen Geſandten, Grafen Golowkin, eine herzliche Auf⸗

von allem Nothwendigen entblößt denn die Petersburger nahme fand. Akademie dachte nicht daran, das dem jungen Gelehrten aus⸗ geſetzte Reiſegeld auszuzahlen daſelbſt ankam, von dem

Im Juni 1741 traf Lomonoſſof am Bord eines holländiſchen Schiffes in St. Petersburg ein. Während ſeines Aufenthalts in der Fremde hatte Lomo⸗

Profeſſor Wolff, den er ſeitdem ſeinen Wohlthäter nannte, auf noſſof außer den Fachwiſſenſchaften, in deren Intereſſe man

das Herzlichſte aufgenommen.

Lomonoſſof ſtudirte hier gründlich die deutſche Sprache,

ihn auf Reiſen geſchickt hatte, in der Hoffnung Frankreich beſuchen zu können, die franzöſiſche Sprache erlernt und eine

deren Conſtruction und poetiſchen Rhythmus er bewunderte. Ode Feénelon's in Verſen überſetzt. Eine bedeutende Arbeit

Ueberraſcht von einigen hierauf bezüglichen Analogien zwiſchen der deutſchen Sprache und der ſeinigen, machte er verglei

chende Studien zwiſchen beiden Idiomen, und es gelang ihm, den ruſſiſchen Rhythmus aufzufinden. Er war der Erſte, welcher die ruſſiſche Poeſie zu ihrer gegenwärtigen Correct⸗ heit, Reinheit und Mächtigkeit erhob. Umgeben von Gefähr⸗ ten, die ihm ſeines biederen und loyalen Charakters wegen innigſt zugethan waren, arbeitend mit einem Lehrer, der ſeine Fähigkeiten bewunderte, überließ er ſich dabei dem Gefühl mora⸗ liſchen Wohlbefindens, das ſeinen erſten literariſchen Produc⸗ ten eine ſo ungetrübte Heiterkeit verlieh. Dennoch konnte er ſchwer die Entfernung von ſeinem Vaterlande überwinden, und als er im Jahre 1739 die Einnahme von Khotin durch die Ruſſen erfuhr, ergoß ſich ſein Nationalgefühl in die ſchöne Ode, die er bei dieſer Gelegenheit dichtete und dem Präſiden⸗ ten der Petersburger Akademie überſchickte.

Unterdeſſen hatte ſich aber die äußere Lage Lomonoſſof's⸗ in hohem Grade verſchlimmert. Schumacher, der an der Spitze der Akademie ſtand und die für dieſes Inſtitut beſtimm⸗ ten Gelder ein Jahr voraus erhielt, ſchickte dem jungen Ge

lehrten nicht einen Heller, und ſelbſt Raiſer und Winogradof

befanden ſich im Elend, bis ſie beim Grafen Kaiſerling, der ihnen ſeinen Beiſtand widmete, ein Aſyl fanden. Die Ver⸗ hältniſſe Lomonoſſof's waren jedoch um ſo verzweifelter, als er die Tochter ſeines Hauswirthes, eines ſehr armen Mannes, Eliſabeth Zielich, geheirathet hatte und ſoeben Vater geworden war. Dieſe drängende Noth vermochte dennoch nicht, ſeinen Eifer für das Studium zu erſchüttern. Er reiſte zu Fuß nach Freiberg, um hier bei dem berühmten Bergrath Henkel die Bergwiſſenſchaften zu ſtudiren, der über die Talente des jungen Mannes erſtaunt war. Auf ſeinen Rath begab er ſich zum Studium der Metallurgie nach Böhmen und ſpäter in den Harz und von da, immer zu Fuß, nach Göttingen und Klausthal, wo der rühmlich bekannte Profeſſor Kramer in Lomonoſſof einen unſchätzbaren Gehülfen bei ſeinen metallur⸗ giſchen Forſchungen fand. Nachdem er den Sommer 1740 mit raſtloſem Eifer mit Kramer in den Bergwerken des Har⸗ zes gearbeitet hatte, kehrte er endlich wieder nach Marburg zurück, wo ihn ſeine in der äußerſten Noth ſich befindende und von Schulden bedrängte kleine Familie ſehnlichſt er⸗ wartete.

in lateiniſcher Sprache reichte er im Jahre 1739 unter dem Titel: Dissertatio physica de corporum mixtorum diffe- V rentia, quae in cohaesione colorum consistit, bei der Peters⸗ burger Akademie ein, durch welche er ſowohl ſein tiefes Eindrin⸗ ggen in die Wiſſenſchaft als auch ſeine originelle Auffaſſungs⸗ weiſe beurkundete, von der er ſpäter in dem von ihm aufge⸗ ſtellten Molecularſyſtem ebenfalls Beweiſe ablegte. Unter Anderen verfaßte er ſehr intereſſante geologiſche Betrachtungen über das Terrain zwiſchen Marburg und Kaſſel, von welchem er wegen deſſen Aehnlichkeit mit den Ufern des Weißen Meeres annahm, daß es einſt den Grund eines und deſſelben Meeres gebildet habe, was ſeitdem von den gelehrteſten Geologen beſtätigt worden iſt. Bei ſeiner Rückkehr nach St. Petersburg begann ſein Kampf gegen das die Akademie beherrſchende deutſche Element. Van Brewern war als Präſident an die Stelle des Baron Korff getreten und ließ dem Reiſenden einen ſehr kühlen Empfang zu Theil werden. Der eigentliche Präſident, wenn auch nicht dem Namen nach, blieb aber immer Schumacher, der Adminiſtrator der Akademie.

Bei Entwerfung des Planes derſelben beabſichtigte Peter der Große, daß ſie aus der eigentlichen Akademie, aus einer Univerſität mit den Akademikern als Profeſſoren und aus einem Collegium beſtehen ſollte, an welchem entweder die Zöglinge der Univerſität oder die Adjuncten der Akademiker. das Lehramt zu übernehmen hätten. Die Profeſſoren ſollten vorzugsweiſe aus ſolchen ſlaviſchen Ländern genommen wer⸗ den, welche die meiſte Analogie mit Rußland ſelbſt boten. Dieſe Abſicht des Reformators wurde jedoch gänzlich verküm⸗

mert, die Deutſchen richteten die Akademie ihren Plänen ent⸗ ſprechend ein und ſie wurde eine lange Reihe von Jahren hindurch für ſie eine Art von Pachtung, aus welcher ſie den größtmöglichen Vortheil zogen. Die Ruſſen vom Profeſſorat fern zu halten, nur Deutſche herbeizuziehen und dieſe Doctrin überall da zur Geltung zu bringen, wohin ihre Hand reichte, das war die Deviſe des Inſtituts, welches Peter der Große zu einer Pflanzſchule für ruſſiſche Gelehrte hatte machen wol⸗ len. Die Verwaltung der Akademie wurde als Familienan⸗ gelegenheit betrachtet, und ſo ging es fort bis auf die neueſte Zeit. Schumacher und ſein Schwiegerſohn Traubert herrſch⸗

Endlich ließ ſich Schumacher herbei, Lomonoſſof hundert Rubel zu ſchicken, womit er ſeine Schulden bezahlen und nach Rußland zurückkehren ſollte. Dieſe Summe reichte jedoch kaum aus, um nur die allerdringendſten Verbindlichkeiten zu

ten hier von 1726 bis 1766, ganz wie die Familie Eiler, deſſen Schwiegerſohn Fuß und der Sohn dieſes letzteren von 1769 bis 1855 die Herren waren.

In dieſes Wespenneſt, in welchem jeder Ruſſe, der ſich ihm nahte, mit giftigen Stichen bedroht wurde, fiel Lomo⸗

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