4. Vierte Folge. 21 ut eine
madie eifrig nach der Richtung jener Straße fortmachten,
auf welcher ſie nichts finden werden.“
Die Kleine log ganz artig, das war nicht zu leugnen, aber konnte ich es ihr übel deuten, da ſie es zu meinem Vortheile that?
Unter ſolchen Geſprächen ſchritten wir rüſtig weiter, bald auf gebahntem Wege, bald indem wir durch Schluchten klettern, wobei ich die Bemerkung machte, daß ſie ſo gewandt kletterte als der geſchickteſte Matroſe.
dabei bekomm e ich ſchlimme Worte, und wenig zu eſſen. Du haſt mich von argen Mißhandlungen ge⸗ rettet, indem Du mir jenes Goldſtück gabſt, mir dem fremden unbedeutenden Mädchen, und ſcherzteſt dabei nicht noch nach Art der andern Seeleute, deßhalb liebte ich Dich von jenem Augenblicke an, und wenn Du mich nicht lieben kannſt, ſo will ich Deine Dienerin ſein, ſo lange, bis ich Dich in Sicherheit weiß.“ Sie war mir zuvorgekommen mit ihrer einfachen Liebeserklärung, und als ich ſie feſt in meine Arme
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ſchloß und ihr ſchwur, daß ich ſie niemals verlaſſen wollte, war ſie außer ſich vor Entzücken.
Dann aber ſchritten wir raſch vorwärts, und Chola ſagte mir, daß ihre Mutter noch lebe und ohnweit der Berge in einem kleinen Hauſe wohne.
„Es iſt eine arme Frau,“ ſagte Chola, zund ich ſuchte Dienſt, um ihre Lage zu verbeſſern, jetzt aber kehre ich zu ihr zurück, und Du begleiteſt mich. Niemand ſucht Dich dort, und ſo viel werden wir ſchon zuſammenbringen, um für das Erſte leben zu können.“
Ich zeigte ihr meine Baarſchaft.
Sie jubelte laut auf:
„Das reicht länger als ein Jahr,» rief ſie, und ich fand ſpäter, daß ſie weiter hinaus dachte, als viele ihrer Landsmänninenn, die häufig nur für die nächſte Woche Sorge tragen. Als ich aber endlich Bedenken äußerte, ob die Leute unſers Schiffes wirklich in jener Schenke nach mir ſuchen würden, ſagte ſie:
„Zuverläſſig. Ich weiß das aus zwei Gründen. Der junge Officier behandelte mich verächtlich, meines ſcheinbaren Verraths halber, daß er aber mir dennoch glaubte, ſah ich an ſeinen Augen. Der Mund lügt, die Augen können das nicht. Ich ſah es auch an den Deinen, als Du mir das Goldſtück gabſt, daß „Du keinen Scherz mit mir treiben wollteſt, was ich anfänglich fürchtete. Uebrigens bin ich den Soldaten nachgegangen, ſie ſchlugen den Weg nach der Straße von Muillota ein, und dort dürften ſie lange ſuchen, denn es ſtehn eine Menge Wirthshäuſer zu beiden Seiten der Straße; bis ſie aber zu Verſtand kommen, ſind wir ſicher.“
„Ließ Dich denn Deine Sennorita ſo ohne weiteres den Soldaten nachlaufen?“ fragte ich.
Sie lachte und verſetzte:
„Sie ſchickte mich ſogar denſelben nach, denn ich verbarg ein Meſſer, und ſagte ihr, daß wahrſcheinlich einer von den Leuten daſſelbe mikgenommen habe. Sie war außer ſich, und befahl mir unter heftigen „Scheltworten und Drohungen, den Soldaten nach⸗ ſäugehen und das Verlorene herbei zu ſchaffen. Da eigla ich ihnen vorſichtig nach und ſah, daß ſie ſich
„Sorge nur für Dich,“ ſagte ſie, als ich ihr beiſtehen wollte, und da wir in der That wie ein Paar Eichhörnchen über jede hindernde Felswand hinweg klommen, ſo mußten wir, als es Morgen wurde, bereits eine bedeutende Strecke zurückgelegt haben. Wir ſahen, als die Sonne bereits am Himmel ſtand, ein kleines Haus in einiger Entfernung, und nachdem wir vollkommen nach den Regeln des An⸗ ſtandes eingetreten waren, ſagte Chola mit großer Unbefangenheit:
„Dies iſt ein Flüchtling von einem Schiffe, und ich bin ſeine Geliebte. Gebt uns zu eſſen.“
Man ſchien nichts natürlicher zu finden als dies zu thun, und eben ſo ſchien es vollkommen gebräuch⸗ lich zu ſein, daß junge Leute mit ihren Geliebten durch das Land reiſen, denn Niemand verzog nur eine Miene, bezüglich meiner etwaigen Verfolger aber hatte es den Anſchein, als wünſche man ihre baldige Ankunft, um ihnen eine Naſe drehen zu können. Ich ſah bald, daß wir ſicher waren unter dieſen ſonn⸗ verbrannten, wild ausſehenden, mit dem Poncho be⸗ kleideten Menſchen, ja man bot uns Pferde an, um raſcher weiter zu kommen, einfach mit der Anweiſung ſie bei einem befreundeten Nachbar einzuſtellen und friſche dafür in Empfang zu nehmen.
Auf ſolche Weiſe reiſten wir drei Tage, allent⸗ halben empfangen und bewirthet wie alte Freunde, und ich ſah freilich, daß Chola, die ihr Land und ſeine Bewohner kannte, mich durch ihre Fürſorge ge⸗ rettet hatte, denn wir hatten die bewaldete Küſte verlaſſen, waren quer durch das Land gezogen, und befanden uns bereits ohnweit der Cueſta de Prado, hin⸗ ter welcher die Ebene von Santjago liegt, ohne irgend⸗ wie die Spur eines Feindes wahrgenommen zu haben.
Am vierten Tage indeſſen bemerkten wir in der Ferne drei Polizeiſoldaten, welche auf der nach dem Gebirge führenden Straße daher ſprengten, und wir verbargen uns alsbald in ein Gebuſch, als ſie aber vorüber waren, ſagte Chola:
„Gut iſt gut, aber beſſer iſt beſſer, und obgleich ich nicht glaube, daß Jene gerade uns ſuchen, ſo wollen wir uns dennoch verbergen, und heute und


