ſchien zu zögern und noch Bedenken
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„Werden die Hunde nicht bellen,“ ſagte ich, in⸗ dem ich hinter ihr herſchritt,„wenn ein Fremder ſich nähert?“
„Wir haben keine Hunde, während ſonſt Jeder⸗ mann welche hat. Ihr Geiz duldet das nicht,“ er— widerte ſie.
Wir hatten das Haus bald erreicht und ſie führte
mich an einen Schuppen, der ſich hinter demſelben befand.*
„Steige hinauf,“ ſagte ſie flüſternd,„verbirg Dich in den grünen Klee und rühre Dich nicht, Du magſt hören was Du willſt. Ich komme in der Nacht, Dich zu holen.“
Ich that nach ihrem Befehle und erkletterte
raſch den Schuppen, ſie aber eilte flüchtigen Schrittes in’s Haus.
Novellen⸗
Zeitung.
eine Legua von der Stadt entfernt, ſteht dort eine mäßig große Fonda, dort ſteckt er ſeit geſtern Abend!“ „Das iſt ein weiter Weg,“ verſetzte der junge
Mann,„und der Teufel weiß, ob Du mich nicht anführſt.“
„O,“ ſagte das Mädchen weinerlich,„nun Ihr wißt, wo er verborgen, wollt Ihr mir mein ſauer verdientes Geld nicht geben.“.
„Wenn wir ihn fangen, ſoll es Dir nicht ent⸗ gehen,“ ſagte der Midſhipman mit verächtlichem Tone.
„Chola!“ rief in dieſem Augenblicke eine weib liche Stimme.
b Ich hörte das Mädchen ſich eilig entfernen, der junge Mann aber brummte für ſich:
V„Auf Ehre, ſie taugen alle Nichts, und für Geld
iſt Alles zu haben! Der einfältige Kerl dauert mich
Die geizige Sennorita mußte ihren ungeladenen eigentlich, aber— Dienſtpflicht!“
Gäſten den Wein nicht allzureichlich vorgeſetzt haben, denn es ging äußerſt ſtille zu, und nur hier und da drang der Laut einer Männerſtimme an mein Ohr. Jetzt aber wurde es plötzlich laut, ich hörte die Diener der Gerechtigkeit ihre Pferde tummeln und hörte und erkannte die Stimme eines Midſhipman vom Borde der Diana, der den Leuten Befehle ertheilte.
„Sie gehen,“ dachte ich,„und in der Nacht wird das gute, dankbare Kind erſcheinen, und Dir auf ſiche⸗ rem Pfade zur Flucht verhelfen.“
In dieſem Augenblicke aber hörte ich nahende Tritte und die Stimmen zweier Perſonen, welche jetzt unfern des Schuppens ſtehen blieben.
Die eine dieſer Perſonen war der Midſhipman vom Borde der Diana. Die zweite war meine dank⸗ bare Erretterin..
„Sennor,“ ſagte die Letzte,„ich weiß keinen anderen Ort, an welchem ich unbelauſcht und nicht geſehen mit Euch ſprechen könnte. Erführe es aber meine Sennorita, ſo müßte ich ihr das Geld geben. Fünfzig Thaler ſind viel für ein armes Ding wie ich!“
„Raſch, raſch,“ verſetzte der junge Mann,„wenn Du weißt wo er ſteckt, ſo ſage es ſchnell.“
„Bekomme ich das Geld?“
„Zuverläſſig, wenn wir ihn auf Deine Angabe hin faſſen.“
„Schwört mir!“
„Ich gebe Dir mein Wort, und das muß Dir genügen.“
Mir ſchauderte die Haut, aber das Mädchen zu tragen, dann
aber ſagte ſie: „Ich will's wagen, und er kann Euch nicht ent⸗ gehen. Kennt Ihr die Straße nach Quillota? Etwa
Er rief darauf ſeine Leute und alle entfernten ſich raſch.
Von dem Augenblicke aber an, in welchem ich die Worte hörte:„Dort ſteckt er ſeit geſtern Abend,⸗ war ich ſterblich in das Mädchen verliebt, von dem ich jetzt wußte, daß ſie Chola hieß.
Ich glaube, daß die Dankbarkeit gegen ſie, mich retten wollte, dieſe Neigung entſtehen ließ, das Gefühl, daß ich ihr, wenn auch nur in Gedau Unrecht gethan, dieſelbe verſtärkte.
Eigentlich iſt das aber gleichgültig, verliebt ich nun einmal, und während ich in den vergange Tagen keinen andern Gedanken hatte, als den, ich meine Flucht glücklich vollbringen wollte, dach ich jetzt nur an Chola und an den Augenblick, welchem ſie mich aus meinem Verſtecke abholen würd
Das geſchah endlich gegen Mitternacht, inden ſie unterhalb meines Schuppens leicht hüſtelte, ein Zeichen, über welches man ſich vorher nicht zu ver⸗ ſtändigen braucht, um es ſofort zu verſtehen, und nachdem ich raſch herab geſtiegen war und ſie mir flüſternd Stille anempfohlen hatte, ſchritt ſie raſch voran und wieder gegen den Wald zu.
Nach einer Viertelſtunde etwa blieb ſie aber ſtehen und ſagte:
„So, nun dürfen wir plaudern. Die Sennorita hört uns nicht mehr, und ich hoffe, ſie bekömmt mich auch nicht mehr wieder zu Geſicht.“
„Wie,“ rief ich faſt erſchrocken,„Du willſt ſie meinetwegen verlaſſen?“,
„Ja,“ ſagte Chola,„das bin ich in der That ge⸗ ſonnen zu thun. Sie ſchlägt mich täglich des gering⸗ ſten Verſehens halber, und häufig ſelbſt ohne allen,
Grund, und behandelt mich als wäre ich eine Sclavin
ſhola ſe ohnweit
Nieman ſchon z können.
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