Havannahera kann auch aus ihnen geſchöpft worden ſein. Im Laufe der Zeit vervollkommnete ſich auch der muſikaliſche Sinn in Spanien, eine Fülle leichter, zierlicher Gedanken webte ſich in die Melodieen ein. Nur eins bleibt immerhin ſeltſam, daß der Name der Tänze(der Beweis iſt bis jetzt allerdings noch nicht vollſtändig gegeben) durch Vermiſchung des Negerthums mit den Spaniern in Amerika entſtanden ſein ſoll.
Abends nach der Arbeit ſchlugen die Neger auf ihren Tambourins die monotonen Arien, während der Spanier an der Schwelle ſeiner Thüre ein an⸗ daluſiſches Liedchen trillerte; die Kinder begannen ſich auf dem Raſen zu wiegen. Ein kluger Kopf vereinigte die Arien und die Havannahera war ent⸗ ſtanden; iſt der Fall nicht denkbar?
Betrachten wir nun die Tanzenden!
Der Tanz beſteht eigentlich nur in einem lang⸗
ſamen Vor⸗ und Zurücktreten des Paares, er iſt langſamer als unſer langſamſter Walzer. Dieſe ein⸗ förmigen Bewegungen verrathen wiederum die mau⸗ riſche Abſtammung, eine Beobachtung, die ich ſpäterhin für wahr befand, als ich denſelben in Algier von kleinen Maurinnen ausführen ſah. Im Ganzen iſt es ein die Sinne reizender Tanz, nur ſpaniſches Raffinement kann den Mann in die Havannahera hineingezogen haben. Es iſt immerhin charakteriſtiſch, daß ſie auf heller Straße getanzt wird; ſo hat ſich denn die Havannahera unter der Form des langſamſten Walzers bis in die höchſten Salons Eiugang ver⸗ ſchafft, wozu ihre reizenden Melodieen viel beitrugen.
Es ſah originell aus, wie die Männer ruhig ihre Cigarren fortrauchten, während die jungen Mäd⸗ chen die glühenden Wangen auf die Schulter ihres Tänzers legten und den Blick zu Boden ſenkten.
Auf langen Stuhlreihen ſaß viel elegante Welt und manche ſchöne Frau. Durch die Menge hörte man eine originelle Muſik, es waren die Sevillaner Studenten, welche eine Mohrenmnſik darſtellten. Das Corps ſchritt, Violinen, Triangel u. ſ. w. ſpielend, ſchnell vorwärts und war in ſeinen Leiſtungen vor⸗ züglich. Unpaſſend erſchien es uns Fremden, daß die Studenten in höchſt beſcheidener Weiſe milde Geldbeiträge für ihr Spiel ſammelten. Wie ich hörte, iſt der ſpaniſche Student ſehr arm und nimmt daher dankbar die dargereichten Almoſen an. Das Treiben wurde bewegter; die Wagen fuhren vom Paſeo nach der Stadt und umfuhren die Plaza nueva. Die Equipage des Herzogs von Montpenſier bildete die Téte, und die Königlichen Hoheiten, ſowie die Prin⸗ zeſſinnen wurden mit dem Jubel des Volkes und
Novellen⸗Zeitung.
Hurrahrufen begrüßt. Eine elegante Equipage folgte der andern, in ihnen erblickte man die hohe Ariſto⸗ kratie der Stadt, die meiſten Damen waren unmaskirt. Maskirte Liebhaber, von ihren Damen leicht erkannt, nahmen die Tritte und Dienerſitze ein, indem ſie Bonbonnièren und Bouquets den Sennoras reichten. Auffallend erſchien immerhin die Ruhe, mit welcher die reizenden Mädchen dieſe momentanen Huldigungen entgegennahmen. In ihrem luſtigen Sinn gingen ſie auf jeden Scherz gern ein und hatten für Alles eine ſchnippiſche Antwort gleich bereit.
Die beiden jungen Franzoſen begannen mit Ueber⸗ ſteigung der Equipagen einen Gänſemarſch zu organi⸗ ſiren, zum anfänglichen Entſetzen der älteren Damen. Die Sennoritas nahmen den Witz als ſolchen auf und fütterten die Eindringlinge gar oft mit Orangen und Zuckerwerk; hierbei ward uns vergönnt, manch Händchen leiſe zu drücken und manch dunkle Augen in der größten Nähe anzublicken, was die Sennoritas durchaus nicht in Verlegenheit brachte.
Die Spanier kannten dieſes Vergnügen noch nicht und begannen es alsbald nachzuahmen. Dieſe Klei⸗ nigkeit beweiſt, wie wenig erfindungsreich ſie in der⸗ artigen Carnevalsſcherzen ſind. Wir bemerkten unter den auf Stühlen ſitzenden Damen ganz auffallend ſchöne Erſcheinungen, mit denen alsbald Mehrere unter uns Bekanntſchaft machten; im Carneval iſt ja ſo Vieles erlaubt. Erwähnt ſei nur hier, daß in der Calle de las Sierpes an den folgenden Abenden «Citas» an kleinen Fenſtern ſtattfanden; wieweit ſich dieſe Galanterien ausdehnten, vermag ich nicht zu ſagen. Für heute war ſchon viel geleiſtet worden; die ſpäte Stunde mahnte nach der Fonda, wo bei einem kloinen Diner die vielen Erlebniſſe des Tages beſprochen Wwurden, dann ward eine kurze Sieſta ge⸗ halten und Negen 8 Uhr des Abends fanden wir uns wieder auf r Plaza Nueva ein, zu neuen luſtigen Streichen friſhh geſtärkt.
Die Hälſenr waren glänzend illumiuirt, und in der auf- und abewogenden Menge wollte der Jubel kein Ende nehmenn Improviſirende Bänkelſänger ver⸗ anſtalteten an verſurchiedenen Orten Katzenmuſiken; ein fröhlicher ehunn folgte ihnen ſtets nach. Bemer⸗ kenswerth iſt es uſand ſehr erfreulich zu nennen, daß das Volk ſich nie zueinen rohen Scherz gegen Frauen oder Mädchen zu n ſchulden kommen ließ; auch weiß die ſehr euergiſchel: Sennora den Männern gehörigen Reſpect einzuflößenm. Auch kamen ſonſtige Zänkereien und Prügelſcenen t wie deren anderer Orten zur Car⸗ nevalszeit ſind, nſ icht vor. Alles huldigte einem ge⸗ wiſſen natürlichenſ Anſtand; allerdings fehlte der In⸗
triguant und luſ eige Bajazzo, der allen Leuten die
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gebracht geweſen 1 nacht das Feſt un Tanzlocale, wo d und die Maja ke Cigarreras und d engagirten ſich m in den balles einer Polta, und als um ſpäter ſe Sevillaner Natie wurden unter d kam es vor, daß uns ihre Mädche immer ſehr dank Die Maja zu amüſiren und denn dieſe reizen der oder jener nach herzensluſt: zu laſſen. Der Begrifen hoch z Kuß; doch die
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