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Köpfe verdreht und Uneinigkeiten ſtiftet, wobei eine ſchnelle Flucht ihn ſtets der Rache entzieht.
Im Theater war großer Maskenball; die vor⸗ nehmere Damenwelt war nicht zugegen, dagegen viel demi-monde, ebenſo faſt ſämmtliche Herren aus der Geſellſchaft. Der Ball war nicht flott zu nennen, die Frangaiſe war unbekannt und daher auch jenes tolle Tanzen, wie dies auf öffentlichen Bällen in Frankreich zur Manie geworden iſt, nicht möglich. Meiſtens wurden Havannaheras, natürlich ſtets mit aufgeſetztem Hut, getanzt. Herren, die ſich den Damen gegenüber einige Ungezogenheiten à la parisienne er⸗ laubten, erhielten von ihnen eine ſtarke Zurechtweiſung, und dies iſt inſofern charakteriſtiſch, als dergleichen Scherze auf einem öffentlichen Ball in Frankreich an⸗ gebracht geweſen wären. Wir verließen gegen Mitter⸗ nacht das Feſt und begaben uns nach einem andern Tanzlocale, wo das eigentliche Volk durch den Majo und die Maja vertreten war, ebenſo erblickte ich viele Cigarreras und die Tänzerfamilien. Viele unter uns engagirten ſich mit jenen reizenden Mädchen, die wir in den bailes nacionales bewundert hatten, jetzt zu einer Polka, und dies aus keinem andern Grunde, als um ſpäter ſagen zu können, ſie hätten mit einer Sevillaner Nationaltänzerin getanzt. Wir Fremden wurden unter der Menge bald kenntlich, und öfters kam es vor, daß die Majos(Stutzer aus dem Volke) uns ihre Mädchen zum Tanzen anboten, was natürlich immer ſehr dankbar angenommen wurde.
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Vierte Folge.. 11
zu beluſtigen, auch einmal einem Fremden einen ſolchen erlaubt zu haben.
Erſt am Morgen verließen die Luſtigen das Ballfeſt!
So verfloſſen die vier Carnevalstage in Sevilla, ſie geſtatteten mir einen tieferen Blick in das volks⸗ thümliche Treiben, denn nur in der Freude zeigt ſich der Menſch in ſeiner ganzen Natürlichkeit.
Einen merkwürdigen Contraſt zu der fröhlichen
Stimmung der letzten Tage bildete die düſtere, un—
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heimliche Stille, welche am Aſchermittwoch über der Stadt lagerte. Die Fenſter waren dicht verhangen, in den Straßen zeigten ſich nur ſchwarzgekleidete Frauen, das Antlitz durch dichte Schleier verhüllt, und durch die ſtille, friſche Morgenluft drang mahnend der Glocken⸗ ruf zum Gebet. Der Aſchermittwoch wird in Sevilla ſtets feierlich und mit großen Ceremonien begangen. Ich verließ erſt gegen Abend die Fonda; ſchwarzgekleidete Frauen zogen in langen Reihen der Kathedrale zu, aus welcher mir feierlicher Geſang entgegentönte. Schauerliches Dunkel umhüllt die Räume, wie Geſpenſter ſchleichen die einzelnen Kirchgänger mit ihren langen Kerzen einher. Der Hauptaltar und das Innere des Chores ſind feenhaft erleuchtet, ein greller Lichtſchein wirft ſeine Reflexe zu den mächtigen Bogen hinauf. Hunderte von Andächtigen liegen zu beideu Seiten des ſchmalen Ganges zwiſchen Chor und Altar auf den Knieen. Der Schall der Orgel und der Chor⸗ geſang in dem weiten Raume wirkteſſergreifend. Das Domcapitel war zahlreich verſammelt und der Biſchof
Die Maja iſt ein gutes, niedliches Ding, leicht V nahm ſeinen erhöhten Sitz ein. Vor den mächtigen zu amüſiren und bald zufrieden zu ſtellen; ſo waren Betpulten ſtand dann und wann ein Geiſtlicher und denn dieſe reizenden Mädchen ſtets überglücklich, wenn V ſang ein Lied ab, während die Chorknaben dampfende der oder jener Herr ſie an's Büffet führte, um ſie Weihkeſſel ſchwenkten. Die Stille in dem großen Raume, nach Herzensluſt von den eingezuckerten Früchten naſchen die ſtrahlende Beleuchtung des Altars in der dunklen zu laſſen. Der Preis hierfür war freilich nach deutſchen V Kirche, die Reſonanz der Schallwellen, zu vielfachen
Begriffen hoch zu nennen, denn es koſtete ſtets einen Kuß; doch die Sevillanerinnen ſind mit dergleichen Zärtlichkeiten ſehr verſchwendekiſch, und es ſchien ſie
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Echos gebildet, dies Alles gab der ganzen heiligen Handlung einen erhebenden, aber zugleich auch düſteren Charakter.
Jeuilleton.
Dr. Livingstone's Reiſen in Afrika.
Ueber dieſen intereſſanten Gegenſtand iſt kürzlich in London bei dem Buchhändler John Murray eine Schrift erſchienen, welche den Titel führt:„Narrative of an Expe- dition to the Zambesi and its Tributaries; and of the Discovery of the Lakes Shirwa and Nyassa 1858— 1864. By David and Charles Livingstone. With Map and Illustrations.“
Bei dem großen Intereſſe, welches die Reiſen des Dr. Livingſtone unter allen Gebildeten erregt haben, dürfen wir
wohl annehmen, daß unſern Leſern einige Notizen aus dieſem Werke willkommen ſein werden. Der Reiſende ſagt:„Es war mein Zweck, einen ſo deutlichen Bericht der früher uner⸗ forſchten Landſtriche mit ihren Flußſyſtemen, Naturproducten und Leiſtungsfähigkeiten zu geben, als ich nur im Stande war, und meinen Landsleuten und Allen, die ſich für die Sache der Menſchheit intereſſiren, das Elend aus einander zu ſetzen, das mit, dem Sclavenhandel in ſeinen Phaſen in Afrika verbunden iſt und daraus hervorgeht, ein Gegenſtand, über den ein Urtheil zu fällen, mir und meinem Reiſegefähr⸗


