Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
829
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ſeen Baudenk⸗ ich ausdrückt Das ſchönſte ſum wit ſei⸗ m die zugleich eßen. Dieſer Alexandria's aatsactionen. ieſige Hippo⸗ die geſammte n Namen der zum Kanopi⸗ von Alepan⸗ ichtige Nibo⸗

Kunſt war der rieſige her die Pha⸗ er Juſelſadt Tiinh

welche

aller bindung der Von ſeiner iſer Damm, en und An⸗ Alexandia sgrunde der , um außer nd vor allen t, das den uſe machte

ſchreiber, der Freund der vielgeſtaltigen Literatur und Wiſ⸗

tender Literatur und Poeſie in Bibliotheken und Muſeen bei⸗

Vierle

Alles ſchien dieſe Königin aller Seeſtädte der alten Welt zu begünſtigen. Während Tauſende von Wimpeln ihre zahlreichen Häfen an beiden Meeren erfüllten und der Han⸗ del, welcher überwiegend Ausfuhrhandel war, ihr immer neue Ströme des Reichthums zuführte, pries der einheimiſche wie der fremde Beſucher die milde Luft, welche, wie Strabo be merkt,als Folge der von beiden Seiten anſpülenden und wehenden Wogen und Winde und der heilſamen Anſchwellung des Nilſtroms ihre Straßen und Plätze, ſowie ihre weiteren Umgebungen erfüllte.Alle andern an Seen gelegenen Städte, ſagt der alte griechiſche Schriftſteller,haben wäh⸗ rend der Sommerhitze eine drückende und ſchwere Luft, denn durch die von der Sonnenhitze erzeugten Ausdünſtungen bil⸗ den die Seen an ihren Ufern Sümpfe, und es entſteht durch das Aufſteigen ſchmutziger Feuchtigkeit eine ungeſunde Luft, deren Einathmen Fieber und anſteckende Krankheiten erzeugt. In Alexandria aber füllt der mit Anfang des Sommers an ſchwellende Nil auch den See und läßt keine Moräſte ent ſtehen, welche ungeſunde Ausdünſtung erzeugen. Zugleich wehen auch von Norden und über das große Meer her die Paſſatwinde und ſichern ſo den Bewohnern der Stadt den

angenehmſten Sommer. Dazu kam die maſſive, Kühlung gebende Bauart auch der Privathäuſer, welche Solidität mit Zweckmäßigkeit vereinte; die Fülle des ſchönſten und geſun deſten Trinkwaſſers, mit dem die Nilcanäle alle Theile der Stadt verſahen; die luftige Breite der durch ſchattige Colon⸗ naden gegen die Hitze geſchützten Hauptſtraßen, das rege Le⸗ ben des Handels, der Induſtrie und der tauſendjährigen Ge⸗ werbe, das die Straßen und Plätze füllte. Denn hier be⸗ gten ſich neben dem Griechen, dem herrſchenden Manne, neben dem Aegyptov, veuc urutt Gtugéoorenen des Lanbes, ie Völker und ſchwirrten die Sprachen aller Länder des Oſtens durcheinander: von dem eifrig ſpeculirenden, dem Handel ergebenen Juden Paläſtina's, deſſen Volk ſein eigenes Viertel am Kanopiſchen Oſtthore bewohnte, bis zu dem licht⸗ gebräunten Inder und dem ſchwarzen Sohne der afrikani⸗ ſcheu Wüſte. Der Sicilier Diodor, der in den letzten Jah⸗ ren des Königs Auletes die Stadt ſah, und ſie an Größe und Schönheit, an Reichthum und üppiger Lebensfülle über alle andern ihm bekannten Städte ſetzte, nennt ſie auch die bevöl⸗ kertſte aller Städte der Welt. Er ſchätzte nach den ihm vor⸗ gelegten Bevölkerungstabellen die Zahl der einheimiſchen freien Einwohner auf weit über dreimalhunderttauſend; mit den Schaaren der Sclaven, Soldaten und Fremden mochte ſie in ihrem drei deutſche Meilen enthaltenden Um⸗ fange weit über eine Million betragen.

An Luxus und raffinirtem Lebensgenuſſe, wie an Bil⸗ dung in Kunſt und Wiſſenſchaft und an allem, was wir jetzt unter dem Namen der Civiliſation zu begreifen pflegen, war Alexandria, als Cleopatra geboren ward, noch immer die

tſtadt, das Paris der alten Welt. Selbſt das ſtolze

onnte ſich in allen dieſen Beziehungen nicht entfernt

randria meſſen. Wie in dem Aegypterlande mit den Rieſendenkmälern ſeiner Pharaonen der Zauberduft des grauen Alterthums über der Wiege alter Cultux der Menſch⸗ heit webte, der ſelbſt das Gemüth des ſtarren Römers mit ſtaunender Ehrfurcht erfüllte, ſo umkleidete der Ruhm des größten Welteroberers die Alexanderſtadt mit ſeinem Glanze. In ihr fand der Naturforſcher, der Philoſoph, der Geſchichts⸗

ſenſchaft, der Arzt, der Mathematiker, der Aſtronom alle Schätze menſchlichen Wiſſens und Forſchens, alle Denkmäler

Folge. 829 ſammen, wie keine Stadt der Welt ſie in gleichem Umfange und gleicher Vollſtändigkeit beſaß, und neben ihnen, von königlicher Freigebigkeit beſoldet und unterhalten, die ausge⸗ zeichnetſten lebenden Vertreter aller Wiſſenſchaft, Gelehrſam⸗ keit und Kunſt zu einer wahrhaften Univerſität, einer uni- versitas literarum, vereinigt. Verdanken wir doch heute noch dieſen großartigen Schöpfungen und Anſtalten der La⸗ giden ſo ziemlich Alles, was wir nach zwei Jahrtauſenden noch von helleniſcher Literatur beſitzen! Und nicht nur die Großen, die Könige, welche mehrfach ſelbſt als Schriftſteller und Dichter auftraten, nahmen Theil an dieſer geiſtigen Bildung, zu deren Mittelpunkt ſie ihre Hauptſtadt erhoben hatten, ſondern die ganze Bevölkerung Alexandria's erhielt von dieſer geiſtigen Atmoſphäre im Guten und Schlimmen ihren Charakter, der mit ſeiner geiſtreichen Beweglichkeit und leichtſinnigen Unruhe, ſeiner witzigen Schlagfertigkeit, ſeiner Neigung zu ſcharfer Stachelrede, ſeiner Vergnügungsluſt und neuerungsſüchtigen Unbotmäßigkeit, ſeiner Neigung zu Emeu⸗ ten und der dabei oft genug bewieſenen todverachtenden Tapferkeit lebhaft an den Charakter der modernen Pariſer

Bevölkerung gemahnt. Es waren Eigenſchaften, die eben⸗

ſowohl ſeinen Beherrſchern, gegen deren Abſolutismus und

Tyrannei der Aufruhr die einzige Vertheidigungswaffe blieb, als auch dem Volke ſelbſt mehr als einmal gefährlich und verderblich wurden. Das helleniſche Element, obſchon viel fach nicht mehr rein, ſondern mit andern gemiſcht, war noch das beſte in dieſer Alexandriniſchen Bevölkerung. Aber ein

ſchlimmer Beſtandtheil war das ägyptiſch⸗einheimiſche, reiz⸗

bare,nicht bürgerlich geſinnte Volk

das zahlreiche züaelloſe e=Ae dates ochüirtgen und ſchwachen Königen verwöhnt mehr ge⸗

lernt hatte dieſe zu beherrſchen, als ſich beherrſchen zu laſſen, und das, wie wir ſehen werden, ſeit Auletes' gewaltſamer Reſtauration durch die verwilderten römiſchen Truppen des Gabinius einen böſen Zuwachs erhalten hatte. Allen ge⸗ meinſam aber war die ausſchweifende Lebensluſt, die in Ver⸗

, und noch ſchlimmer

gnügungen und Feſten aller Art ſich zu berauſchen liebte,

und dem Wein⸗ und Biergenuſſe nicht minder wie den Freu⸗ den des Tanzes und der Liebe, des Theaters und der Renn⸗ ſpiele unmäßig ergeben war. Daher fand denn auch Strabo die ganze Umgegend auf beiden Landſeiten der Stadt erfüllt von Vergnügungsorten aller Art, für alle Stände und Claſ⸗

ſen, von den zahlloſen Gärten und Schenken des niedern

Volkes bis zu den üppigen und mit aller Pracht des raffinir⸗ teſten Luxus ausgeſtatteten Wallfahrtsorten derfeinen Par⸗ tieen der reichen und großen Welt, wie ſie vor dem öſtlichen Kanopiſchen Thore das wenige Stunden entfernte Eleuſis bot, wo ſchöne Speiſeſäle und Zimmer mit ſchöner Ausſicht für Männer und Frauen, die ſich ſchwelgeriſch gütlich thun wollten, gewiſſermaßen einen Vorhof des Lebens zu Kanopus und der dortigen Ausſchweifungen bildeten. Der Canal, welcher den letzteren Ort mit der Hauptſtadt verband, war ſtets bedeckt mit zahlreichen Nachen und Luſtgondeln, gefüllt mit Männern und Frauen, welche unter Flötenſpiel und üp⸗ pigen Tänzen den Luſtſitzen der Schwelgerei und Ausſchwei⸗ fung zueilten, die in Kanopus ſich hart am Canale hin in glänzender Reihe erſtreckten.

In dieſer Stadt, deren Leben und Treiben man den Carneval der helleniſchen Welt jener Zeit nennen könnte, er⸗ wuchs Cleopatra, das Weib, das als die Königin dieſes wil⸗ den Carnevals die romantiſche Perſonification deſſelben in ihrem eigenen Leben darſtellen ſollte, wie ihr Ausgang den düſtern Aſchermittwoch deſſelben bildet.

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