828
dem äußeren, dem Mittelmeere oder, wie es auch heißt, dem ägyptiſchen Meere verband.
Als Strabo Aegypten ſah, war die Pharusinſel ein wüſter Trümmerhaufe, und nur einige Seeleute und Fiſcher wohnten in Hütten in der Nähe des Leuchtthurms. Anders aber war der Anblick derſelben dreißig Jahre früher, ehe Cäſar die Inſelſtadt im Kampfe gegen die für ihre Dynaſtie und ihre Unabhängigkeit aufgeſtandenen Aegypter vernichtete. V
;
Da vervollſtändigte ſie mit ihrem Außenhafen und ihren granitnen Kais, ihren ſtattlichen Häuſern und Magazinen und ihren menſchengefüllten Plätzen und Gaſſen als reiche Hafenvorſtadt Alexandria's das glänzende Bild, das ſich dem Auge des Beobachters von der Höhe des Paneions darbot, und das wir jetzt an der Hand des alten Geographen näher ſchildern wollen.
Rings her um die beiden ſo eben beſchriebenen Haupt⸗ häfen dehnte ſich die Stadt des Welteroberers in der Geſtalt eines ausgebreiteten macedoniſchen Reitermantels auf der Landenge zwiſchen den beiden Meeren aus, auf der ſüdlichen Langſeite von dem Mareotisſee, auf der nördlichen von den Wellen des Mittelmeeres beſpült. Der Michel Angelo des Alterthums, jener Architekt und Bildhauer Dinokrates— derſelbe, der den Berg Athos in eine Statue Alexander's
Rovellen⸗Zeitung.
umwandeln wollte— hatte den Plan zu der neuen Weltſtadt entworfen; Cleomenes von Naukratis, den Alexander mit der Statthalterſchaft von Aegypten betraute, die Ausführung des Baues geleitet. Die griechiſchen Könige Aegyptens hatten ſie dann ſpäter zu ihrer Reſidenz erwählt, und faſt drei Jahr⸗ hunderte hindurch die Mittel des reichſten Landes auf die Verſchönerung ihrer Hauptſtadt verwendet; ſo war die jüng⸗ ſte aller großen Städte der alten Welt zur herrlichſten aller alten Weltſtädte erhoben worden. Im Gegenſatze zu den unregelmäßig gebauten engen und finſtern Städten Italie und Griechenlands war die Alexandersſtadt von breiten, für Reiter und Wagen bequem paſſirbaren Straßen nach regelmä⸗ ßigem Plane durchſchnitten. Vor allem herrlich aber war der Anblick der beiden Hauptſtraßen, die über hundert römiſche Fuß breit und auf beiden Seiten von Säulengängen einge⸗ faßt, im rechten Winkel ſich durchſchneidend, die Stadt in ihren beiden Ausdehnungen, ähnlich den beiden Hauptſtraßen des heutigen Palermo, durchzogen. Diejenige dieſer beiden Hauptſtraßen, welche von der Nekropolis im Südweſten bis zum Kanopiſchen Thore im Nordoſten die Stadt durchſchnitt, war nach Strabo dreißig Stadien oder dreiviertel deutſche Meilen nach Diodor gar eine volle Meile lang; die andere, welche von dem Anfange des Heptaſtadiums ausgehend die Stadt bis zum Sonnenthore eine halbe Stunde. Der Zug der erſteren Straße iſt noch heute durch eine lange canalartige Einſenkung zwiſchen dünen⸗
artig gehäuften Trümmerhaufen genau erkennbar, während
der Gang der andern minder deutlich iſt. Der alte Geograph, deſſen Beſchreibung wir folgen, wird nicht müde, die Herr⸗ lichkeit der Stadt zu ſchildern.„Sie enthält,“ ſagt er,„die ſchönſten öffentlichen Plätze und königlichen Paläſte, welche
den vierten, ja ſelbſt den dritten Theil des ganzen Umfangs einnehmen. Denn wie jeder König den öffentlichen Bau⸗ denkmälern aus Prachtliebe noch irgend eine neue Zierde hin— zufügte, ſo erbaute auch jeder für ſich zu den ſchon vorhan⸗
denen Paläſten noch einen neuen, ſodaß man hier mit Homer
ſagen kann, was er ſeinen verkleideten Odyſſeus beim An⸗ blicke der Palaſtgebäude von Ithaka ausrufen läßt: „Ein Werk reiht ſich an's andre!“
in der Breite durchzog, maß
ſelbſt, als mit dem Hafen und mit den außerhalb befindlichen Bauwerken.“— Zu dieſen untereinander durch Gänge und Hallen verbundenen königlichen Gebäuden gehörte auch das Muſeum mit ſeinen zwei Portiken zum Spazierengehen und Ausruhen und ſeinem koloſſalen Speiſeſaale für den Verein der am Muſeum angeſtellten Gelehrten aller Fächer mit ihrem prieſterlichen Vorſtande, der die reichen Einkünfte der Anſtalt verwaltete; ferner das ſogenannte Sema mit den Grüften der Könige und ihrer Angehörigen.
Folgen wir dem alten Beſchreiber auf ſeinen Wande⸗ rungen durch die Länge der Stadt von Weſten nach Oſten, beginnend mit der Nekropolis, der Todtenſtadt, und ihren zahlreichen Gärten, Begräbniſſen und Werkſtätten zum Ein⸗ balſamiren der Todten, ſo betreten wir, dieſe Vorſtadt ver⸗ laſſend, zunächſt den älteſten Theil der Stadt, Rhakotis gehei⸗ ßen, nach dem Namen des uralten ägyptiſchen Fleckens, wel⸗ cher zur Zeit der älteren Pharaonen der hier zum Schutze der Küſte und zur Abwehr aller fremden Landungsverſuche ſtationirten Truppenabtheilung, ſowie der Hirtenbevölkerung des Landes als Wohnſitz diente. Wir überſchreiten dann auf breiter Brücke den ſchon erwähnten ſchiffbaren Canal, der das Kibotosbaſſin am„Hafen der glücklichen Heimkehr“(Eunoſtu)
mit dem Mareotisſee verband, und befinden uns in einer
Umgebung zahlreicher Tempel und heiliger Gebäude, unter ihnen das Serapeum, das Heiligthum des Serapis,— die jedoch alle zu Strabo's Zeit bereits mehr oder weniger ver⸗ laſſen waren, weil in Folge der Neubauten des Kaiſers Au⸗ guſtus in der Nikopolis, der zur Feier des letzten Entſchei⸗ dungsſieges über Antonius von ihm erbauten„Siegesſtodt“ vor dem öſtlichen Thore von Alexandria, ſich das reli Leben mehr und mehr dorthin gezogen hatte. Auf Schritte begegnen wir weitergehend den herrlichſten Baudenk⸗
ns mälern und Tempeln, von denen, wie Strabo ſich ausdrückt,
die Stadt über alle Beſchreibung voll iſt. Das ſchönſte und prachtvollſte derſelben aber iſt das Gymnaſium mit ſei⸗ nen über ſechshundert Fuß langen Säulenhallen, die zugleich das Gerichtsgebäude und die Luſthaine umſchließen. Dieſer Raum war der Verſammlungsort der Bewohner Alexandria's bei großen öffentlichen Feierlichkeiten und Staatsactionen. Vor dem Kanopiſchen Thore befindet ſich der rieſige Hippo⸗ drom, die Rennbahn für die Spiele, groß genug, die geſammte Bevölkerung der Stadt zu faſſen. Er gab ſeinen Namen der ganzen öſtlichen Vorſtadt, deren Straßen ſich bis zum Kanopi⸗ ſchen Canale hindehnten, wo ſich dreißig Stadien von Alexan⸗ dria entfernt die Auguſtiſche Siegesſtadt, die prächtige Niko⸗ polis, am Meere erhob.—
Ein Wunderwerk der Menſchenkraft und Kunſt war aber vor allen das obenerwähnte Heptaſtadium, der rieſige hohe, über viertauſend Fuß lange Damm, welcher die Pha⸗ rusinſel mit der Stadt verband und zugleich der Inſelſtadt durch eine verdeckte Waſſerleitung das nöthige Trink Zuführte. An zwei Stellen durchſchnitten, über welche cken führten, breit und hoch genug, um Seeſchiffe aller— ßen durchzulaſſen, vermittelte er zugleich die Verbindung der
zwei durch ihn getrennten Häfen untereinander. Von ſeiner
Breite giebt der Umſtand einen Begriff, daß dieſer Damm, natürlich erweitert und verbreitert durch Ruinen und An⸗ ſchwemmungen, jetzt den Haupttheil des heutigen Alexandria trägt, während das alte Alexandria auf dem Felsgrunde der Libyſchen Wüſte erbaut war, hoch genug liegend, um außer dem Bereich der Nilüberſchwemmungen zu ſein, und vor allen Städten der alten Welt durch ein Klima begünſtigt, das den
„Alle jedoch hängen zuſammen, ſowohl unter einander Aufenthalt in der Stadt Alexander's zu einem Genuſſe machte.
ende nezlſirus lugebuügen Studte, ag rend der Sonr durch die vor den die Seel das Aufſteige deren Einat) In Alexandte ſchwellende 3 ſtehen, welch wehen auch Paſſatwinde angenehmſten ebende Bau Zweämäßigt deſten Trink Stadt verſab naden gegen ben des Hau werbe, das gten ſich! neben de * Volker Oſtens dure Handel erge Viertel am gebräunten ſchen Wüſt ren des Kö Schönheit, andern ihm kertſte allen gelegten B freien Einn rit den S wochte ſie i ſage weit i An Lu uung in Kun untetdem N. Aunmria, ſedt, nte andr agendenia droden Acte gt wh, ſaunendet! gäen3e Irihr ſen ſchrädet ſeniaſ Sctzen diteder lite


