Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
818
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818 Novellen⸗Zeitung.

Jeannette, ich liebe Sie Sie wiſſen es längſt, Seſſel zurück, dann ſetzte er ſich dicht neben ſie, be⸗ ſagte er leiſe.Wollen Sie mein ſein? vielt ihre Hand in der ſeinigen und blickte ihr mit Sie lehnte das Haupt an ſeine glühenden Wan⸗ hingebendem Vertrauen in die Augen. gen, ohne antworten zu können, ſein Arm umfaßteIch zweifle nicht an Dir, ſagte er in weichem ſie feſter, und als er ſanft und freudig ſagte: Tone,magſt Du Dich auch ſelbſt anklagen. Du Was hindert uns denn, die Gefühle, die uns täuſcheſt Dich ſelbſt; welche Hinderniſſe auch ein heimlich verzehren, einander laut zu bekennen? mir noch unbegreifliches Geſchick zwiſchen uns aufge⸗ hatte ſie alle Bedenken, die ſie bisher gequält, ver⸗ baut haben mag, ſo bin ich doch überzeugt, daß Du geſſen und ließ ſich in ſeligem Rauſche von ihm meiner Liebe nicht unwürdig ſein kannſt, und dann küſſen. V werden wir vereint jene beſiegen. Sprich ruhig und Sie hörte nur wie im Traume, was er zu ihr klar zu mir. Jeannette, ich beſchwöre Dich darum. ſprach, aber ſie verſtand ihn dennoch. Er erzählte Seine ſanften Worte drangen wohlthuend zum ihr, daß er unabhängig und reich ſei, daß er zum V Herzen, ſie fühlte wieder, daß ſie nicht ſchuldig ſei. erſten Male liebe und daß ihm keine Macht des Him- Sie erzählte ihm Alles, und als ſie ſah, wie ſich mels oder der Erde die Geliebte entreißen könne, daß ſeine Mienen immer mehr aufklärten, kehrte auch die er ſeine Frau mit allen Genüſſen des Lebens umge⸗ Hoffuung in ihr gebrochenes Herz zurück. Sie begriff, ben und ſie ſtets auf Händen tragen wolle. daß er ſie nicht verurtheile, ſie ſelbſt konnte es auch Jeannette ſah die entzückendſten Bilder der Zu⸗ V nicht was kümmerte ſie die übrige Welt? kunft an ſich vorüberſchweben, ſie hatte ſich noch Die beiden Liebenden wurden in dieſer Unter⸗ nie ſo glücklich gefühlt und glaubte ſich weit üͤber V redung noch lange nicht geſtoͤrt, ſie konnten ibre Ge⸗ alles Irdiſche erhoben. Aber plötzlich ſtieß ſie einen danken vollkommen austauſchen. Stephan ſprach das Schrei der Angſt aus und riß ſich von dem geliebten junge Mädchen von aller Schuld frei, er dankte ihr Manne los. herzlich für das Geſtändniß, das ſeine Liebe nicht im Zu ſpät! rief ſte verzweifelnd.Ich kann Dir Mindeſten erſchüttert habe, und verſicherte ſie, daß es nicht angehören, Stephan! keine Sünde ſein könne, wenn ſie in dieſen Zweifeln Der junge Mann fuhr zurück, aber ſchnell gefaßt, ihr Herz allein entſcheiden laſſe. beſtürmte er ſie von Neuem mit glühenden Verſiche⸗ Mußte es der Ueberredungskraft des Geliebten

rungen ſeiner Liebe und verlangte zu wiſſen, welches nicht gelingen, das ſchwache Mädchen umzuſtimmen? Bedenken ihre augenſcheinliche Veränderung veranlaßt Ihr war es, als lüfte ſich vor ihrem geiſtigen habe. Blicke ein dichter Schleier, wie hatte ſie bisher Stephan, ich liebe Dich, ich habe nie einen nur zweifeln können, daß ſie allein das größte An⸗ f Andern geliebt und fühle, daß es mein Tod ſein recht an die Sicherſtellung ihrer Zukunft habe, wie wird, Dir zu entſagen, flüſterte Jeannette, krampf- konnten aus kalter Berechnung hergeleitete Pflichten haft ſeine Hand preſſend,aber ich kann nicht Dein vor der ſo mächtig fordernden Stimme des Herzens ſein, denn ich gehöre einem Andern. O mein Gott! beſtehen? ſetzte ſie, das Antlitz verhüllend, in wilder Verzweif⸗ Aber ihr Vater? Wie würde er das Bekennt⸗ lung hinzu,nicht an Einen, ſondern an Zwei bindet niß aufnehmen, daß ſie ihre Verlobung mit Graf mich mein freiwilliges Gelübde. Verdamme mich! Jozef auflöſen und ſich einem anderen Manne hin⸗ ich habe Dich betrogen, denn ich ſchwieg darüber, geben wolle? 3 während ich doch Deine Gefühle kannte! Stoße michSie warf ſich an Stephan's Bruſt und verlangte mit Verachtung von Dir und reiße die Erinnerung V von ihm Rath und Hülfe in dieſem fir ſo ſehr be⸗ an mich aus Deinem Herzen! ngſigenden Punkte. Stephan ſchien lange zu über⸗ Sie war vor ihm niedergeſunken und umfaßte legen, aber heute noch kein Reſultat finden zu können. ſeine Kniee. Stephan blickte ſie ſtarr und wild an; In der That ließ ſich auch nur annehmen, Graf K. dann ſagte er dumpf:Ich kann nicht glauben, was werde über den Entſchluß ſeiner Tochter ſehr erzürnt Du mir da ſagſt. Du biſt keine Verbrecherin! ſein und den Gaſt veranlaſſen, ſchleunigſt abzureiſen; Nein, aber eine namenlos Unglückliche, und doch V die Zeit, zu der Jeannette mit dem Grafen Jozef auch ſchuldig durch mein Schweigen. vermäͤhlt werden ſollte, ſtand ja ſchon nahe bevor, So ſprich jetzt offen zu mir, Jeannette, durch und wahrſcheinlich würde ſie der alte Herr noch zu das Geſtändniß Deiner Liebe habe ich ein Recht e beſchleunigen geſucht haben. So kamen die Liebenden langt, es zu fordern. denn überein, ſich bei der Rückkehr des Vaters an Er hob ſie auf und geleitete ſie ſanft auf ihren dieſem Abende noch nicht zu erklären und erſt abzu⸗

Die Entſchei deſſen näher gerü ſem Tage brachte

viſſen Zeiten nach

geſandt wurde, vo

an ſie und den a

darin, daß er ſch

Säcloſſe einzuttef

lung daſelbſt ſo b Graf K. wan ohne Jeannette er den Hochzeitst feſt und forderte 3s beellen; die bielt er für das eine ſo nahe beve fende Veränderun Jeaunette war n niß abzulegen, a nug, daß Stephe

vorbereiteten Ert

Eine noch

K. bei Tiſche der

demnäͤchſtige Ge⸗ ſtellte, wovon er hatte, und einen Paares ausbracht er ſtammelte ei Glas, wobei er

vatf, der ſie 3

mahnte.

Auch das j nit dem Weine, ſcüttet hätte.

Der alte G lich heiter und, zu beſuchen, un alen zeic.

Kaun hatt