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ltem Schrot kannten pol⸗ Hülfsbedürf⸗ hen Standes umen haben, 1 und Stan⸗ Willen nicht eyhan v. N., jten und ſich en ſo lange, dden werde. dankbar an. noch mehr nd das Lei⸗ Jeannette eitwilligkeit Fremden⸗ daſelbſt ge⸗ ſchickt wor⸗ lange nicht afteſte von g. e Morgen arte er ſie daß der gſlege be die Fort⸗ n Kälte, Ausſpruch ſchenſchaft
Vierte Kolge.
So lange der Kranke ſein Zimmer nicht verlaſ⸗ ſen durfte, ſah ihn das junge Mädchen natürlich nicht, aber dennoch beſchäftigten ſich ihre Gedanken fortwährend mit ihm. Sie fragte ſich wohl oftmals, was ihr an dem Manne, den ſie kaum während einer halben Stunde geſehen, ein ſolches Intereſſe einflöße, ſie erröthete heimlich über das letztere, das ſie nicht fortleugnen konnte, und je mehr ſie ſich bemühte, ſeine Anweſenheit im Schloſſe ganz zu vergeſſen, deſto lebhafter regte ſich auch in ihr der Wunſch, er möge erſt wieder ſo weit hergeſtellt ſein, um im nä⸗ heren Zuſammenſein zu beweiſen, ob er jenes auch verdiene.. — Graf K. beſuchte ſeinen Gaſt täglich mehrere Mal, und wenn er zu ſeiner Tochter zurückkehrte, ſprach er ſich ſtets lobend über ihn aus, ohne zu be⸗ merken, daß ſie ſeinen Worten eine ungewöhnliche Aufmerkſamkeit ſchenkte. Der General ſchrieb noch immer nicht, und Jeannette ſtand jetzt mit dem Gra⸗ fen Jozef B. in Briefwechſel, der indeſſen durchaus nichts Schwärmeriſches und Leidenſchaftliches hatte, ſondern von der einen Seite nur in faſt väterlichem, von der andern in gemeſſen achtungsvollem Tone führt wurde.
Stephan v. N. befand ſich etwa vierzehn Tage auf dem Schloſſe, ehe er von dem Arzte, der wö⸗ chentlich zwei oder drei Mal herüberkam, die Erlaub⸗ niß erhielt, aufzuſtehen und ſich innerhalb der Zim⸗ mer zu bewegen. Als er ſich der Comteſſe in Ge⸗ genwart ihres Vaters vorſtellte, war er noch blaß und trug den Arm in einer ſeidenen Schlinge, aber ſeine dunkeln Augen ruhten doch mit ſo ſprechender Bewunderung auf ihr, daß ſie, leicht erröthend, den Blick niederſchlagen mußte.
Von welcher Tragweite ſind nicht oft ſolche Blicke!— Hier hatte der Funken, der aus dem Auge des Einen zu dem des Andern hinüberblitzte, in den Herzen gezündet; Jeannette fühlte dies, faſt zu ihrem Schrecken, mit Ueberzeugung, und doch überkam ſie mit dieſer wieder ein ſo ſüßes, entzückendes Gefühl, wie ſie es noch nie kennen gelernt hatte.
Nicht im Stande, das Auge offen zu dem ihr gegenüberſitzenden jungen Manne frei aufzuſchlagen, weil ſie ſeinen Blick fürchtete, führte ſie die Unter⸗ haltung mit einer Verwirrung, die Stephan bemer⸗ ken mußte und die ihrem Vater nur entgehen konnte, weil ihm die Möglichkeit, Jeannettens Herz könne für einen Andern als den Grafen Jozef, ihren Ver⸗ lobten, ſprechen, gar nicht in den Sinn kam.
Die Comteſſe fühlte ſich glücklich, als es ihr er⸗ laubt war, ſich in ihre Zimmer zurückzuziehn; mit glühenden Wangen und in einer Haſt, die ihre Füße
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kaum den Boden berühren ließ, ſchloß die Thür hinter ſich und warf ſich, an allen Gliedern zitternd, auf ein Sopha, in deſſen Kiſſen ſie das Geſicht preßte, als ſchäme ſie ſich vor ſich ſelbſt. Ein Sturm von Gefühlen wogte in ihrer Bruſt; ſie mußte ſich geſtehen, daß ſie, die zweimal verlobte Braut, zum erſten Male liebe— einen Drit— ten— und zwar mit einer Leidenſchaft, die immer höher anwuchs, je klarer ſie ſich vorſtellte, wie hoff⸗ (nungslos dieſe Liebe ſei. Umſonſt beſchwor ſie alle Vernunftgründe herauf, um dieſe gefährliche Leiden— ſchaft zu erſticken,— ſie war zu ſchnell und mächtig in ihrem Herzen aufgeſchoſſen, und es war ja auch die erſte Liebe eines jungen Herzens, die ſtets das ganze Sein unwiderſtehlich feſſelt und ſelbſt bei den ruhigſten Naturen bis in das ſpäteſte Alter ihren Nachklang zurückläßt.
eilte ſie dorthin,
Jeannette war nicht mehr Herrin ihrer ſelbſt;
jeder Kampf gegen die höhere Macht, die ſie fortriß, blieb vergeblich. Wie inbrünſtig flehte ſie zum Him⸗ mel und zu der Mutter Gottes, vor deren Bild ſie ſich, in Thränen zerfließend, in der kleinen Haus⸗ kapelle niederwarf, ihr die Kraft der Selbſtbeherr⸗ ſchung und Entſagung zu geben!— ſie erhob ſich, nach⸗ dem Stunden verfloſſen waren, wieder ebenſo wenig getröſtet und noch leidenſchaftlicher erglüht. An demſelben Abende noch ſah ſie den Gaſt wieder, und von da ab alle Tage mehrere Male. Sie wollte ihn meiden, ſie ſchützte Unwohlſein, das ſſie an ihr Zimmer feſſele, vor, um ihn nicht zu ſehn, aber ſie war zu ſchwach, ein ſolches Spiel lange zu treiben, und kehrte freiwillig in das Geſellſchaftszim— mer zurück. Die kleinen Aufmerkſamkeiten, die ſein leidender Zuſtand erforderte, die liebenswerthen Ei⸗ genſchaften ſeines Geiſtes, die ſich in der Unterhal⸗ tung immer deutlicher vor ihr entwickelten, endlich die ſtumme Sprache ſeiner ſeelenvollen Augen, die ihr ſagte, daß er in ihr Inneres ſchaue und ihre Neigung erwidere, Alles vereinigte ſich, ſie noch mehr an ihn zu feſſeln. Endlich ermüdete ſie in die⸗ ſem unnatürlichen Kampfe; ſie gab den letzten Ret— tungsgedanken, den ſie einmal gefaßt hatte, auf, dem nichtsahnenden Vater ihre Empfindungen offen dar⸗ zulegen und ihn zu bitten, daß er ſie oder den Gaſt aus dem Hauſe entferne, und ließ ſich willenlos von dem Taumel, der ſie befangen hatte, fortreißen.
Eine höhere Beſtimmung mußte den alten Gra— fen geblendet haben; er ſah in Wochen nicht einmal, was jene Beiden täglich ſo klar vor Augen hatten und ſelbſt in überwallendem Gefühle verriethen.
Die Wunde Stephan's vernarbte, und der Arzt
erklärte ſeinen Zuſtand für ganz gefahrlos. Dennoch


