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Der Graf warf einen zornigen Blick auf ſe. aber er mäßigte ſich ſchnell wieder.
„Jeannette,“ ſagte er,„dieſer Vorwurf rürde mehr Deinen Vater als Dich treffen, aber mein Ge⸗ wiſſen ſpricht mich vollkommen davon frei. Du haſt jenem Menſchen ein unbedachtes Wort gegeben, ein ungültiges Verſprechen, das die nächſte Stunde ſeiner Abreiſe ſchon wieder auflöſte. Hätteſt D beſtimmten Verhältniſſe zu ihm geſtanden, ſo wäre es natürlich unſre Pflicht, Jozef davon in Kenntniß zu
as Vorthe ſetzen; in dieſem Falle indeſſen iſt es vollſtändig men ſch
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d iene. überflüſſig und könnte nur eine Mißſtimmung ſeines mAſerlichen leicht reizbaren Gemüthes erregen.“ eNadhdenken
„Sie fürchten, Vater, könnte—“ „Nein, das würde er nicht, er würde
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bürdige habe k net een V 5 habe Anſichten theilen, aber die Kenntniß jener unſeligen gettiln Begebenheit würde ſtets wenigſtens einen leichten upromittir
Schatten auf das Glück Eurer zukünftigen Ehe wer⸗
fen. Ich verbiete Dir daher, bei ihm mit einem Worte des Generals zu erwähnen.“
Der Graf hatte die letzten Worte geſprochen, jetzt fuhr er ſanfter fort:
cheures Kind, vertraue meiner Wahl
elbſt wenn Dein Herz auch noch nicht
ſo lebhaft, wie ich es wohl wünſchte, für Graf Jozef
geſprochen haben ſollte; er iſt Deiner in jeder Be⸗
lde nie meine
t ihm geben. e Kugel ſein eint faſt, als den. ich an Dich ſchützen Betrachte, Verlobung
mit Strenge
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dem edl ziehung würdig, und ſein edler Charakter bürgt mir em edlen* r. hl. bl beſt für das Glück Deiner Zukunft. Sieh', jener un⸗ beſt.„ 5 aäun glückliche Tag hat mich in wenigen Monaten um
viele Jahre altern laſſen, ich habe in meinem Innern bittern Kummer erduldet und wagte kaum noch zu hoffen, daß ich dereinſt ruhig die Augen würde ſchlie⸗ ßen können. Seitdem ich Jozef, den würdigen Sohn meines alten Freundes hier, wieder fand und des Vaters Ebenbild in ihm erkannte, beſeelte mich nur noch ein Gedanke, ein glühender Wunſch, auf den jetzt zu verzichten mich das Leben koſten würde. Der
in einer ge⸗
en ihm ge⸗ gt, daß er in weiteres
he. Antrag, den er mir heute machte, hat mich unendlich gebot de beglückt. V verhaßten Der Greis ſprach noch lange in dieſer Weiſe
Pllichten hr beant⸗ ben ſoll, meine vä
Jeannette hörte ihm ſchweigend zu; ſie hatte
3 abgewandt, und er konnte nicht beobach⸗
len, weich tiefen Seelenkampf daſſelbe abſpiegelte. Eine innere Stimme, die ſie nicht ganz zu unter— drücken vermochte, ſagte ihr, daß ſie nicht ganz Recht
iltniſe?“ thue, ein Gelübde, das, wenn auch erzwungen, doch dem leiſe⸗ immer etwas Feierliches und Geheiligtes gehabt hatte, chtern⸗ zu brechen, daß es vielleicht noch ungerechtfertigter ſei, das letztere dem, dem ſie ihr volles Vertrauen nigen?“ für das ganze Leben erſchließen ſollte, zu verheimli⸗
chen, aber dagegen ſprachen der beſtimmte Wille des
dringen, als daß
Folge. 80⁵ Vaters und die eigene ſo von Feſſeln zu befreien, tragen hatte.
Wie ſchon geſagt, liebte ſie den Grafen Jozef nicht, und hätte er ſich mit ſeinem Antrage zuerſt an ſie gewandt, ſo würde ſie ihn gewiß in der ſchonend⸗ ſten Weiſe abgewieſen und ſich auf ihr dem General gegebenes Verſprechen berufen haben. Aber ſie achtete ihn zu hoch, um ſich nicht der Ueberzeugung hingeben zu können, daß die Liebe aus einem noch viel ver— trauteren Verhältniſſe Beider als bisher erſprießen werde. Und durfte ſie endlich dem Vater den letzten Troſt ſeines Alters rauben, vielleicht ſeinen ernſten Unwillen auf ſich ziehen?— Das junge Mädchen fühlte alle dieſe Gedanken zu verworren auf ſich ein⸗ ſie zu einer klaren Anſchauung hätte gelangen können; ſie war überhaupt noch zu jung und unerfahren, um nicht einer Leitung zu bedürfen, und konnte ſie zweifeln, daß ſie ſich der des liebe⸗ vollen Vaters unbedingt anvertrauen müſſe?
Jeannette gab auf das Dringen des Grafen mit ſchwerbedrücktem Herzen ihr Jawort; der alte Mann war darüber entzückt und überhäufte die gehorſame Tochter mit den zärtlichſten Liebkoſungen.
Graf Jozef B. erſchien am Nachmittage wieder und erhielt die Antwort, die ſeine Wünſche krönte. Er hielt die bange Befangenheit, die er an der Braut bemerkte, für jungfräuliche Schüchternheit und begeg⸗ nete ihr mit ſo viel Zartheit, daß Jeannettens Herz
verführeriſche Luſt, ſich an denen ſie ſo ſchwer zu
ſich ihm mit um ſo größerem Vertrauen zuwandte.
Der alte Graf wünſchte, daß die Hochzeit bald ſtattfinden ſolle;— alte Leute, die mit einem Fuße im Grabe ſtehn, ſchieben die Erfüllung eines Lieb⸗ lingswunſches nicht gern auf. Graf Jozef und Jean⸗ nette mußten ſich mit ihm einverſtanden erklären; Erſterer wollte ſein Glück ſo bald als möglich geſichert wiſſen, das Mädchen, das ſich trüber Ahnungen nicht erwehren konnte, wünſchte die Entſcheidung ihrer Zweifel ebenfalls nicht auf lange Zeit auszudehnen. So verabredete man, daß die Vermählung mit Be⸗ ginn des nächſten Frühjahrs ſtattfinden ſolle, bis wo— hin der zukünftige Ehemann und die Braut noch manche Vorbereitungen für ihren neuen Stand zu treffen hatten; auch wollte Graf Jozef dann erſt ſeine Braut wiederſehn.
Jeannette hatte in unüberwindlichem Widerwil⸗ len den Verlobungsring, den ihr der General auf den Finger geſteckt, ſofort nach deſſen Abreiſe wieder ab⸗ gezogen, jetzt empfing ſie mit dem Segen des Vaters den Ring des neuen Bräutigams. Wenige Tage ſpäter reiſten ſie und der alte Graf von Warſchau in die Heimath ab.—


