Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
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deshalb, ſelbſt vor ſeiner Tochter, geheim hielt, weil er nicht an ſeine Verwirklichung glauben mochte; Jeannette hatte ihn oft mit Erſtaunen und leicht verzeihlicher Neugierde bald ernſt ſinnend, bald wie⸗ der, wenn er ſich unbeobachtet glaubte, ſtill geſehn, wie es wohl zu geſchehen pflegt, wenn man ſich angenehmen Phantaſieträumen hingiebt.

Wenige Tage vor dem zur Abreiſe beſtimmten fand ſich Graf Jozef zu ungewöhnlich früher Stunde bei ſeinem alten Freunde ein. Er mußte wohl be⸗ ſondere Dinge mit ihm zu beſprechen haben, denn die Herren nahmen unter vier Augen das Frühſtück zu ſich, ohne daß Jeannette, wie gewöhnlich, dazu ge⸗ rufen worden wäre. Dies befremdete ſie einiger⸗ maßen, und zwar noch mehr, als ihr Vater ſpäter mit einem Geſichte, auf dem ſich eine freudige Erre⸗ gung ausdrückte, zu ihr kam und ihr mittheilte, Graf Jozef habe ſich bereits wieder empfohlen, werde ihr aber am Nachmittage noch einmal ſeinen Beſuch machen.

Dabei ſetzte ſich der alte Herr in einen Lehn⸗ ſtuhl und betrachtete ſie mit eigenthümlich wohlgefäl⸗ ligem Blicke.

Sie hatten mit dem Grafen Jozef zweifellos ſehr Wichtiges zu verhandeln, lieber Vater? fragte Jeannette, durch das ſonderbare Weſen des Greiſes neugierig gemacht.

Sehr Wichtiges, erwiderte der Graf, zwar betraf es Dich, mein Kind.

Mich? fragte das junge Mädchen überraſcht.

Ja; Graf Jozef hat in aller Form um Deine Hand angehalten.

erbleichte;

und

Jeannette lobung.

Ich begreife, was Dich ſo beſtürzt macht, meinte ihr Vater mit ernſtem Lächeln.Du betrach⸗ teſt Dich als die verlobte Braut eines Anderen. Auch ich habe die Sache in reifliche Erwägung ge⸗ zogen, denn ich will Dir offen geſtehen, daß der heu⸗ tige Antrag des Grafen einen längſt von mir geheg⸗ ten Lieblingsplan verwirklicht hat. Ich bin alt und werde dem Laufe der Natur gemäß bald die Augen ſchließen; muß es mir nicht eine troſtreiche Beruhi gung ſein, Dein Schickſal einem wackeren Manne für die Zukunft, in der ich nicht mehr ſein werde, an⸗ vertraut zu wiſſen, zumal ein Anderer zu Deinem gewiſſen Unglücke erzwungene Rechte auf Dich gel⸗ tend machen könnte?

Aber, Vater, ich verſtehe Sie nicht. Der Gene⸗ ral W. wird dieſe Rechte unbedingt beanſpruchen, und ich habe ihm mein Wort gegeben.

Er hat es Dir abgezwungen,

ſie dachte an ihre Ver⸗

gegen den Wil⸗

lächelnd

Novellen⸗Zeitung.

len Deines Vaters, der auch ein unbeſtreitbares Recht

über die Hand ſeines Kindes hat, erwiderte der Greis düſter.

Sie haben dazu geſchwiegen vergeſſen Sie

nicht die Bedingung

Ich habe alles bedacht, ſagte der Graf mit gerunzelter Stirn; in dem letzten halben Jahre trat, wie es ſo häufig bei alten, von Sorgen gedrückten Leuten geſchieht, der Eigenſinn härter als je bei ihm hervor.Ich habe geſchwiegen, weil ich nichts mehr ändern konnte, feſt entſchloſſen ein kräftiges Wort da⸗ reinzureden, wenn mir die Zeit dazu gekommen ſchiene. Was die Drohung des Generals mit dem kaiſerlichen Zorne anbetrifft, ſo hat mich das ruhige Nachdenken und der Umſtand, daß man mich in keiner Weiſe mit je⸗ ner Unterſuchung behelligte, mir nicht einmal ein Zeug⸗ niß abverlangte, faſt überzeugt, der Unwürdige habe nur ein freches Spiel mit Dir und mir getrieben; ich war überhaupt nicht ſtark genug compromittirt, um unrettbar verloren zu ſin Ich werde nie meine Einwilligung zu Deiner Vermählung mit ihm geben. Ich betete zu Gott, daß eine feindliche Kugel ſein ſchwarzes Herz treffen möge, und es ſcheint faſt, als ſei dieſes inbrünſtige Gebet erhört worden. dte er aber dennoch wieder auftreten, um Dich an Verſprechen zu erinnern, ſo werde ich Dich ſchützen oder Dein zukünftiger Gatte, Graf Jozef. Betrachte, auf meine Verantwortung, jene übereilte Verlobung als gelöſt. Haſt Du irgend Etwas an dem edlen jungen Manne, den ich Dir zum Gemahl beſtimmt habe, auszuſetzen, Jeannette?

Die Comteſſe erröthete.

Nichts, mein Vater, erwiderte ſie in einer ge⸗ wiſſen Befangenheit,aber

Ich wußte es; ich habe Dein Weſen ihm ge genüber ſcharf beobachtet und mich überzeugt, daß er Dir nicht gleichgültig iſt. Ich verlange kein weiteres Bekenntniß von Dir, mein Kind.

Der General ſtammelte Jeannette.

Sprich mir nicht mehr von ihm, gebot der alte Herr etwas heftig,ich mag ſeinen verhaßten Namen nicht mehr hören. Du haſt keine Pflichten gegen ihn; Du wirſt ſeine Briefe nicht mehr beant⸗ worten, wenn er noch einmal an Dich ſchreiben ſollte, wenn Du nillſt, kannſt Du Dich auf meine vä⸗ terliche Autorität berufen.

Was ſagt Graf Jozef zu dieſem Verhältniſſe? fragte Jeannette, die ſtets gewöhnt war, dem leiſe⸗ ſten Wunſche des Vaters zu gehorchen, ſchüchtern.

Er ahnt nicht das Geringſte davon.

O mein Vater, heißt das nicht ihn betrügen? rief das junge Mädchen erſchrocken.

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