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als daß
Novellen⸗Zeitung.
ich ſelbſt den Dornenkranz in das blonde Ein Blick auf ſie mußte ſagen, daß ſie Alles, was
Haar meines unſchuldigen Kindes flechte, damit es zwiſchen den beiden Männern verhandelt worden, ge⸗
ihn ſein ganzes Leben lang ſeufzend trage!“ In dieſem Augenblicke wurde die zur Gallerie
führende Thür geöffnet, und Jeannette trat ſchnell ein. des Tages geleert hatte, gelauſcht.
(hört habe. Sie hatte, von Angſt und Sorge getrie⸗
ben, in der Gallerie, die ſich mit dem Wiederbeginn
(Fortſetzung folgt.)
Feuilleton.
Alerxander Jung's Gefühle vor einer Unterredung mit Schelling. Es iſt gewiß ſo intereſſant als lehrreich, an einem hervor⸗ ragenden Beiſpiel zu ſehen, was ſich alles an Hochachtung, Ehrfurcht, Bewunderung und Bethätigung der Einbildungs⸗ kraft von einem gebildeten Manne empfinden läßt, wenn er den Augenblick erlebt, einem genialen, hochgefeierten Genius gegenüber zu ſtehen und mit ihm reden zu dürfen. land hat viel große Celebritäten gehabt, die geeignet waren, eine ſolche Seelenbewegung in ihrer Umgebung zu erregen; Einzelne empfanden ſie auch. Jedoch das deutſche Publicum i*ſt bei aller Bildung und Werthſchätzung des geiſtigen Ele— ments doch durch ſeine Geſchichte viel mehr dazu geſchult, in angeerbter devoteſter Zerknirſchung vor einem Fürſten, als in gerechtfertigter Pietät und Gemüthserſchütterung vor ei⸗ nem ſeiner großen Denker, Dichter oder Künſtler zu ſtehen. Was ſich aber in einem ſolchen Moment Bewegendes empfinden läßt, davon giebt Alexander Jung bei ſeiner Un⸗ terredung mit dem Philoſophen Schelling in München ein
ür Tauſende höchſt nacheiferungswürdiges Beiſpiel, denn )—.
Deutſch— V
wenn auch nicht jedem guten Deutſchen eine Unterredung mit ht 9
dergleichen Mänern geſtattet ſein kann, ſo hindert ihn doch Nichts daran, eine ähnliche Ehrfurcht in ſich heran zu bilden, wie ſie Alexander Jung empfand. leicht that, bei ſolchen Gelegenheiten zu erregbar zu einigen phantaſtiſchen Excentricitäten hinreißen läßt, wird ſich immer noch mehr Verdienſt erwerben, als die vielen mit Gleichmuth und ich möchte ſagen Stumpfſinn maskirten Modecharaktere un⸗ ſerer Gegenwart, die eine Pointe darin ſuchen, mit bevorzug⸗ ten, für die Nation ſegensreich thätigen Geiſtern mit dem affectirten Gleichmuth zu verkehren, als hätten ſie nur einen ihrer eigenen Wenigkeit Ebenbürtigen vor ſich. Der rüde, zu gemeinen Anſchauungen hinführende Materialismus un⸗ ſerer Tage, dem nur noch von äußerem Glanz, Reichthum oder einflußreichen Stellungen imponirt werden kann, begün⸗ ſtigt dieſes elegante Böotierthum.
Es wird die Leſer gut unterhalten, wenn wir denſelben hier ein Bruchſtück aus den Bekenntniſſen Alexander Jung's gegenüber ſtellen. ſich alſo ein Herz, den Münchner Philoſophen zu beſuchen, und trat in Schelling's Haus ein.
Wer ſich, wie er es viel⸗ ling hinüberneigte, und in welchem ich Schelling's jüngſten
einem nervigen Ares vorbei, ſo glänzte mir auch ſchon Athene mit Aegis und Helm und hoher Weisheit entgegen. Und nun Aphrodite, mit welchen Blicken umſtrickte ſie mich! Und weiter hinauf Apollo im Chore der Muſen, und nun Here, die hehre, und Vater Zeus mit der dräuenden Wimper und doch dem ſeligſten Vollglück unter der Braue, nur gleichwohl etwas ſcheu im Ausdruck des Blicks, als drohe auch ihm ein tragiſches Verhängniß!
Wirklich, ich hatte die Zeit der Griechen durchſchritten, und wurde etwas anachroniſtiſch abgekühlt in meinem antiten Götterrauſch, als ein Diener, reich galonnirt in der neueſten Münchner Livrée, um mein Anliegen fragte, und ich mich meines Wunſches entledigte, dem Herrn des Hauſes meine Aufwartung machen zu dürfen, indem ich mich einfach als den und den, mit dem Zuſatz aus Preußen, anmeldete. Jetzt preßte es mich wieder.⸗Mir verging der Athem. Es ſchwirrte und ſchillerte mir vor den Augen, vielleicht auch durch die romantiſche Glasmalerei veranlaßt, die hoch drüben ein Fey ſter, wie aus einer gothiſchen Capelle, mir zuſandte.
Der Diener verſchwand und ließ mich unter den Göt⸗
tern allein, wo ich eben noch Zeit hatte, an einer lieblichen
Hebe mich zu laben, die mich denn auch mit Nektar und Muth
auf's Neue erquickte, als die Thür ſich öffnete, und ein herr⸗ licher Knabe mir entgegentrat, der vielleicht ſchon zum Jüng⸗
Sohn wohl nicht mit Unrecht vermuthete. Der anmuthige Knabenjüngling mit dem edlen, offnen Geſicht, mit dem wel⸗ ligen Lockenhaar verſchwand, und wieder verharrte ich allein, mit bebenden Gliedern, mit vibrirenden Nerven, vor jener geheimnißvollen Eingangspforte, die mir Schelling's Heilig— thum erſchließen oder auch— verſagen ſollte. Alle Götter und Göttinnen vor mir und um mich hatten jetzt für mich einen ironiſchen, ja ſtrafenden Ausdruck. Ich erſchien mir wie Tantalus, aber wie einer, der gar nicht zum Göttertiſch
gelangen, den ſchon zuvor ein düſteres Fatum die olympiſchen
Stufen hinunternöthigen würde.
Der bekannte Königsberger Autor faßte
und bedeutete, ich möchte eintreten.
Es war mir, ſagt er, ſowie ich unten den Hausraum be⸗
trat,— er wurde von oben her auf's Hellſte und zwar na⸗
türlich erleuchtet,— als wenn ich in den Bereich des ganzen
helleniſchen Götterhimmels einginge. Gewiß, ich befand
mich im Reiche der griechiſchen Mythologie.
ſicher ihre Irisbogen in den Aether aufwärts.
meiner Iris und fühlte mich geborgen. Schritt ich zuerſt an
Die Marmor⸗ treppe mit ihren bläulichen Adern ſpannte leicht, kühn, jedoch Ich folgte
Ich wollte verzweifeln und begnügte mich bereits mit dem Bewußtſein, doch vorge⸗ drungen zu ſein bis an die drittletzte Peripherie jenes inner⸗ ſten Kreiſes, wo der geniale Denker ſeine magiſchen Kreiſe zog,
Der vorhin erwähnte Bediente ſchritt an mich heran Er kam mir jetzt ſelbſt wie ein Glück verheißender Götterbote vor, wie ein Hermes, dem meine geflügelte Phantaſie unten am Fuß auch ſchon Flügel angelegt hatte.
Es ging durch ein Entrée, welches mich in einen mäßi⸗ gen Saal hinüberführte, iu dem mich wieder eine ganz andere Welt umfing. Hatte mich ſchon die Treppen⸗ und Hausflur in die Glyptothek Münchens verſetzt, ſo glaubte ich jetzt mit⸗ ten in der Pinakothek der Königsſtadt mich zu befinden. Bild
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N Rlage, der Wehm nehmen, der mich gleitet hatte, mir In ſolcher Bedür eine andere War neuen Teſtamente all meine Sehnſt geſtüwe, faſt kr Dann kam das mit Kirchen und ſein Kloſter, mitte rieſelnden Waldb und geſonnen ha Tableau eine St haltenen Bauten es kann nur das bar Neuzeit; Fa den, brennender heutiger Künſtlen an München un Leſſing. Doch nein, denn diſen, vas einſchraäen kann Ich habe nich auf
ava, wie auf g Dieſen Aug


