Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
795
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zuſaumen Er hatte hkeit und it ſagte er d wie den ein ſo un re, daß er ter Tochter N Wfen, nit ihr den ng noch ei⸗ n Gaſt zuverſicht⸗ en Abſchluß n können.

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veiſend, ge⸗ die Augen⸗ vegs freund⸗ enden.

er,ich riſers ehre, ihm unter⸗ ten Sedhe zunſch, nit hemüht ſein, räften liegt, icht als un⸗

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Vierte Jolge.

Auch der alte Herr erhob ſich jetzt haſtig. Beide Männer ſtanden ſich dicht gegenüber und betrachteten ſich mit durchdringenden Blicken ſchlecht verhehlter Feindſeligkeit.

Der Kaiſer iſt Herr meines Beſitzthums durch das Recht der Waffen und der Uebermacht, ſagte der Graf dumpf; zwiſchen ihm und mir ſteht aber noch Gott und das Geſetz.

Die Züge des Generals nahmen einen häßlichen Ausdruck von Bosheit an, er beugte ſich dem Grafen näher und ſagte leiſe, aber ſcharf und ſchneichdend:

Durch das Geſetz, das Sie anrufen wollen, Graf K., iſt der Kaiſer auch Herr Ihres Kopfes.

Der Graf zuckte zuſammen, als habe ihn eine Schlange geſtochen, ſeine Wangen wurden erdfahl, ſeine Augen ſchienen den General durchbohren und in deſſen Seele leſen zu wollen; aber gleich darauf wieder warf er das Haupt ſtolz zurück.

Wie ſoll ich Ihre Aeußerung verſtehen? fragte er hochmüthig.

Der General ſchien in gleichem Ton antworten zu wollen, aber, als beſinne er ſich plötzlich eines Beſ⸗ ſeren, ließ er ein leichtes Lächeln über ſein Geſicht gleiten und meinte, ſich wieder niederſetzend:

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t, Herr Graf; es würde g, die ich Ihnen gegenüber e e. ſchicken, wenn ich drohen urd agen wollte. In der That wollte ich nur warnen, die Hand zu einer Ausgleichung bieten, an der Ihnen Alles gelegen ſein muß. Der Kaiſer konnte ſelbſtverſtändlich nicht daran denken, aus Ihnen einen unverſöhnlichen Feind, einen widerſpänſtigen Unterthanen zu machen, im Gegentheil wollte er ſich einen zuverläſſigen Freund an Ihnen gewinnen, Sie V für die Zukunft an ſich feſſeln und die Vergangenheit V

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mit dem Schleier ſeiner Gnade bedecken.

Der Graf preßte die Lippen etwas höhniſch auf einander, aber er konnte doch eine gewiſſe Aengſtlichkeit nicht verbergen. als bemerke er Beides nicht.

Herr Graf, fuhr er ruhig fort,ich wurde nicht ohne höhere Abſicht in dieſes Quartier gelegt; ich hatte meine geheimen Inſtructionen für Ihr Haus, für Sie, Herr Graf!

Der alte Mann wurde wieder auffällig blaß.

Und worauf richteten ſich dieſe Inſtructionen, wenn ich fragen darf, Herr General? meinte er mit unſicherer Stimme. V

Auf die ſcharfe Beobachtung des Fadens, der von dieſem Schloſſe aus nach Warſchau und voch weit darüber hinaus bis nach Paris und Brüſſel ge⸗ ſponnen worden iſt, erwiderte der General kaltblü⸗

Der General that,

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tig,pder ſich hier und da mit tauſend anderen Fä⸗

den kreuzt und das Netz vervollſtändigen hilft, das ſich über alle ehemaligen polniſchen Landestheile aus⸗ breitet. Die Regierung hat, was vermuthlich noch nicht wiſſen, Herr Graf, erſt vor wenigen Ta⸗ gen mit einem glücklichen Griffe dieſes Geſpinnſt, das ſie längſt entſtehen ſah, zerriſſen; Sie erinnern ſich vielleicht, daß ich geſtern einen Courier erhielt, er brachte mir den Brief, den ich Ihnen ſo eben vorzulegen die Ehre hatte, und dieſe Ordre, die mir

Sie

befiehlt, Sie zu verhaften und unter ſicherer Bedeck⸗

ung nach Minsk zu ſchicken.

Dabei zog er ein großes zuſammengefaltetes Papier aus der Bruſttaſche ſeiner Uniform und über⸗ reichte es mit einer ſtolzen Verbeugung dem Grafen,

der nicht im Stande war, eine Bewegung zu machen 1 4

um es in Empfang zu nehmen.

Indeſſen, fuhr der General in ſanfterem Tone fortwurde dieſe Ordre, deren Ausführung mir im höchſten Grade peinlich ſein würde, von einer ge⸗ heimen Inſtruction begleitet, die mich ermächtigt, ſie unberückſichtigt zu laſſen, falls Sie, Herr Graf, vor⸗

ziehen ſollten, unſerem allergnädigſten Kaiſer den an⸗ gedeuteten unleugbaren Beweis Ihrer Reue und zu⸗ künftigen Zuverläſſigkeit zu geben.

Ich erſuche Sie, zu wählen

Der General lehnte ſich zurück und wandte die Augen ab, als wolle er dem Grafen ungeſtört Zeit zur Ueberlegung laſſen. Der Greis ſchien einen ſchweren Kampf in ſeinem Innern zu beſtehen; bei der eingetretenen Stille hörte man deutlich ſeine ſchweren Athemzüge.

So vergingen wohl fünf Minuten. Da erhob ſich Graf K.; ſeine Geſtalt richtete ſich hoch und würde⸗ voll auf, und mit ſchmerzlicher Reſignation, aber fe⸗ ſten Tones ſagte er:

Verhaften Sie mich, Herr General.

Der General ſprang mit einer Miene auf, als glaube er, ſein Gehör habe ihn getäuſcht, gleichzeitig drückten ſich in ihr aber auch Zorn und Wuth aus.

Wiſſen Sie, Herr Graf, was Ihr Schickſal ſein wird, wenn Sie, des Landes⸗ und Majeſtätsverrathes angeklagt und überwieſen, die Gnade des Kaiſers auszuſchlagen wagen? rief er

Ein ewiger Kerker in Kronſtadt oder Sibirien, antwortete der Graf tonlos.

Und Sie fürchten nicht ein ſo entſetzliches Loos in Ihren alten Tagen?

Eben weil ich ſchon mit einem Fuße im Grabe ſtehe, werden ſich mir die Pforten des Kerkers bald öffnen; beſſer, daß die Hand des mächtigen Gewalt⸗ habers noch eine kurze Zeit auf meinem Haupte laſte,