Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
790
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790 Novellen⸗ Da bin ich, rief der General aus dem Wa⸗ gen, ſobald er Feldern erblickte,ich und mein Adju⸗ tant. Haben Sie Quartier für uns, lieber Feldern?

Während dieſer Rede war der Graf aus dem Wagen geſtiegen, und Winterfeld, der ihm folgte, reichte ſeinem Schwager die Hand. Aus ihrem Druck glaubte dieſer von einem Theile des Räthſels ſchon die Auflöſung zu haben.

Im nächſten Augenblick flog Vaters Stimme erkannt hatte, die warf ſich dem Grafen mit dem Ausrufe: mein theurer Vater! in di

rtha, welche des Stufen herab und

Vater

Be

die Arme. 1 Liebes Kind! bitte nur um einige Augenblicke

,

ruhiges Gehör, und dann küſſe mich, willſt, oder am Ende wohl gar nicht

Indeſſen hatte ſich Winterfeld der Gruppe ge⸗ nähert, ſein Auge ſtrahlte, hoch auf ſchlug ihm das

Herz.

ſo viel wie Du

1 41

Indem ich Dir hier einen ſehr würdigen Kir⸗ chenrath unſeres Landes vorſtelle, gieb mir kurze Antwort, liebe Bertha, auf die Frage, ob er Dir eben

ſo lieb iſt, als der gute Pfarrer von Auguſtenau? Vater! o mein theurersVater! rief Bertha laut jubelnd, doch im andern Augenblick ſank ſie zu des Grafen Füßen und die Hände zu ihm erhebend, flüſterte ſie kaum vernehmbar:O wie danke ich Dir, daß Du meine heiligſten Gefühle verſtanden, daß Du

das Glück Deines Kindes Bertha vermochte nicht weiter zu ſprechen, ein Thränenſtrom erſtickte

ihre Stimme.

Der General erhob ſie in tiefer Bewegung un zog den Liebling an ſeine Bruſt.

Als die Familie ſich im großen Saale wieder nahm Graf Felseck Winter⸗ gehöriger Form als ſeinen Einen eben⸗

d

zuſammengefunden hatte, feld's Hand, um ihn in künftigen Schwiegerſohn vorzuſtellen. bürtigern Schwiegerſohn, als den Herrn Kirchenrath hier mit dem eiſernen Kreuz, vermochte ich nicht zu finden, ſagte er

ausbleiben. Dann aber iſt für mich die Zeit gekom⸗ men, den Dienſt zu verlaſſen, und für Euch, meine Kinder, bei mir den Dienſt anzutreten. aber bleibt Ihr noch hier in Auguſtenau das Leben zu verſchönern, denen Ihr

beſehen, Eures Lebens Glück zu verdanken habt.

, um denen doch, genau

D

deſſen Hand mit der ſeiner Tochter, tion, denke ich, hat einen guten Ausgang genommen

willkommene Gäſte ſind!

hinaus.

armſeligen Hütten

Seite

unregelmäßigen Berggruppen erſtreckte, welche bier

lächelnd und fügte hinzu:der Con⸗ ſiſtorialrath wird denn auch wohl nicht lange mehr

Bis dahin

Herr Ritter Winterfeld, dabei vereinigte er unſere Expedi⸗

Jetzt in die Quartiere, mag Feldern nun das Seinige beweiſen, daß wir Beide ihm auch thun, um uns zu beweiſen, daß eide ihm ch Zzurück.

eitung.

. .. Die Brunt in der Waldkapelle. Nach einer wahren Begebenheit von Stanislaus Graf Grabowski. Der Bräutigam. waren Gäſte, zwei⸗ denn aus den lan⸗

Im Schloſſe des Grafen K. fellos viel und vornehme Gäſte,

gen Fenſterreihen beider Etagen ſtraßlte eine glän

ſe Herbſtnacht

.*.

deckten Finſterniß und Nebel die des Dorfes, das in einem weiten Halbkreiſe den Schloßberg umgab, die Felder, die längſt ihren Getreideſchmuck verloren hatten, und den herrſchaftlichen Park, der auf der anderen

des Schloſſes ſich gegen Suden bin bis an die

zende Beleuchtung in die unfrennd

Rings umher

großen

die Grenze zwiſchen Volhynien und Galizien bilden.

Bei Tage hatte das Auge nach dieſer Richtung den

düſteren Anblick endlos erſcheinender Nadelholzwälder, die ſich in dunkeln Schattirungen terraſſenförmig über ſeinander erhoben, nach der entgegengeeeeten blickte es in die fruchtbaren Niederungen der Horuin. Der reiche Graf Anton K. beſaß in dieſem ſüd⸗ lichen Theile Volhyniens einen anſehnlichen Güter⸗ complex, und galt für einen der vornehmſten Edelleute der Provinz, ſeine Vorfahren hatten in der alten polniſchen Zeit den Titel Woiwoden geführt. Frü⸗ her, als ſeine Gemahlin noch lebte und er ſelbſt ſich noch lebenskräftiger und vergnügungsbedürftiger fühlte, atte er den größten Theil des Jahres mit jener in Warſchau oder im Auslande zugebracht, aber das Unglück ſeines polniſchen Vaterlandes und das Alter hatten ihn gebeugt, und jetzt verließ er, ſeitdem ſeine einzige Tochter vor zwei Jahren aus dem Kloſter zu Warſchau, in dem ſie erzogen worden, wieder zu ihm zurückgekehrt war, ſelten und dann nur auf kurze Zeit das Schloß. Es ging daſelbſt gewöhnlich ſtill und einſam zu,

nur zuweilen kamen Gäͤſte aus der Nachbarſchaft, .. 13 27 7. alte Freunde der Familie zu Beſuche, noch ſeltener

vornehme Fremde, die auf ihrer Reiſe die Gaſtfreund⸗ ſchaft des Schloßbeſitzers in Anſpruch nahmen. Bei ſolchen Gelegenheiten entfaltete das Haus wohl wie⸗ der auf einige Tage ſeinen alten Glanz, aber wenn die Gäſte fort waren, kehrte die Ruhe ſchnell wieder

Dieſen ganzen Sommer indeſſen unſere Ge⸗

den Grafe gen! 3

voleren Leb war er zu ſehr ſeine Freunde z ſichten ſchuldig, tes ſchlecht ausge

ten des Gallgeber

zu Dorfe

Srunde, nur No n Kruge, Dder whimmerte ein t gegangen wäre, worrenen Stimme Dort zechte noch Geſellſchaft von

Mergugen, das diente und in ſervirten ſilben treppauf und tre hatten in der! Stellen wieherte ten ungdaldig bruch mahnen, werke jeder Art Gutsbeſitzer⸗Fa hatten.

In der unt die Gaſt⸗ und( nnen eingerichter

Aänzende Geſe zen Ballſaale,

arden, tanzte

General beorde n anderen Zim oder düard, i gen ſernit, u Saale, von

deſß

her

munterem Geſp Au Ende

Ahnen ernſt