Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
783
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Vierte

aber bisher Jeden, der um ſie freite, hatte umbringen laſſen,

rechnete der König von England darauf, ſich in dieſer Weiſe ſeines Schwiegerſohns, dem er aus mehrfachen Gründen mißtraute, zu entledigen. Die Königin von Schottland, Na⸗ mens Hermentrude, faßt wider Erwarten eine heftige Liebe zu Hamlet und beſteht darauf, daß er ſie zur Gemahlin neh⸗ men ſolle, wiewohl er ſchon vermählt iſt. Man darf nicht vergeſſen, daß alle dieſe Begebenheiten weit vor der Einfüh⸗ rung des Chriſtenthums im Norden von Europa liegen ſollen. Er fügt ſich dieſem Verlangen, kehrt mit ihr nach England zurück und bringt dort den ihm feindlich geſinnten König um. So hatte nun Hamlet zwei Frauen, von denen allerdings die zweite ſeiner erſten Gemahlin nur für eine Beiſchläferin galt. Dieſe rechtmäßige Gemahlin läßt zwar in ihrer Liebe zu dem König Hamlet nicht ab, wiewohl ſie ihm die gerechten Vor⸗ würfe für ſeine Untreue nicht erſpart. Er kehrt mit beiden Frauen nach Jütland zurück. Beide ſcheinen mit ihm könig liche Rechte genoſſen zu haben. Die kriegeriſche Königin von Schottland begleitet ihn auf allen ſeinen Kriegszügen, wird aber dann zur Verrätherin an ihm und heirathet, nachdem ſie ſeinen Tod veranlaßt oder verſchuldet hatte, den nachge laſſenen Sohn des Königs Rorich von Dänemark, den Bruder von Hamlet's Mutter, Namens Wizlerus. Hier ſchließt Bel⸗ keforeſt ſeine weitſchweifige Erzählung.

Es ſei der vergleichenden Betrachtung der Leſer ſelbſt

überlaſſen, ſich klar zu machen, wie frei poetiſch und ſchöpfe⸗

riſch genial die Veränderungen ſind, welche Shakeſpeare an

dem eben erzählten Steff zur Geſtaltung ſeines Dramas vor⸗ nahm. 7.

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imlonnaturen aus dein ſtebzehnten Jahrhundert.

Vaterland war reich an ſtarken Män⸗ nern, die durch ihee ungewöhnlichen Körperkräfte ihre Umge⸗ bung in Erſtaunen ſetzten.

Im zweiten Jahrgang der ſchweizeriſchenBerna er⸗

zählt Leonhardi auch von drei Graubündner Athleten, die fa⸗ belhafte Beiſpiele von ihrer Arme Gewalt überliefert haben. Der ſtarke Malixer Uoli unter dieſem Namen war

Ulrich Schoch von Malix im ganzen Lande bekannt er⸗

ſchlug eines Tages in wenig Minuten acht öͤſterreichiſche Sol daten, die in ſein Haus gekommen, um zu plündern, band ſie mit einem Seile zuſammen und beſtattete ſie im ſchäumenden Bache unweit des Dorfes.

Wenn Uoli Holz nöthig hatte, ging er ohne Axt und Schlitten in den Wald, riß eine Tanne aus und zog ſie ſammt Wurzeln und Aeſten nach Hauſe.

Einſt lud der öſterreichiſche Oberſt Baldiron, der mit ſeinen wilden Horden das durch Parteiungen geſchwächte Rhätien bezwungen hatte, den gefürchteten Malixer zu einer Mahlzeit nach Chur ein, hoffend, ihn auf verrätheriſche Weiſe ergreifen und lebendig nach Innsbruck liefern zu können, um der dortigen Regierung zu zeigen, mit was für Rieſen er in Bünden zu kämpfen habe. Der Verſicherung, daß ihm kein Leid geſchehen ſolle, trauend, mehr aber noch auf ſein Schwert und ſeinen Arm ſich verlaſſend, nahm Uoli die Einladung an. Als auf ein gegebenes Zeichen eine ganze Compagnie Lands⸗ knechte aufmarſchirte, um ſich des fröhlich ſchmauſenden Ga⸗ ſtes zu bemächtigen, machte ſich dieſer mit ſeinem Schwerte mitten durch die Feinde eine Bahn und gelangte mit heiler Haut nach Malip.

Im Jahre 1628 von der Peſt ergriffen rannte Uoli in

das mehr als zwei Stunden entfernte Obervatz, lud auf jede

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Folge. 783 Achſel einen Lägel Wein und eilte in ſchnellem Laufe damit nach Hauſe, um die Krankheit auszuſchwitzen. Er erlag je⸗ doch der ſchrecklichen Seuche, welche zu Berg und Thal Tau⸗ ſende dahinraffte.

Durch ähnliche Rieſenkraft zeichnete ſich Jörg von Prada im Schanfigg aus, deſſen Geſchlechtsname nicht bekannt iſt. Zum Kirchenbau ſeines Dorfes trug er ganz allein den er⸗ forderlichen Sand auf ſeinen Schultern aus bedeutender Ferne bergauf. Er füllte jedes Mal einen Malterſack mit dem ſchweren Material.

Eines Tages wurde Jörg vor den löblichen Churer Magiſtrat eitirt. Auf dem Gange nach der Stadt riß er eine Tanne aus. Vor dem Rathhauſe angelangt, ſtellte er dieſelbe ſo barſch an die Mauer, daß die Tannzapfen durch

das offene Fenſter auf den Tiſch flogen, an welchem die hoch⸗ und wohlweiſen Rathsherren mit ihren bepuderten Perücken ſaßen. Dann trat er in die Gerichtsſtube und fragte:Was wollet Ihr?Nichts, antwortete der Herr Bürgermeiſter.

Einmal kam ein Türke nach Chur, der durch ſeine Rie⸗

ſenſtärke einen europäiſchen Ruf erlangt hatte, und forderte prahleriſch den ſtärkſten Rhätier zu einem Hoſenlupfe auf. Jörg von Prada trat muthig auf den Kampfplatz und ſchleu⸗ derte den Gegner dergeſtalt auf den Boden, daß er lange nicht mehr aufſtand. Für dieſe Rettung der Bündnerehre erlaubten ihm die Churer bei einem Mehlhändler ſo viel Mehl zu nehmen, als er heim tragen möge. Er lud auf jede Achſel einen vollen Malterſack und ſtieg damit ganz gemüth⸗ lich zu ſeinem mehr als eine Stunde entfernten Bergdorfe empor. Unterwegs bückte er ſich noch bisweilen, um Erdbee⸗ ren zu pflücken. V Von Georg Saluz, Antiſtes von Chur, werden u. a. folgende Kraftſtücklein erzählt: Zwei Laſtträger mühten ſich umſonſt ab, eine Waaren⸗ balle über eine Leiter auf einen Wagen hinaufzuwälzen. Der Antiſtes hieß ſie auf die Seite treten und ſtieß die Balle mit einem Fuße hinauf.

Dem ſtärkſten Appenzeller, welcher nach Chur kam und mit groben Worten Saluz ſagte, daß er abſichtlich gekommen ſei, um ſich mit ihm zu meſſen, drückte er zum Willkommen die Hand ſo ſtark, daß zwei Finger brachen.

Eines Tages ſtand der geiſtliche Herr im Amtsornate vor einem Hauſe, aus welchem ein Todter zu Grabe getragen wurde. Neben ihm lag eine dicke Eiſenſtange am Boden, die eben verladen werden ſollte. Er ergriff ſie heimlich und verbarg ſie unter ſeinem Mantel. Als die Fuhrleute ſie eine Weile mit verblüfften Geſichtern geſucht, meinend, es ſei nicht mit rechten Dingen zugegangen, langte er ſie lachend hervor. Zwei Männer waren dann faſt nicht im Stande, die ſchwere Eiſenſtange auf den Wagen zu ſchaffen. Auf einem Spaziergange traf Saluz einmal einen Bauer, deſſen Ochſe nicht im Stande war, ein ſchweres Fuder einen Stutz hinaufzuziehen. Er befahl auszuſpannen und zog die Laſt mit ſeinen ſtarken Armen hinauf.

Mag die Volksſage, der wir dieſe Dinge nacherzählen, ſich einiger Uebertreibung ſchuldig machen, ſo iſt es doch eine ausgemachte Sache, daß Uoli, Jörg und der Antiſtes(der letzte war auchgroß an Gemüth, wie an Körper) eine Kör⸗ perkraft beſaßen, wie ſie in unſeren Tagen in den rhätiſchen Landen nicht mehr gefunden wird, obſchon die Leutedahin⸗ ten noch nicht ſo ſtark von der Culturbeleckt ſind. 9.