Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
775
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So zühmt man einen Haustyrannen.

Nach dem Engliſchen mitgetheilt von

Friedrich Coßmann.

Dunkelblaue, durch Thränen ſcheinende Augen, Wangen mit Grübchen und vor Aufregung ſcharlach⸗ roth, ein kleiner, rother Mund, der vor innerm Leid zuckte wie eine Roſenknospe, und ein ſchneeweißer Hals, der ſich convulſiviſch bewegte; das Alles zeigte ſich an Roſamunden, als ſie ſchluchzend ausrief:

Hyſteriſch in der That!(ſchluchzt.) Ich möchte wiſſen(ſchluchzt), ob es nicht ſelbſt einen weiblichen Engel hyſteriſch machen würde(ſchluchzt), wenn er einen Mann hätte(ſchluchzt), der ſo wunderlich wie Hugo iſt!(ſchluchzt.)

In dieſem Augenblick ertönte die Schelle an der Hausthür. ruhigern Haltung nieder, trocknete ihre Augen mit dem Taſchentuch ab und verſteckte dann das modiſche, mit Thränen durchnäßte Spinnengewebe unter einem Sophakiſſen.

Roſamunde ſetzte ſich ſogleich in einer

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Es iſt Hoetor Calculus, ich weiß es, unds

n möchte ich jetzt fortlaufen Als ob ich nicht ſelbſt am beſten wußte, ob ich krank oder geſund bin! Wenn Hugo ihn kommen ließe, um ſeinen eigenen Geſund⸗ heitszuſtand von ihm unterſuchen zu laſſen, und er verordnete ihm eine Zwangsjacke und ein Tropfbad, ſo wäre darin doch etwas Verſtand. Er wird aber wohl ſehen und es auch Hugo ſagen, daß ich ſo ge ſund bin, wie ich es nur ſein kann, und daß ich gar keiner Arznei bedarf!

Doctor Caleulus, ein kleiner, kahlköpfiger, alter Mann mit ſehr ſcharfen Augen, trat ein, ſetzte die portative Hausapotheke, die er nach amerikaniſcher Sitte in zwei Satteltaſchen bei ſich führte, auf den Teppich nieder, während er ſeinen Blick aufmerkſam auf die ihm in Ausſicht geſtellte Patientin richtete.

Sich ihr nähernd, ſtreckte er ſeine Hand nach ihrem runden weißen Handgelenk, das unter den ſchnee⸗ weißen Aermeln h verſteckt war.

Roſamunde ſchob den Aermel ſogleich zurück und richtete einen muthwilligen, herausfordernden Blick auf ihn.

Sie mögen Ihre Satteltaſchen nur ganz ruhig wieder mit nach Hauſe nehmen, ſagte ſie zu ihm. Ich bin eben ſo wenig krank wie Sie.

Krank? natürlich nicht, das Nervenſyſtem ein wenig in Unordnung, das iſt Alles.

en

Vierle Folge.

es iſt, ſo iſt es Hugo, unwilligen Blick aus ihren veilchenblauen Augen;

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Und Doctor Calculus nahm eine große Priſe Schnupftabak und ſetzte ſich ihr gegenüber.

Ich bin nicht nervös; wenn Jemand von uns ſagte Roſamunde mit einem

Sie haben ihn während ſeines ganzen Lebens gekannt, und Sie ſollten Ihren eimnen Sohn nun doch wohl eben ſo gut kennen wie ich, Doctor Calculus.

Die letzten Worte ſagte ſie mit einem leiſen Zittern in der Stimme, und der Doctor, der ſie mit einem ſchalkhaften Blinzeln ſeiner kleinen, ſcharfen Augen überwachte, ſagte:

Ei, Roſa, weht der Wind ſchon aus dieſer Ge⸗ gend? Liebes Kind, Ihr ſeid ja kaum erſt ſechs Mo⸗ nate verheirathet. Du und Hugo, Ihr ſolltet wie ein Paar Turteltauben ſein. Wäre ich an ſeiner Stelle, ſo ſollte nicht ein rauhes Lüftchen Dich be⸗ rühren.

Sie brauchen Hugo nicht ſchlecht zu machen. Er iſt ſo gut, wie er ſein kann, ſagte Roſamunde

Gwenn

ziemlich erzürnt,blos blos und allemal Und ihre rothen Lippen begannen wieder

zu zucken.

Ganz richtig nur wenn er einen ſeiner Tan⸗ trums bekommt. Ich weiß, der liebe Junge iſt ihnen unterworfen, ſagte der Docter mit dem größten Ernſte.Ich betrachtete ihn indeſſen nie als unheil⸗ bar und ich bin überraſcht, daß eine Frau dieſe Auf gabe nicht fertig gebracht hat. Ich bitte Dich, liebes Kind, theile mir die Eigenthümlichkeiten ſeines jetzi⸗ gen Anfalls mit. Unter uns geſagt, ich glaube, wir können ihm Halt gebieten.

Wir?

Und Roſamunde's Augen enthüllten ganz uner⸗ hörte azurne Tiefen.

Komm, komm, Kind ich bin Hugo's Vater, wie Du weißt, und ich bedarf gerade, daß Du mir erzählſt, wie er ſich benimmt: nicht wahr, mürriſch und wunderbar?

Roſamunde zögerte. Sie war eine zu treue Gat⸗ tin, als daß ſie Hugo's Fehler ſelbſt ſeinem Vater mit Ueberlegung auseinanderſetzen wollte. Aber ſie war jung und hatte keine Mutter in der Nähe, der ſie ihr Herz hätte ausſchütten können, und gerade jetzt war ihr Herz ganz voll von dem Unrecht, das ſie von ihrem Gatten leiden mußte. Die Verſuchung, ſie einem ſo theilnehmenden Freunde zu erzählen, war zu groß, und ſie gab ihren Gedanken Worte:

Es iſt nichts weiter, als daß Hugo ſich ange⸗ wöhnt hat, wunderlich zu ſein, ſagte ſie.Er iſt ganz ſo gut, wie er ſein kann, nur wenn er eben mürriſch iſt, kann man ihm nichts nach ſeinem Sinne