Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
774
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774 Novellen⸗Zeitung.

als je zuvor. Bald hatten die beiden Freundinnen einen ſchönen Platz im Parke erreicht, wo außer dem Plätſchern eines kleinen Waſſerfalles die ſie umge⸗ bende Stille durch nichts geſtört wurde. Stumm waren Beider Blicke eine kurze Zeit der ſinkenden Sonne gefolgt, als Bertha zu Anna hingeneigt die Worte flüſterte:O theuere Anna, ſeitdem ich weiß, daß Feldern in der Kürze meinen Vater ſieht, drängt es mich Dir endlich das Geſtändniß meiner Liebe zu Deinem Bruder Hermann abzulegen. Ich weiß, daß meine Liebe zu dem herrlichen Manne Dir kein Ge⸗ heimniß iſt. Ich habe es aus den theilnehmenden Blicken geleſen, ſelbſt aus mancher leiſen Andeutung, Waldeshöhe die Felsgebilde überſehen konnte, wo er die tröſtend mein geängſtigtes Herz immer wieder ſo manche Stunde mit ſeiner ſchönen Schülerin leh- mit Hoffnungen erfüllte, wenn es den Zweifeln an rend und ſelbſt lernend verweilt hatte. Die Erinne⸗ ſeiner Liebe zu unterliegen drohete. rungen, von denen jede einzelne neues Leben gewinnend Während Bertha in ihren weitern Mittheilungen vor ſeine Seele traten, würden doch endlich den Sieg Anna nichts Neues ſagte, jubelte ſie faſt laut auf, davon getragen haben über alle ſeine großen Vorſätze, als Anna ihr mit Hand und Mund verſicherte, daß Aber die Scene erlitt plötzlich eine Verwandlung ihre Liebe in demſelben Maße von ihrem Bruder er⸗ durch Feldern's Eintritt, der, ein Schreiben in der widert würde. Hand, ſeine Berufung in die Reſidenz anzeigte. DieDie Reinheit ſeiner Liebe aber, ſetzte Anna Unterhaltung wurde jetzt eine allgemeine, und der betonend hinzumagſt Du aus ſeiner Zurückhaltung Reſt des Tages verging unter Bertha's Erzählung erkennen, die in der Beachtung der Standesverhält⸗ ihrer kleinen Erlebniſſe in der Stadt. Die nächſten niſſe ihren weſentlichen Grund hat. Tage waren zum großen Theil durch die VarbereiO, er iſt ſtolz! das habe ich mir immer ge⸗ tungen zur Reiſe und durch die während Feldern's dacht; doch ich ehre dieſen Stolz an einem Manne Abweſenheit nothwendig werdenden Anordnungen be⸗ wie Dein Bruder, entgegnete B d fügte anſprucht. Vollſtändig war die Familie gewöhnlich hinzu:Ich habe mich jetzt ausgeſprochen, liebe Anna! nur Abends zuſammen. Dann belebte die altge⸗ Nachdem ich Dir mein Herz offen dargelegt habe, wohnte Heiterkeit den kleinen Kreis. Doch traten fühle ich mich im Geiſte auch Deinem Bruder Her⸗ auch Momente ein, in denen ſich eine gewiſſe Feier⸗ mann um Vieles näher gerückt. Im Uebrigen lege lichkeit bemerkbar machte, wie ſie manche Menſchen ich meine Zukunft in Gottes Hand und in den Schutz wohl ergreift wie in einer dunkeln Vorahnung ihnen Deines herrlichen Feldern. Wie vor Gott, ſo habe nahe bevorſtehender wichtiger Ereigniſſe. ich jetzt vor Dir, vor Deinem Manne, ſelbſt vor Dei⸗ Der Vorabend des von Feldern zur Abreiſe be⸗ nem Bruder kein Geheimniß mehr. Eurem Urtheile ſtimmten Tages war gekommen. An das Herz des gebe ich anheim, ob Ihr, wie Ihr mich kennen ge⸗ theuren Mannes geſchmiegt, batte Anna ihm am lernt habt, mich Hermann's Liebe für würdig er⸗ Morgen die ſüße Hoffnung verkündigt, die Feldern's achtet. 1* heißeſtem Wunſche Erfüllung verhieß; ſein ehelichesSieh, auch Du, meine liebe thkure Bertha, biſt Glück hatte dadurch den Gipfel, erreicht. Ein bisher vom Stolz nicht frei. Doch Dein StolsMiegt hier noch unbekanntes heiliges Gefühl hatte das Geſicht in der Demuth, wie ſie uns Frauen zur Zierde ge⸗

,.. der ſchönen Frau verklärt, als ſie bei herannahendem reicht... Abend mit gefalteten Händen, Bertha gegenüber, am. Leichteren Herzens als ſie Inan waren, Deuthe offenen Fenſter in die duftende Landſchaft blickte. mit ſtrahlenden Auge, kehrten die Frauen 115 95 :. 7. 1 ca rück. 3 4 i f 1 O, komm, liebe Anna, rief Bertha raſch aufſtehend, zurüch, um Feldern und Winterfeld am Abend tih 31 laß uns hinausgehen in das duftende Bluͤthenpara⸗ erwarten. ESchluß folgt.)

dies, die wunderreiche Naturpracht iſt dazu geſchaffen

ſie im Freien zu genießen, nicht, ſie weitab nur aus den Fenſtern zu betrachten.

Anna erkannte aus dem freudeſtrahlenden Blick, womit Bertha Winterfeld zum erſten Male begrüßte, daß es für Bertha nur eine große Liebe auf der Welt gab, und daß ihr Herz und Verſtand über den Gegenſtand derſelben mit ſich im Klaren ſeien. Da⸗ gegen ſprach ſich in Winterfeld's Zügen, in dem häu⸗ figen Wechſel der Geſichtsfarbe, während er nach den Worten ſuchte, um der Herzlichkeit, womit er Bertha willkommen hieß, den rechten Ausdruck zu verleihen, der innere Kampf aus, mit dem er ſeiner Gefühle Herr zu bleiben ſchwer rang, wie in früherer Zeit. Bertha führte Winterfeld zu einem Sitze am Fenſter, von wo man einzelne Stellen im Park und auf einer

Anna war gern bereit dazu. Strahlte ihr doch ſelbſt heute die Welt in einem viel ſchönern Lichte

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beſten wußte, d Hugo ihn komr heitszuſtand von werordnete ihm ſo wäre darin d wohl ſehen und ſund bin, wie ich keiner Arznei be Doctor Ca Mann mit ſehr portatibe Hausa Sitte in zwei S Teppich nieder, auf die ihm in? Scich ihr u ihrem runden we⸗ weißen Aermeln Koſamunde rictee einen m auf ihn.