Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
773
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Nein, lieber Bruder. Meine Liebe zu Bertha ſoll, wie ihr ſelbſt, auch der Welt ein Geheimniß blei⸗ ben. Ich will mit aller Kraft gegen das Unmögliche

ankämpfen.

Deine Grundſätze weiß Niemand beſſer zu wür⸗ digen als ich. Aber, was Anna ſchon länger erra⸗ then, iſt in letzterer Zeit auch mir zur Gewißheit ge⸗ worden. Aus der anfänglich für Dich gefühlten Ver⸗ ehrung iſt die Liebe zu Dir in Bertha's Herzen er⸗ wachſen. Das war natürlich, ſobald ſie anfing Dich mit den jungen Herren ihrer Bekanntſchaft in der Reſidenz zu vergleichen. Wenn Jene mit ihr plau derten über nichtsſagende Dinge und Bertha für ein verzogenes Kind hielten, deſſen Erziehung wegen des frühen Todes der Mutter vernachläſſigt, das in Er⸗ mangelung eines Urtheils eine lebhafte Phantaſie und eine ſeltene Lebendigkeit beſitze, da haſt Du bald mit ihr über ſo ernſte Dinge geſprochen, als hätteſt Du eine vielſeitig gebildete Dame vor Dir. Es hat einen tiefen wohlthuenden Eindruck auf Bertha ge⸗ macht, und ſo iſt ſie im aufgehenden Bewußtſein des Vielen, was ihrem Wiſſen noch fehlte, und im Stre⸗ ben Deine Achtung zu gewinnen, Deine eben ſo ge⸗ lehrige als mit Seele und Herz Dir ergebene Schü lerin geworden.

wenn ich ſelbſt einräume, lieber Bruder,

wen von Dir erwähnten Urſachen Bertha's

Achtung für mich zur Folge gehabt, ſo ſteht der Er⸗ füllung der Ausſichten, die Deine Liebe zu mir ſo verlockend eröffnet, wenn weniger die Verſchiedenheit des Alters, doch das Standesvorurtheil entgegen. Es könnte ſich doch, ſo entſchieden Du es auch jetzt in Abrede ſtellen möchteſt, ſchon in kürzeſter Zeit gel⸗ tend machen. Kannſt Du ſichere Garantie für ihre dieſen Punkt betreffenden Gefühle leiſten, wenn ſie z. B. als meine Gattin die erſten Briefe aus der Reſidenz empfing, mit der Adreſſe Frau Pfarrerin Winterfeld, geb. Gräfin v. Felseck⸗, woran es übel⸗ wollende Ingendfreundinnen, im vollen Bewußtſein ihres urcen, rein erhaltenen adeligen Geſchlechts, vielleicht nicht fehlen laſſen würden? Nein, Feldern, ich thue keine Schritte. Ich will mein bürgerliches Herz zu zwingen ſuchen, daß es nicht ferner Gefühlen Raum giebt, die, wenn ich ſie gegen Bertha aus⸗

ſpräche, das Glück einer edeln Familie für immer zer⸗

ſtören könnten.

Mit der Zeit kommt der Rath einen Beſchluß zu faſſen, von dem mehr als Dein Lebensglück ab⸗ hängt. Für jetzt erlaube mir nur das Einzige, beim Grafen Felseck, wenn ich demnächſt in die Re⸗ ſidenz komme, leiſe zu forſchen. Du weißt, er iſt

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Bertha, deren Wiederkehren im Frü hjahre feſt zu er⸗ warten, wird nicht anſtehen, Anna aus eigenem An⸗ triebe ein Geſtändniß zu machen, wie es in ihrem Herzen ausſieht, nachdem ſie alle die glänzenden Win⸗ terfreuden der Reſidenz genoſſen und die neue vor⸗ nehme Welt kennen gelernt, die der Fürſt dort um ſich verſammelt hat. Anna iſt der Meinung, daß Bertha nur durch die unerwartet ſchnelle Abreiſe ver⸗ hindert wurde, über das, wovon ihr Herz in der letz⸗ ten Zeit bedrückt wurde, Eröffnungen zu machen. Deine edele Schweſter aber war zu zart, Bertha's wiederholt über Dich ausgeſprochenen Urtheilen die Deutung zu geben, wie ſie von derſelben erwartet zu ſein ſchien.

Es werden Monate darüber vergehen, ehe Du in die Reſidenz kommſt, ſagte Winterfeld und reichte dem es ſo wohl mit ihm meinenden Bruder die Hand; dieſe Zeit wird vielleicht hinreichen zur reiflichen Ueberlegung, welche Antwort ich Dir gebe.

Sie wird ſchon die rechte ſein, um unſer Al ler Glück darauf zu begründen, entgegnete Feldern mit bedeutungsvollem Blick, und die beiden Freunde ſchieden unter dem gegenſeitigen Verſprechen, vorläu⸗ fig jede Aeußerung über Winterfeld's Herzensange⸗ legenheit in Anna's Gegenwart zu vermeiden.

Der Frühling war wieder ins Land gekommen. Es war nicht das hektiſche Erblühen und faſt herbſt⸗ liche Hinſterben, wie man ihn in unſren letzten Jah⸗ ren geſehen. Die Natur prangte diesmal in einer ſo allgemein lebendigen Blüthenpracht und Fülle, daß es auch in den Herzen älterer Menſchen noch einmal fröhlich aufblühete faſt wie in ihren jüngern Jahren. Auch Bertha war mit dem Frühlinge wiedergekom⸗ men. Prangend wie eine halberſchloſſene Roſe diente ſie wieder zur Zierde des Auguſtenauer Schloſſes. Schon eine Woche vorher hatten die erſten Nachti gallen auch die nahe Ankunft der Erſehnten verkündet und Winterfeld's Herz bald mit ſüßen bald mit ban gen Ahnungen erfüllt, wenn er auf ſeinen Spazier⸗ gängen am ſpäten Abend den Tönen lauſchte, die ihm oft wie der Wiederklang aus dem eigenen Innern erſchienen.

Das ſchillernde Leben in der großen Stadt hatte in Bertha's Auftreten keine Veränderung hervorge⸗ bracht. Wohl aber hatten die ſchönen Körperformen eine höhere Vollendung erreicht. Ein milder Ernſt auf der edelen Stirn, die Feſtigkeit des Charakters andeutend, der bei nicht gewöhnlichen Frauen unter richtiger Leitung ſpäter an die Stelle des Muthwil⸗ lens tritt, ohne deshalb die Heiterkeit der Seele zu trüben, erhöhte den günſtigen Eindruck, den Verth 8

ſeit Alters mein Gönner und ein redlicher Mann. liebliche Erſcheinung hervorrief.

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