Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
771
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aul Feldern auch Groß

ſten. feld gelobt wurde,

Vierte Folge.

und Klein, Alt und Jung im ganzen Dorfe.

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Wenn ken verſunken, die Blume zerpflückte, die Winterfeld

der alte Schulze ſie auf ihren Wohlthätigkeitsgängen eben im Begriff war nach den Merkmalen zu claſſi⸗

begleitete, lauſchte ſie aufmerkſam ſeinen Worten, wenn er von der gnädigen Frau erzählte, wie ſie und der Herr Pfarrer ſo gut ſeien auch gegen den Gering⸗ Bertha hörte es beſonders gern, wenn Winter⸗ dem ſie mit großer Verehrung ergeben war, ſeitdem ſie ſeine Kanzelvorträge gehört hatte. Sie hatte wohl auch in der Reſidenz die Kir⸗ chen beſucht, war aber bei den oft ſo entſchieden ſich entgegentretenden Urtheilen über die Vorträge nie zu eigener Meinung darüber gelangt. Winterfeld's Reden waren ihr etwas ganz Neues. In ſeinen Worten ſprach ſich feſte unwandelbare Ueberzeugung aus. Nicht eben viel anders, als er im gewöhnlichen Leben zu Einzelnen ſprach, redete er in der Kirche vor der verſammelten Gemeinde. Seine Worte waren Vertrauen erweckend; ſie ſprachen die Liebe und die Leh⸗ ren aus, wie er ſie nach dem Vorbilde ſeines erhabe nen Meiſters für den Inbegriff des göttlichen Wor⸗ tes hielt. Indem er die Schwärmerei des blinden Glaubens dem Verſtande unterordnete, bezeichnete er dem geläuterten Gefühl zum chriſtlichen Handeln die richtige Bahn. Bertha ſprach ſich nur ſelten über Winterfeld's Vorträge aus. Augen, die friſche lebendige Weiſe, girem. dode die übernommenen

mit der ſie nach kleinen Ob⸗

zeigten jedesmal den Eindruck,

den eine ſeiner Reven auf ſie gemacht hatte.

Im täglichen Umgang mit der hochgebildeten

Feldernſchen Familie hatte Bertha gar bald die vie⸗ len in ihrem Wiſſen vorhandenen Lücken erkannt. Ihr höchſtes Streben war es daher nachzuholen, was in ihrer geiſtigen Erziehung verſäumt war. Winter⸗ feld war nach ihrem Wunſche bald nach ihrer Ankunft in Auguſtenau ihr Lehrer geworden. Die ſchnelle Auffaſſungsgabe, der Fleiß der beharrlichen Schülerin machte ihm die Ausübung des übernommenen Amtes ſo leicht, daß ſie ihm bald nach den Geſchäften des eigentlichen Berufes zur Erholung gereichte. Wenn en eld z Zeiten mit der Gabe des Malers die Wunder der Tropenwelt vor ſie hinſtellte, oder ein andres Mal, im Orient beginnend, die Bücher der

Weltgeſchichte biszur Neuzeit vor ihren Augen er

ſchloß, dann ſchien die Welt in der Nähe nicht mehr für ſie vorhanden. Ihre Blicke waren nur auf die Züge des Darſtellers gerichtet, ten, je nachdem ſein Inneres erregt wurde von den Gegenſtänden ſeines intereſſanten Vortrages. Auf ſei⸗

nen botaniſchen Excurſionen, an denen Anna in ihrer

Freude an der Natur gewöhnlich theilnahm, nete es ſich aber auch wohl, daß Bertha, in

ereig⸗ Gedan⸗

die ſich höher beleb⸗

Aber ihre leuchtenden

fieiren. Was Bertha kaum erſt ahnete, das konnte Anna nach eigener Erfahrung nicht lange ein Räthſel bleiben. Im Herzen des ſchönen Mädchens begann jene ſchöne Blüthe zu knospen, die dem Tageslicht nicht zu lange entzogen bleiben darf, ſoll ſie nicht hinwelken und frühzeitig ſterben.

Auch Winterfeld war nach Monaten ein Anderer geworden. Nicht etwa ein Träumer; Schwächen konn⸗ ten nicht Wurzel faſſen in einem Manne von ſo fe⸗ ſtem Charakter. Aber wer ihn genauer kannte, ſah an einem Ernſt, der zuweilen mitten in der heiterſten Unterhaltung gleich einem Wölkchen über ſeine freie Stirne flog, daß etwas mit ihm war, was er für ſich ganz allein zu behalten ſich auferlegt hatte.

V Muſik und Malerei waren die ſchönen Künſte, welche die Freiſtunden der Schloßdamen ausfüllten. Unter Anna's Leitung hatte Bertha im Zeichnen An⸗ fänge, in der Muſik bedeutende Fortſchritte gemacht, nachdem die Vorurtheile beſiegt waren, welche Frau v. Feldern bei ihrer erſten Bekanntſchaft mit der muthwilligen kleinen Gräfin im Vaterhauſe wahrge⸗ nommen hatte.

War Winterfeld gerade anweſend, wenn Bertha ſpielte, ſo wandte er in der erſten Zeit wohl die No⸗ tenblätter um, wie er es bei der Schweſter gewohnt war. Später aber ereignete es ſich nicht ſelten, daß ſie plötzlich unſicher wurde, wenn Winterfeld's Hand die ihrige zufällig berührte. Anna bat daher eines anes ſcherzend den Bruder, es lieber nicht mehr zu thun, und Winterfeld verſprach lächelnd nach ihrem Willen zu thun. Als er ſich jedoch eines Abends bei dem Vortrage einer großen Sonate in einiger Ent⸗ fernung hielt, ſagte Bertha, ſich zu ihm hinwendend, faſt ſchmollend:Hören Sie doch, wie ich falſch greife; das kommt davon, daß Sie mir Ihre Hülfe bei dem Umblättern verſagen, bitte wie ſonſt; wenn nicht kann ich nicht ſpielen. Winterfeld wandte die Blät ter, und das Spiel nahm an dieſem Tage einen ſo harmoniſchen Fortgang, wie man ihn nie zuvor von dem ſchönen Mädchen vernommen. Als Winter⸗ feld Abends nach Hauſe ging, zog etwas wie ein lei⸗ ſer Mollton durch ſeine Seele; doch wurde dadurch die Harmonie in ihm nicht geſtört, die bisher in den Vorkommniſſen des Lebens ſeinem Handeln zur maß⸗ gebenden Grundlage diente.

Raſch genug waren den glücklichen Bewohnern von Auguſtenau die Sommermonate entſchwunden. Es wurden Pläne gemacht, wie man unter paſſend ein⸗ geſchaltetem Wechſel der Geſchäfte und des Vergnü⸗

gens den Winter in dem eben ſo ſchön als bequem