Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
760
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Noch gehorcht dem Staubesſohne, Was um ihn da wogt und kreiſt, Noch dringt bis zur fernſten Zone Sein beflügelt mächt'ger Geiſt; Und ob in der Zeiten Mythe Roh geworden auch und wild, Noch iſt dieſer Adamite

Wie einſt Gottes Ebenbild.

So erhebe Dich, o Dichter,

Weg den Dorn aus Deiner Bruſt! Schwelge lenzberauſcht in lichter Menſchlichſchöner Lebensluſt.

Dein iſt ja der Welt Getümmel,

Dein die Flur, der Lenz, das Meer, Und dereinſt Dein ſelbſt der Himmel Stolzer Staub, was willſt Du mehr?

O! ich weiß es, Ihr Poeten,

Daß die Zeit Euch grauſam ſchmäht, Daß Ihr, gleich Anachoreten, Weltverlaſſ'ne Bahnen geht;

Daß, wie Furien, Euch nah'n Stunden, Die kein Wort der Sprache nennt, Daß Ihr blutet tief aus Wunden,

Die der laute Markt nicht kennt.

Aber auch nur Euch enthüllet Ward der Wonne ganzes Reich Wenn der Genius Euch erfüllet, Seid Ihr wahrlich göttergleich. Euer ſind der Rührung Thränen, Euer iſt der Liebe Kuß,

Das Verſtändniß alles Schönen, Des Erhabenen Genuß.

So zieht hin auf lichten Wegen, Glänzend, tröſtend wie ein Stern, Und verkündet Gottes Segen

Allen Duldern nah und fern;. Doch gilt's auch dereinſt zu grollen, Kämpfend für des Rechtes Sieg, Laßt des Geiſtes Gluthſchwert rollen In dem Welterlöſungskrieg.

Kämpft und ſtreitet, Ihr Geweihten, Bis der Letzte von Euch ſteht; Deutet uns die ew'gen Seiten, Draus des Weltgeiſts Odem weht; Lehrt die Menſchheit, o Poeten, Ihrer künft'gen Bahnen Lauf Seid in Wahrheit Ihr Propheten, Schließet uns die Zukunft auf!

Novellen⸗Jeilung

Literariſche Briefe uvon Otto Banck.

Die verlorene Handſchrift. Roman von Guſtav Freytag. Leipzig, bei Hirzel. 1864.

Sie bitten mich, und zwar ſobald als möglich, um ein Urtheil über den neuen Freytag'ſchen Roman Die verlorene Handſchrift; Sie wünſchen ſich dar⸗ über zu einem beſtimmten Abſchluß zu verſtändigen, bevor die vielen geſchriebenen und geſprochenen Ur⸗ theile über dieſe Novität die unbefangene Auffaſſung verwirren und zu Parteinahmen, zu Oppoſitionen und Zugeſtändniſſen führen, die eigentlich mit der objec⸗ tiven Werthſchätzung des Gegenſtandes nichts zu thun haben.

Eine ſolche objective Auffaſſung iſt allerdings höchſt wünſchenswerth, doch im vorliegenden Fall kann der reingeſtimmteſte Kritiker nicht viel zur Förderung derſelben beitragen, indem es bei einer ernſten Auf⸗ faſſung der Literatur ganz gegen das literariſche Ge⸗ wiſſen iſt, eine noch unvollendete Schöpfung einer kritiſchen Beurtheilung unterziehen zu wollen. Und

die verlorene Handſchrift iſt noch eine ſolche un⸗

vollendete Arbeit, über die eine umfaſſende Anſicht in

Bezug auf den Kunſtwerth dieſes Romans doppelt unmöglich ſein würde, da er eigentlich erſt am Ende der zwei erſten Drittel, die uns bis jetzt vorliegen, als fertige Knotenſchürzung der Compoſition ins Le⸗

ben tritt und ſomit Forderungen an die Geſtaltung

des künftigen Ganzen ſtellt, die wir erſt zu erwarten haben. Wenn uns von einem Roman die Führung der Handlung und mithin auch die entſcheidende letzte

Austragung der Charakterſchilderung noch unſichtbar

geblieben ſind, wie wenig wiſſen wir dann über das

Gelingen oder Mißlingen einer ſolchen Arbeit zu ſagen,

und wie anmaßend und voreilig wäre es, wollten wir

uns mit äſthetiſcher Speculation die abgebrochenen

Linien weiter conſtruiren, um dann über das Bild

raiſonniren zu können, was wir glauben im Sinne des Dichters errathen zu haben!

Sollte aber der aufmerkſame Leſer der bis jetzt erſchienenen beiden erſten Bände gar keine Gelegen⸗ beit zu intereſſanten Wahrnehmungen über ſeine Lee⸗ türe und gar kein moraliſches Recht haben, ſie ſchlicht und einfach auszuſprechen? Gewiß fehlt es ihm an V beiden nicht, vorausgeſetzt, daß ſein Urtheil nur für das Einzelne eine bedingungsweiſe Gültigkeit haben ſoll, deren Gewicht ſogar nach dem Fertigwerden des Ganzen ſich mannigfach modificiren, ſich verſtärken oder verringern kann.

Ich bitte Sie daher, daß ich das Wenige, welches

ich vorläufig ſagen möchte, ganz und gar nur in der

Laienrolle eines unbefangenen Leſers ausſprechen darf,

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