Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
757
Einzelbild herunterladen

hums und di MW 8 außer dem ad dem alten N Rath⸗ ig für dad Jacht kirchlichen Ange⸗ e. Die gennn genann⸗ § gefſigf * Rfügſame und eſen.

droi drei immer von en zu ſein, da ſters bei Ihnen

ſeid einſtimmig Herr v. Rldern, meiner Herrſchaft

ſch, es war eine gelebt haben Lebhaffigkeit die Männer ge⸗ r wie es Ihreu d W RR Nk. rerlich war. Zeit eine Klage

dung bedroht der heſtrengen. Wie der Fötſer nach jStelle entfernt denkken! t in faſt aͤrger⸗ rranlaſſung den⸗ nes Vorgeſetzten n ſchuldigen Ge⸗ Das ſind aber dnung amd aller⸗

er, und wate 88 tor, ſo von mir gen werden jeder eldern mit erhöh⸗ ir be⸗

!ierle

ſtützt, allein den Endbeſcheid fällte. Aber kommen wir auf Warnebold zurück.

Ja, bitte, fahren Sie fort, ich bin geſpannt zu hören, was Sie zu des Mannes Entſchuldigung anfüh ren werden, drängte der Freiherr.

Die Widerſetzlichkeit, in der Sie geneigt ſind den Grund zu des Förſters Entlaſſung zu ſuchen, worin Sie ein Vergehen gegen Ihre Hausordnung finden, rechne ich dem Manne als hohe Tugend an. Es iſt, wie Sie vermuthen: Warnebold widerſetzte ſich dem Oberinſpector, aber in der redlichen Abſicht Ihrer Caſſe im Jahre 1828 die Summe von 3000 Thalern zu erhalten, zu deren Veruntreuung er dem Oberinſpector behülflich ſein ſollte.

Herr v. Feldern! fuhr hier der Freiherr auf; ich bitte Sie Acht zu haben auf Ihre Worte. Der Oberinſpector hat ſein ſchwieriges Amt lange Jahre zu meiner Zufriedenheit verwaltet. Es gehören Be⸗ veiſe zur Rechtfertigung einer ſo ſchweren Anklage.

Der Förſter wird den Beweis durch den Chef der Holzhandlung führen, welcher 6000 Thaler an Ihre Forſtcaſſe gezahlt, während am Schluſſe des Rechnungsjahres nur 3000 für den eingegangenen Poſten berechnet waren. Es mag dieſer Fall nicht der erſte und der letzte ſein, denn nach Ausſage des

V b

hier anweſenden Bürgermeiſters von Frankenberg ſind

jährlich bedeutende Summen, angeblich für Ihre Rech⸗ nung, durch den Oberinſpector bei einem engliſchen Bankhauſe belegt worden. Auch Ihrem hier anwe ſunden Leibjäger ſcheint das Gewiſſen aufgegangen zu ſein bei dem Anblick des verkümmerten Warne⸗ old, den ich von dem heutigen Zuge hier eingebracht ſabe, mit dem Verſprechen weiter für ihn zu ſorgen. Wie geſagt, Ihr Jäger ſoll ſich ſeit dem Zuſammen⸗ reffen mit dem Förſter in einer ſeltſamen Stimmung ſefinden, aus der zu ſchließen, daß er über die zu ſehmende Partei nachdenkt, wenn Warnebold ſein rſtes Zeugniß ablegt.

Entſetzlich, wenn Alles dieſes ſich ſo verhäl töhnte der Freiherr und ſtuͤtzte beide Arme auf die Küiee.Wem kann ich hinfüro noch trauen, wenn der Mann mich betrog, dem ich nach öfterem Wechſel ſäiner Vorgänger mit unbegrenztem Vertrauen die ge⸗ ſammte Geſchäftsleitun gübergab! Es iſt das Schlimmſte, has nach Allem mich noch betreffen konnte. Rathen Lie mir, Herr v. Feldern. Was ſoll ich jetzt thun? V

Ich bin gleich mit meinen Eröffnungen zu Ende, zon denen ich Ihnen nichts vorenthalten durfte, wenn dis, was unſeren vereinten Bemühungen heute ge⸗ Uungen, auch für die Zukunft beſtehen ſoll. Daß Ihr Olerinſpector auch unter der Hand nach einem Bun⸗ disgenoſſen ausſieht, um das auf Ihrem Gebiet ge⸗

11

welcher ſchwierigen Lage Sie

Folge. 757 übte Regiment für die Dauer ſicher zu ſtellen, geht bis zur Evidenz aus einigen an meinen treuen In⸗ ſpector gerichteten vertraulichen Schreiben hervor. Er ſpricht darin zu wiederholten Malen den Wunſch aus, daß wegen der Behandlung der Leute auf den dieſſeitigen Gütern möglichſt ähnliche Einrichtungen wie bei Ihnen getroffen werden möchten, damit Ihre Häuslinge nicht aus den bei uns vorwaltenden hu⸗ manen Beſtimmungen zu Beſchwerden und zu. Bitten um Erleichterungen Grund finden möchten. Meine Mittheilungen werden hinreichen zur Erkenntniß, in ſich befinden. Gern will ich einräumen, daß mehr Ihre Unkenntniß der Dinge als Abſicht ſie herbeigeführt hat, und habe das feſte Vertrauen, daß ein unbefangener Blick in den Zuſtand Ihrer Beſitzungen Sie bald des Beſſe⸗ ren belehren wird. Unſer ganzes Leben, Herr v.

Trobiſch, hat die Aufgabe zu bauen und zu beſſern, daß es den Nachkommen wohl gefällt im Hauſe der

Väter. Haben Sie nur erſt den Anfang damit ge⸗ macht, ſo fühlen Sie ſich auch gewiß zur Fortſetzung gedrängt. Es iſt etwas Schönes um ſolch ein Leben der Thätigkeit und des Schaffens!

Aber mein Gott, was ſoll ich thun, um den An⸗

fang zu finden? Rathen Sie mir, lieber Feldern,

ſagte der Freiherr noch einmal, dringender als zuvor, ihm die Hände entgegenſtreckend.

Entlaſſen Sie zuvörderſt Ihre ungetreuen Die⸗ ner bis zum Letzten.

Aber wo die Beſſeren gleich hernehmen?

Laſſen Sie Recht Recht werden auf Ihren Be⸗ ſitzungen; dazu gehört ein ſtreng gewiſſenhafter Ju ſtizbeamter. Fördern Sie das Licht chriſtlicher Wahr⸗ heit in Ihren Kreiſen durch einen würdigen Diener der Kirche. Geben Sie ſelbſt das Beiſpiel für das Gute, wie Sie es bedingt durch die Geſetze der Moral von Andern fordern: dann werden bald gute Männer ſich Ihnen anſchließen, um durch ihre Dienſte den nöthigen Reformen förderlich zu werden. Die augenblickliche Situation, nicht der Gedanke allein, ſondern die Abſicht Ihnen behülflich zu werden, berechtigt mich zu der Hoffnung, daß Sie mir, dem jüngeren Manne, Ihr Ohr heute nicht verſchließen.

Feldern hielt einige Augenblicke inne, um die Wirkung zu beobachten, welche ſeine Mittheilungen auf den alten Freiherrn hervorbrachten. Er ſelbſt fühlte ſich ergriffen, als das feuchte Auge ſeines Gaſtes die in ſeinem Innern vorgehende Bewegung verkündigte, und ein leichtes, wiederholtes Nicken verrieth, daß ſeine Gedanken ſchon anfingen mit Fel⸗ derns Worten in Einklang zu kommen. Da rückte dieſer ſeinen Stuhl ganz in die Nähe des abten

*