Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
755
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Mannſchaft. pfen beſtehende Macht der Inſurgenten ſchon ihre Auf löſung begonnen. Truppweiſe, dann mehr vereinzelt zogen ſie in allen Richtungen auf den in das Gebirge führenden Pfaden aus einander. ſtanden noch auf der thatenlos verlaſſenen Wahlſtatt, der Trommler und der Horniſt. Traurig betrachte⸗ ten ſie eine Zeit lang die jetzt zwecklos an ihrem Halſe hängenden Inſtrumente. Doch als wäre ihnen ein plötzlicher Gedanke gekommen, ſo zuverſichtlich ſahen ſie ſich einander an und ſchüttelten ſich die Hände.Das Martinsfeſt läßt keinen ehrlichen Mu⸗ ſikanten im Stich, rief der Trommler und ſchlug einen letzten gemaltigen Wirbel.

Haſt Recht, Bruderherz! Wenn in acht Tagen unſer jung Volk noch zwei Beine hat, braucht jede Schenke ihren Spielmann, und trinkt dann unſereinen nuch ein Gläschen über den Durſt, bleibt doch noch ein Nothpfenig übrig bis zu den Chriſttagen. rief der Andere und ſtieß ein Paar luſtige Fanfaren in ſein Horn, daß ringsum die Berge davon wieder⸗ hallten; dann machten ſie Kehrt und ſchritten nach der Gewohnheit fahrender Muſikanten ſorglos dem nahen Walde zu, wo ſie bald auf einer Biegung des Weges werſchwanden.

Waͤhrend Feldern auf dem Rückwege langſam voranritt, ließ er ſich vom Förſter Warnebold aus⸗ führlich ſeine Leidensgeſchichte erzählen, aus der er vom Bürgermeiſter, ten, nur Bruchſtücke vernommen. Mit Erſtaunen hörte er, daß des Förſters Weigerung, zu einem an dem Herrn zu verübenden mehrere Tauſende betreffenden Betruge aus den Holzverkäufen ſeine Dienſte zu lei hen, dem Oberinſpector zu ſeiner Dienſtentlaſſung die Veranlaſſung gegeben. Feldern hatte genug gehört,

So

um darauf einen Plan zu begründen, mit deſſen Ge⸗

lingen er auf Nichtwiederkehren von Auftritten wie die, von welchen die angrenzenden Provinzen Zeuge geworden, glaubte feſt rechnen zu können. Feldern uber war der Mann, der einen gefaßten Plan nicht leicht aufgab, wenn er ihn einmal gefaßt hatte. Es wäre zu viel verlangt geweſen, wenn die Mann⸗

ſchaft von Frankenberg nach des Tages Mühen noch

einen Nachtmarſch in die Heimath hätte antreten

ſollen. Sie fand freundliche Aufnahme bei den Dorf⸗ bewohnern. Der Bürgermeiſter erhielt im Schloſſe

ſein Quartier, wo er gleich Feldern in herzlicher Weiſe bewillkommnet wurde. Der alte Freiherr war unerſchöpflich in Lobſprüchen über den Erfolg von ßeldern's Strategie und ergoß ſich in Dankſagungen nuber die ſeiner Perſon dadurch geleiſteten Dienſte. Ich merke,

freundſchaft Worte des

Folge.

Indeſſen hatte die aus etwa 200 Kö⸗ könnte! ſchloß er endlich

bliebe mir nicht,

Nur zwei Männer im vollen Ernſte.

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doch recht Vieles, lieber Feldern; wer es doch auch ſeine lange Rede.

wohl etwas; könnte ich Alles, ſo wie es der Fall iſt, noch täglich ſo Vieles zu thun übrig, entgegnete Feldern ablehnend Doch liebe Anna und Gräfin Bertha! jetzt ſpielt die Politik ins Reich der Häus⸗ lichkeit hinüber. Ich hoffe, unſere Schloßfrauen wer⸗ den eingedenk der Sitte edeler deutſcher Frauen da⸗ rauf Bedacht genommen haben, die heimkehrenden vaterländiſchen Krieger durch Speiſe und Trank ge⸗ bührend zu erquicken.

Ich kann

Alles zum Empfange bereit, mein Herr und Ge⸗ mahl! entgegnete die anmuthige Hausfrau und nahm den Arm des Bürgermeiſters, Bertha verneigte ſich in ähnlicher Abſicht vor dem Freiherrn, deſſen graues Haupt ihr ſo ehrwürdig erſchien, und ſie an den Vater erinnerte. Feldern aber und Winterfeld folgten langſam nach unter leiſem Geſpräche, welches bei dem Eintritt in das hellerleuchtete Speiſezimmer

ſogleich verſtummte.

Bürgermeiſter den Anführer

der ſich vorher mit ihm unterhal⸗

Ueber Tiſch drehte ſich die Unterhaltung faſt nur um die Ereigniſſe des Tages. Zu der fröhlichen Laune, wodurch der kleine Familienkreis ſonſt belebt wurde, fehlte es allerdings an jeder Veranlaſſung. Hatte auch die humoriſtiſche Weiſe, in welcher der der Aufſtändiſchen in ſei⸗ ner maleriſchen Ausſtattung vorführte, Bertha's La⸗ chen wohl einmal erregt, ſo war der Ernſt auf des Herrn v. Trobiſch Geſichtszügen nicht geeignet, das

heitere Mädchen lange in der Stimmung zu erhalten,

Sie vermögen, wenn auch nicht Alles, dem vorleuchtenden D

wodurch ſie ſonſt Allen ſo lieb war. Niemand ſchien es ungern zu ſehen, als der Freiherr durch Rücken ſeines Stuhles das Zeichen zum Aufſtehen gab. So⸗ bald er den Damen einige verbindliche Worte geſagt und dann auch an Feldern für die erwieſene Gaſt⸗ Dankes gerichtet, nahm Letz⸗ terer die Gelegenheit wahr ſeinen Gaſt noch um eine kurze Unterredung in ſeinem Arbeitszimmer zu bitten.

Es bleibt mir noch über den eigentlichen Aus gang, den das Drama des Tages genommen, ein be⸗ ſonderer präciſer Bericht zu erſtatten. Sie haben jetzt ein Recht ihn zu fordern, Herr v. Trobiſch; nach dem indirect von Ihnen mir geleiſteten Bei⸗ ſtande bin ich aber auch bereit noch Ihre Meinung zu vernehmen, um unſere Völker vollſtändig zu paci ficiren.

So unerwartet dem alten Herrn dieſer Vorſchlag zu kommen ſchien, nahm er doch bereitwillig den ihm von Feldern gehotenen Arm, um in ſeiner Begleitung Diener nach dem am Ende des