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Novellen
arten ſtand der Alpen⸗, alſo Schweizerkäſe in hohem Anſehen, und der Kaiſer Antonin der Fromme ſtarb an zu übermäßi⸗ gem Genuſſe deſſelben.
Um ſchließlich ein Bild von der Zuſammenſetzung eines römiſchen Diners zu geben, wählen wir nicht das ſatiriſch und romanhaft übertriebene Gaſtmahl des Parvenu Trimal⸗ chio bei Petron, ſondern laſſen dreierlei Küchenzettel aus ſehr verſchiedenen Zeiten folgen, die dem wirklichen Leben ent⸗ nommen ſind. Zuerſt beſitzen wir noch, wie bereits erwähnt, eine Speiſekarte, welche der Schwiegervater des großen Pom⸗ pejus, Metellus Pius, als Oberprieſter über den Pontifi⸗ catsantrittſchmaus eines Lentulus Niger ſorgſam zu Proto⸗ b
koll genommen, und welche der Compilator Macrobius der Vergeſſenheit entriſſen hat. Die Vormahlzeit(gustatio) bietet hier: Seeigel; friſche Auſtern,„ſoviel man eſſen wollte;“ peloriſche Giennmuſcheln; Lazarusklappen; Kram⸗ metsvögel und gemäſtete Hühner mit Spargel; Mayonnaiſe aus Auſtern und Giemuſcheln; ſchwarze und weiße Meerei⸗ cheln; noch einmal Lazarusklappen; ſüße Gienmuſcheln; See— neſſeln; Feigenſchnepfen; Lende vom Reh und Wildſchwein; in Mehl gebackne Hühner; wieder Feigenſchnepfen; zweierlei Purpurſchnecken. Die auf dieſe Entrées folgende Haupt⸗ mahlzeit beſtand aus folgenden Gängen: Schweineeuter; wilder Schweinskopf; Fiſchpaſtete; Schweinebruſtragout; Entenbraten; gekochte Krickente; Haſenbraten; gebratene Hühner. Den Beſchluß bildete eine Kraftmehlſpeiſe und pi⸗ centiſches(pontiſches?) Backwerk. An dieſem Ceremonien⸗ ſchmauſe nahmen außer neun geiſtlichen Herren auch zwei verwandte Damen und vier veſtaliſche Jungfrauen Theil!
Als zweites Beiſpiel diene das von Horaz perſiflirte Gaſtmahl eines beſchränkten Emporkömmlings. Mit Weg— laſſung des Voreſſens nennt der Dichter als erſten Gang: einen lucaniſchen Eber in Begleitung von Rübchen, Rettigen, Rapunzel, Gartenſalat, Weinſteinſalz und Fiſchgarn; dann Schalthiere und Fiſche, worunter Stachelflunder und Butten, umgeben von Honigäpfeln; drittens kam eine Muräne unter ſchwimmenden Krabben. Endlich ſetzte es(das Deſſert fehlt) gebackenen Kranich, Gänſeleber, Haſenbra ten, Amſeln und wilde Tauben.
Sicherern Einblick in die gewöhnliche bürgerliche Küche und die einfache Familienkoſt liefern zwei Epigramme Mar⸗ tial's, die Tiſcheinladungen an gute Freunde enthalten. An Turanius ſchreibt er:„Speiſeſt du nicht gern allein, ſo kannſt du mit mir Hunger leiden. Es werden dir nicht fehlen ge⸗ meiner Salat und ſcharfer Lauch. Im Innern des Eis wird Salzfiſch ſich bergen. Dann wird dir vorgeſetzt werden ein mit fettigen Fingern zu haltender Kohlſtengel, grünend auf ſchwarzer Schüſſel und ein Würſtchen, beſchwerend ſchneeigen Brei und blaſſe Bohnen mit röthlichem Rauchfleiſch.“ Gaben des Nachtiſches werden gereicht Trauben und Birnen und neapolitaniſche Kaſtanien. Bei der anderen Gelegenheit nennt er zum Eingang Malven, Salat, Schnittlauch, Minze und Raute, mit Raute gewürzte Seefiſche nebſt zerſchnittenen Eiern und Schweinsbruſt mit Fiſchſauce beträufelt; als
Hauptgerichte: ein Böckchen, Bohnen und Kohlſproſſen nebſt V
einem Hühnchen und einem„ſchon drei Mahlzeiten überle⸗
benden“ Schinken; als Nachtiſch: reifes Obſt.
wenigſtens aus dieſem beſcheidenen Verzeichniſſe, daß es in der Zeit der raffinirteſten Schwelgerei noch genug Leute gab, die zwiſchen Diogenes und Apicius die Mitte zu halten ver⸗ ſtanden, wenn Martial auch nicht ſo einfach wie Horaz lebte, der Schnittlauch, Erbſen und Plinſen als die gewöhnlichſten Beſtandtheile ſeines Mahles angiebt. 6.
Als V
Man ſieht V
„Zeitung.
Ein Brief Napoleon'’s I.
Der bekannte Aſtronom Lalande ließ im Jahr 1805 ſein„Supplément au Dictionnaire des Athées par Syl- vain Maréchal“ erſcheinen. Napoleon wurde davon unter⸗ richtet und von Schönbrunn aus, wo er damals die Unter⸗ handlungen über den Abſchluß des Preßburger Friedensver⸗ trags leitete, richtete er in Folge deſſen unter dem 22. Fri⸗ maire an XIV(13. Dec. 1805) an den damaligen Mini⸗ ſter des Innern, Hrn. de Champagny, das folgende noch wenig bekannte Schreiben, das Beachtung verdient:
„Mit einem ſchmerzlichen Gefühle erfahre ich, daß ein durch ſeine Kenntniſſe berühmtes Mitglied des Inſtituts, das aber jetzt wieder kindiſch geworden iſt, nicht die Klug⸗ heit beſitzt zu ſchweigen und von ſich reden zu machen ver⸗ ſucht, bald indem er Anzeigen veröffentlicht, die ſeines frühern Ruhmes und der Körperſchaft, welcher er angehört, unwür⸗ dig ſind, bald indem er ſich laut zum Atheismus, dem zerſtören⸗ den Princip jeder ſocialen Organiſation, bekennt, das dem Menſchen ſeine Tröſtungen und alle ſeine Hoffnungen raubt. Meine Abſicht iſt, daß Sie die Präſidenten und die Seere⸗ täre des Inſtituts zu ſich berufen und dieſelben beauftragen, dieſer berühmten Körperſchaft, zu der zugehören ich mir zur Ehre anrechne, wiſſen zu laſſen, daß ſie dem Herrn de Lalande im Namen der Körperſchaft zu melden und einzu⸗ ſchärfen habe, nichts mehr drucken zu laſſen und in ſeinen alten Tagen nicht das zu verdunkeln, was er in ſeiner kräf⸗
ttigen Lebenszeit gethan hat, um die Achtung der Gelehrten
zu erlangen. Sollten dieſe brüderlichen Einladungen ſich als ungenügend herausſtellen, ſo würde ich gezwungen ſein, mich daran zu erinnern, daß es meine erſte Pflicht iſt, zu verhindern, daß man die Moralität meines Volkes vergifte, denn der Atheismus iſt der Zerſtörer jeder Moral, wenn nicht in dem Individuum, wenigſtens in den Nationen.
Napoleon.“ C.
Ein Original. Das Boulevard des Italiens in Paris verlor in der erſten Woche Octobers einen ſeiner älteſten täglichen Spaziergänger durch den Tod.
Major Fraſer, ein alter
Dandy, der von 1827 bis 1864 Paris bewohnte, wurde,
wenn er ſich in der Stadt befand, ſelten anderswo auf einem Spaziergang erblickt, als auf dem ſchmalen, aber vorzüglich ſchönen Abſchnitt des erwähnten Boulevard, der ſich von der
Chauſſée d'Antin bis an die Rue Lafitte erſtreckt. Seine nur
wenig Perſonen bekannte Geſchichte iſt merkwürdig. Major Fraſer war der Urenkel von Simon Lord Lovat, der unter
der Regierung Georg's II. in England wegen Hochverraths Einige Mitglieder ſeiner Familie ließen
hingerichtet wurde. ſich in Frankreich nieder und nahmen Dienſte in der franzö⸗ ſiſchen Armee. Der Vater des Major Fraſer wanderte 1790 nach Portugal aus und verheirathete ſich mit einer Portugie⸗
in der Welt. Zwei noch lebende Töchter ſind mit reichen Adeligen vermählt und die Andere die Marquiſe de Gargallo in Neapel; ein Sohn war Geſandtſchaftsſecretär in Oeſtreich und der andere Henry Erskine Fraſer war der jetzt geſtorbene Major Fraſer.
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während dieſelben Beulevard des 9 hört. Das Mül ſtand in keinen d Theile von Paris als eine eiſerne Wh wenige Biche viel Ehperwein, das ſei ſand, Als eines: ſe durch einen Sa ſchlafe als in ſeine de Gefahr ausgeſe drücken, an dem e ges machte er mit ſnnerhalb 36 Stun Paris reiten wolle ritt er in Fohhe ein nach Compiegne un gründlicher Gelehrter ateiniſche Verſe und , Begu Vod Ro Spielelubs in Par apeentriſchen und, u hens hatte er einen Beſtrebungen unſre Whahnen und ſtarb i Portugal befallen m Hatte um dott eine(
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; die Eine iſt die Marquiſe de Bombelles
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Er wurde in Badajoz in Eſtremadura geboren, wo er bis zu dem
Alter von 11 Jahren lebte.
Zu dieſer Zeit verlor er Vater
und Mutter und wurde der Sorge des Herrn von Lebzeltern, 1
des Erziehers des Prinzen Felix von Schwarzenberg, anver⸗
dieer Gene ſin. Die Nachkommen aus dieſer Ehe machten ihren Weg d
richt in Frankrich azu, die Depanten kande der Lehranſt rugen. Er verrich ralinſpee ſe Rolle v Eines Morger das Lhceum in 3 ugrito bis an das de Anſalt dſſor h 3
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