Jahrgang 
27-52 (1864)
Seite
751
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umals die Uute. er Friedensver⸗ r dem 22. r. amaligen Mini⸗ 3 ſolgende noch

des Inſüas icht die Klud⸗ en zu machen ver⸗ die ſeines frühern angehürt, unwür⸗ dus, dem zerſtören⸗ bekennt, das dem voffnungen raubt. und die Secre⸗ ben beauftragen, joren ich mir zur e dem Herrn de delden und anäu⸗ ſen und in ſänen er in ſeiner kräf⸗ ung der Gelehrten Einladungen ſich J gezwungen ſein, öſte Pflicht iſt, zu olkes vergiſte, er Moral, wenn Naüonen.

SoR. 8.

ris verlor in der älteſten tüglichen Fraſer, än alter vewohnte, wurde, nderswo auf einem en, aber vorzüglich d, der ſich von der ſtreckt. Seine nur

rhwürdig. Majot

Lovat, der unter degen Hochverraths

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mit einer Portugie⸗ machten ihren W ter ſind mit reichen rauiſe de Bombelle alo in Neapel; in reich und der andert bene Major duaſe ren, wo er bis geit verlor er Vai darn von Lebzelten hwarzenberg, anver

Vierte

*

traut. Die beiden Zöglinge wurden zuſammen nach Ruß⸗ land geſchickt, wo ſie als Cadetten in den Militärdienſt traten. Ihre Freundſchaft, die ſich aus der Kindheit datirte, wurde in Paris fortgeſetzt. Der Major erzählte ſehr gern, welchen Antheil er an der Schlacht bei Leipzig genommen und wie er mit ſeinem Regimente ruſſiſcher Huſaren 1814 in Paris ein⸗ gerückt ſei. In ſeinen letzten Jahren erzählte er dieſe Ge⸗ ſchichten nicht mehr, weil ſich daraus ſein Alter hätte berech⸗ nen laſſen und weil er gern für jünger gelten wollte, als er wirklich war, was ihm um ſo leichter fiel, weil er ſich wirk lich ſehr gut conſervirt hatte.

Im Jahr 1827 verließ er mit dem Range als Major den ruſſiſchen Dienſt und ſeit dieſer Zeit bewohnte er fort während dieſelben Zimmer in dem großen Hauſe an dem Boulevard des Italiens, das dem Marquis of Hertford ge⸗ hört. Das Möblement ſeiner Zimmer war einfach und ſtand in keinem Verhältniß zu der hohen Miethe in dieſem Theile von Paris. Es war in denſelben wenig mehr zu ſehen als eine eiſerne Bettſtelle, eine große Karte, ein Bärenfell, wenige Bücher, viele Paar lederne Glanzſtiefeln und ein Faß Cyperwein, das ſeinen Freunden ſtets zur Benutzung frei ſtand. Als eines Tages ſeine Bettſtelle zerbrach, erſetzte er ſie durch einen Sarg und er erzählte oft, daß er darin beſſer ſchlafe als in ſeinem frühern Bette und überdies ſei er nicht der Gefahr ausgeſetzt herauszufallen, wenn er von dem Alp⸗ drücken, an dem er oft litt, heimgeſucht werde. Eines Ta ges machte er mit Lord Henry Seymour eine Wette, daß er innerhalb 36 Stunden nach Brüſſel und von da zurück nach Paris reiten wolle, und er brachte es fertig. Ein andermal ritt er in Folge einer Wette ſechs Tage lang nach einander nach Compiégne und zurück. Trotz alledem war er ein gründlicher Gelehrter; er machte gewöhnlich mit Jules Janin lateiniſche Verſe und er war ein Freund von Alfred de Muſ⸗ ſet, Béquet und Romieu. Er war ein Mitglied der meiſten Spielclubs in Paris, ſpielte aber nie ſelbſt. Trotz ſeines excentriſchen und, wie Viele vermuthen, ausſchweifenden Le⸗ hens hatte er einen praktiſchen Geſchmack für die induſtriellen Beſtrebungen unſrer Zeit. Er war Director mehrerer Eiſen⸗ hahnen und ſtarb in Folge eines Fiebers, von dem er in Portugal befallen worden war, als er ſich dahin begeben hatte, um dort eine Eiſenbahngeſellſchaft zu organiſiren.

C.

Ein trauriger Irrthum.

Der Miniſter des öffentlichen Unterrichts in Frankreich, Duruy, iſt unermüdlich in ſeinen Bemühungen, den Unter⸗ iicht in Frankreich zu heben, und er benutzt ſeine Vacanzen dazu, die Departements zu bereiſen, um ſich von dem Zu ſtande der Lehranſtalten durch den Augenſchein zu über zeugen. bier Generalinſpectoren und zuweilen gefällt er ſich darin, die Rolle Harun al Raſchid's zu ſpielen.

Eines Morgens tritt er in Begleitung ſeines Sohnes in das Lyceum in X..., ohne ſich zu nennen, und dringt in ognito bis an das Cabinet des Proviſors oder Directors der Anſtalt..

Er klopft und auf das Entrez! tritt er ein. biſor ſchrieb und der achtbare Beamte ſiner Beſchäftigung ſtören zu laſſen: vous.

Der Miniſter ſetzt ſich und wartet, bis der Brief be⸗

Der Pro⸗ ſagt ihm, ohne ſich in C'est bon, mettez-

Er verrichtet dabei ganz allein die Arbeiten von

Folge. 751 endigt iſt. Endlich geruht der Proviſor den Kopf zu erheben und ſagt ihm:

Welches Alter hat dieſer junge Burſche?

Zwei und zwanzig Jahr.

Zum Teufel! und was gedenken Sie aus ihm zu machen?

Meinen Secretär.

Gut! und Sie wollen ihn ins Lyceum bringen?

Nein.

Aber was ſuchen Sie dann hier?

Ich wollte gern ſehen, wie Sie die Eltern Ihrer Zög⸗ linge empfangen. Ich bin der Miniſter des öffentlichen Unterrichts. C.

Migsrellen.

Ein tragikomiſcher Fall ereignete ſich ganz vor kurzem in einem Dorfe bei Paris. Es war gerade das Feſt der Roſenkönigin, das durch zahlreiche poetiſche Beſchreibungen ja auch in Deutſchland genügend bekannt worden iſt. Nach einer ſehr ſtrengen Unterſuchung über die ſittliche Führung eines jungen Mädchens, dem alle Stimmen den Preis zuer⸗ kannten,wurde demſelben die betreffende Belohnung bewilligt. Im Augenblicke aber, in welchem die Ceremonie ihren An⸗ fang nehmen ſollte, begehrte die Gekrönte, dem Maire eine vertrauliche Mittheilung machen zu dürfen. Der Maire führte ſie in ſein Bureau, wo ſie ihm unter Thränen geſtand, daß ſie ein Mann ſei.Ach, ſagte der biedere Gemeinde⸗ beamte,das thut durchaus nichts. Anſtatt einer Roſenköni⸗ gin werden wiy einen Roſenkönig haben. Wir wiſſen lei⸗ der nicht, was die Gemeinde zu dieſem Tauſch geſagt hat.

e. Man ſchreibt aus Turin, daß man ein Gedicht von Arioſt, das bis jetzt noch nicht bekannt geweſen iſt, aufgefun⸗ den habe. Es ſoll derRinaldo Ardito ſein, deſſen in eini⸗ gen Briefen des Sohnes des großen Dichters Erwähnung geſchieht. Einige italieniſche Gelehrten ſind jedoch jetzt ſchon der Anſicht, daß das neu entdeckte Werk nicht von Lodovico Arioſto, ſondern von ſeinem Bruder Gabriele herrühren dürfte. e.

Diderot erhielt eines Tages den Beſuch eines Freundes, welcher den berühmten franzöſiſchen Encyklopädiſten in Thrä⸗ nen fand.Mein Gott! fragte der Freund beſtürzt,was haben Sie, iſt Ihnen etwa ein Unglück begegnet?Ach nein, ich weine nur über eine rührende Geſchichte, welche ich ſo eben beendigt habe, antwortetet der Verfaſſer derPensées philosophiques.

e. Vom deutſchen Büchermarkt. Novellen von Hieronymus Lorm. Wien,

Verlag von Carl Schönewerk. 1864.

Beſonders in Bezug auf den für Wien angenehmen Ton leichter Plaudereien iſt Lorm als Novellenſchriftſteller dem öſterreichiſchen Publicum ſympathiſcher als dem nord⸗ deutſchen. Der Verfaſſer ſagt in ſeiner Vorrede ſelbſt, daß er nicht die Tendenz habe, poetiſche Offenbarungen verkünden oder geſellſchaftliche Zuſtände reformiren zu wollen. Er be⸗ ſtrebt ſich nur, aus dem Leben zu greifen und ſeine Leſer, ſo gut es möglich iſt, zu unterhalten. Man muß ſagen, daß im Verhältniß zu dem Zeitaufwand, den die Stärke dieſer Edi⸗ tion nothwendig machte, die ſtyliſtiſche Behandlung noch immer mehr Fleiß und Sauberkeit als bei ſehr vielen andern