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744 Novellen⸗
kenberg, wäre er vom heutigen Zuſammentreffen der politiſchen Gegner Zeuge geweſen, würde ſo wenig Schadenfreude in den Zügen des Bürgermeiſters, als auf dem Geſichte des Freiherrn jene Verlegenheit entdeckt haben, mit welcher nicht ſelten der augen⸗ blicklich Beſiegte dem Sieger gegenüberſteht. Die Grundſätze beider Männer waren heute noch ſo ziem— lich dieſelben wie vor Jahren, aber es wohnte darum kein perſönlicher Haß in ihren Herzen.
Während den Leuten im Hofe Erfriſchungen ge⸗ reicht wurden, ward der im Saale anweſenden Ge⸗ ſellſchaft ein Frühſtück ſervirt. Bald nachher entfernte ſich Feldern mit dem Bürgermeiſter. Als er zurück⸗ kehrte, ſagte er zu Winterfeld:„Alles in Ordnung, lieber Hermann! Wir ſind fertig bis zum Aufſitzen; Dir übergebe ich mit dem Befehle über unſre Feſtung das Commando über die Haustruppen“— dabei deu⸗ tete er lächelnd auf die Damen, welche noch mit Aufräumen des Frühſtückstiſches beſchäftigt waren; „unſer verehrter Gaſt wird ſeine vieljährigen Erfah⸗ rungen mit den Deinigen vereinigen. Ja, Herr v. Trobiſch“— richtete er jetzt an dieſen das Wort— „der Feldzugsplan iſt gemacht. In zehn Minuten ſetzt ſich das Corps in Bewegung. Ich ſelbſt folge in kurzer Entfernung, um, wie es dem Commandiren⸗ den gebührt, von geeigneter Stelle die Bewegungen zu leiten. Die leichten Truppen an der Spitze ſu⸗ chen ſo nahe als möglich an den Feind zu kommen, ohne zu feuern. Sollte der Feind auf vorangehende Aufforderung vernünftigen Vorſtellungen kein Ge⸗ hör geben, erhält die Avantgarde ‚den Befehl zu ei⸗ nem Sturmangriff. Das Hauptcorps wirft ſich auf des Feindes Flanken. Aber ich weiß, es fällt kein Schuß,“— ſetzte er mit einem überzeugenden Blick auf die Damen hinzu—„ich kenne zu genau das Terrain, auf dem ich operire. Der Feind iſt unſer, ehe er deſſen ſich verſieht, Herr v. Trobiſch, ſobald ich mich zuletzt Ihrer entſcheidenden Mitwirkung ver⸗ ſichert halten kann.“
„Und worin würde dieſe beſtehen?“ erwiderte der Freiherr, der ſich als alter Krieger eines leichten Lächelns nicht erwehren konnte, bei dieſem mit ſo entſchiedener Zuverſicht ausgeſprochenen Plane. V
„Daß Sie mir geſtatten in Ihrem Namen den Leuten die feſte Verſicherung zu geben, daß billige Wünſche Ihrerſeits bei der H—ſchen Regierung kräf⸗ tig vertreten werden ſollen. Während ich, dem Be⸗ dürfniſſe des Augenblicks Rechnung tragend, den Be⸗ drängteſten über der Grenze meine Kornböden zu hal⸗ bem Preiſe erſchließe, ſorgen Sie bei Ihrer Regie⸗
rung, daß den Leuten auf längere Zeit die hlende
Arbeit, und denen, die es bedürfen, ein Stückchen
Zeitung.
Land zum Kartoffelbau vom Forſtgrunde überlaſſen wird. Das iſt Alles, womit ich Sie bitte mir zur Seite zu ſtehen. Es ſind die Hauptdeſiderien der Gebirgsbewohner auf jenſeitigem Boden. Der wa⸗ ckere Bürgermeiſter hat mir ſoeben ſeine mehrjährigen Erfahrungen darüber mitgetheilt.“—
„Aber lieber Herr v. Feldern, dieſe anſcheinend kleinen Conceſſionen, ungerechnet der Opfer, die ich ſtatt der von Ihnen angebotenen zu bringen bereit bin, werden das Verlangen nach noch anderen Din⸗ gen im Gefolge haben.“
„Sie verheißen den Leuten nur Einrichtungen, die zeitgemäß, und deshalb recht und billig ſind, und bürgen mir, wie ich den Aufſtändiſchen für das Ih⸗ rige, mit Ihrem Cavalierworte für das Halten der gegebenen Verſprechungen. Dann haben Sie jetzt, und hoffentlich für alle Zeit drüben den Frieden. Ich kenne durch meine Geſchäftsverhältniſſe auch die Leute über der Grenze. Sie ſind nicht bösartig von Natur, es iſt die Noth, welche ſie zum Kriege zwingt. Geben Sie ihnen die Ausſicht auf beſſere Zeit, und auch die ſtarrſten Gemüther geben ſich zur Ruhe.“
Der Freiherr vermochte Feldern's überzeugenden Worten nicht länger zu widerſtehen. Er verſprach, und reichte ſeinem Beſchützer gelobend die Hand. Nach kurzem Abſchied von ſeiner Anna führte er Bertha an Winterfeld's Seite;„dieſe kleine Heldin“ ſagte er lächelnd,„empfehle ich Deinem beſonderen Schutze, daß ſie ſich nicht beigehen läßt, vor der Zeit zu recognosciren!“—
Nachdem Feldern dem Freiherrn für den ihm in der angedeuteten Weiſe zugeſagten Beiſtand noch einmal in warmen Worten ſeinen Dank ausgeſprochen, beſtieg er das bereitgehaltene Pferd, und von einem Reitknecht begleitet folgte er dem ſchon abmarſchirten Corps.(Fortſetzung folgt.)
Gedichte von M. Pilgram⸗-Diehl.
Dämmerſtunde.
Der Tag iſt hin— die Gipfel flammen Herab ins abendliche Land,
Und mit geheimnißvollen Händen
Webt leis die Dämmrung ihr Gewand.
Blau wollt der Nebel um die Berge Und füllet magiſch Thal um Thal, Der letzte Glockenlaut durchzittert Die Welt im betenden Choral.
Auch nir eie öin Traun Der alle F Der ſchöher
Traul Bild
8 Dein Das bleibe In meinem
Unſouſt i Was Mich Grüxurdng,
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Der Ringsum! Die Leben. Weckt ihre
Und Freud So Rüßen den ſe in Geahnt, ge
Und höher Die Blume Ia Sehuſt
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Melodiſch Der Aben Die leben
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Ach, ſolch Ein Jug el Und in de Sauft wie


